Real Madrid | Wie schwer wiegt der Ausfall von Superstar Eden Hazard?
Real Madrid muss in den kommenden Wochen erneut auf Star-Neuzugang Eden Hazard verzichten. Aufgrund zahlreicher Verletzungen ist das erste Real-Jahr für den 100-Millionen-Euro-Mann eins zum Vergessen. Können die Königlichen den Ausfall ihres Leistungsträgers vor den beiden Topduellen in der Champions League gegen Manchester City und im Clásico gegen den FC Barcelona abermals kompensieren?
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Gut eine Stunde war am Samstagabend im Estadio Ciudad de Valencia in Levante gespielt, als das Unheil für Real Madrid seinen Lauf nahm.
Der erst kürzlich von einer rund zweimonatigen Verletzungspause (Haarriss im Fuß) zurückgekehrte Eden Hazard ging nach einem Laufduell mit Jorge Miramón von UD Levante am eigenen Sechzehner zu Boden und blieb daraufhin mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Was zunächst wie ein harmloser Zwischenfall aussah, entpuppte sich abermals zur Hiobsbotschaft für die Königlichen und ihren Top-Star.
Zidane über Hazard-Verletzung: "Es sieht nicht gut aus"
Wie der Klub am Abend mitteilte, zog sich der Belgier eine Fraktur des rechten Wadenbeins zu und wird Real wohl erneut für einen längeren Zeitraum fehlen. Die spanische Fachzeitschrift "AS" mutmaßte gar über eine erneute zweimonatige Verletzungspause.
"Es sieht nicht gut aus. Er hat sich dort wehgetan, wo er zuvor schon verletzt war", erklärte Real-Trainer Zinédine Zidane.
Zu allem Überfluss versaute Levante-Stürmer José Luis Morales dem Hauptstadtklub mit seinem Treffer zum 1:0-Endstand (79.) endgültig die Generalprobe für den Achtelfinal-Kracher in der Champions League gegen Manchester City (Mittwoch 21:00 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de).
Neben ihrem 100 Millionen Euro teuren Neuzugang verloren die Königlichen damit auch die Tabellenführung an Erzrivale FC Barcelona, das damit von der Pole-Position in das direkte Aufeinandertreffen, den Clásico (Sonntag 21:00 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de), startet.
Hazard: Ronaldos Fußstapfen (noch) zu groß
Dabei ist es bei Weitem nicht der erste verletzungsbedingte Ausfall von Hazard in dieser Spielzeit. Der 29-Jährige erlebte bislang eine absolute Seuchen-Saison und konnte seit seinem Wechsel vom FC Chelsea in die spanische Hauptstadt zu keinem Zeitpunkt in die astronomischen Fußstapfen von Cristiano Ronaldo treten, die der fünfmalige Weltfußballer nach seinem Abgang im Sommer 2018 in Richtung Juventus Turin hinterlassen hatte.
Hazard bestritt aufgrund von zahlreichen Verletzungen lediglich 15 Partien (von 38) für die Blancos, in denen er noch nicht an die teils herausragenden Leistungen aus seinen Londoner Tagen anknüpfen konnte (ein Tor, fünf Assists). Sein ehemaliger Mitspieler David Luiz ist trotzdem von den Fähigkeiten des Flügelstürmers überzeugt. "Er wird ohne Zweifel erfolgreich sein. Das kann jedem im Fußball passieren. Bisher hatte er noch nicht die Chance, kontinuierlich zu spielen und seine Qualität unter Beweis zu stellen", sagte der Arsenal-Verteidiger der Nachrichtenagentur "EFE".
Da sich mit Marco Asensio ein weiterer gelernter Linksaußen auf Reals Krankenstation befindet, muss Zidane vor den so richtungsweisenden Wochen erneut improvisieren. In den vergangenen Wochen durften sich so Isco, der eigentlich im offensiven Mittelfeld zu Hause ist und Youngster Vinícius Júnior auf dem linken Flügel ausprobieren. Die überschaubare Bilanz des Duos auf der Hazard-Position: vier Treffer und zwei Vorlagen in wettbewerbsübergreifend 26 Partien. Eine erneute Systemumstellung ist daher nicht ausgeschlossen.
Real: Zwischen City und Barça
Zidane setzte bereits im Derby Madrileño gegen Stadtrivale Atlético (1:0) wie auch im Hinspiel gegen Barça (0:0), in dem Hazard ebenfalls fehlte, auf ein kompakteres 4-3-1-2 statt des altbewährten 4-3-3. Gut möglich, dass der Weltmeister von 1998 in den kommenden Partien auf einen ähnlichen taktischen Kniff zurückgreifen wird.
Schließlich hat das Duell in der Liga mit den Blaugranas einen durchaus vorentscheidenden Charakter. Bei einer Niederlage im Santiago Bernabéu hätten die Königlichen bereits einen Rückstand von fünf Punkten auf den amtierenden Meister.
Vor dem Clásico steht allerdings noch das Achtelfinale-Hinspiel in der Champions League gegen Manchester City an, in dem Real der frühe Knockout droht. Die Citizens können sich bei derzeit 22 Punkten Rückstand in der Premier League auf Tabellenführer FC Liverpool, im Gegensatz zu Real, das noch auf zwei Hochzeiten tanzt, voll und ganz auf die Königsklasse konzentrieren und gewannen - der Europacup-Sperre zum Trotz - ihre beiden Partien vor dem Kräftemessen mit dem Rekordsieger.
Letztlich werden wohl Nuancen das Duell der beiden Mitfavoriten entscheiden. Umso bitterer für die Königlichen, dass mit Hazard ein regelrechter City-Experte ausfällt. Der 29-Jährige hat in seiner Profi-Laufbahn bereits 18 Mal gegen die Skyblues gespielt und konnte gegen kein anderes Team so viele Scorerpunkte (zehn; vier Tore, sechs Vorlagen) verbuchen.
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