In der ersten Halbzeit lieferte Real Valladolid dem großen Favoriten FC Barcelona einen offenen Kampf. In der fünften Minute köpfte Clément Lenglet gerade noch so eine Flanke von der rechten Seite von Nacho Martínez weg, bevor Kenan Kodro einköpfen konnte.
Kurze Zeit später kam eine Flanke von der rechten Seite, dieses Mal kam Kodro an den Ball und köpfte wuchtig aus etwa sieben Metern an die Latte (9.). In den Minuten danach hatte Barcelona ein deutliches Übergewicht an Ballbesitz, schaffte es gegen die tief stehende Defensive der Gäste aber nicht, große Chancen herauszuspielen.
So hatte lange Zeit Valladolid die besseren Möglichkeiten. Nach einem Ballgewinn konterten die Gäste mit fünf Spielern, Roque Mesa drang in den Strafraum ein und konnte unbedrängt abschließen. Sein Schuss ging aber deutlich über das Tor (25.).
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Sieben Minuten später fuhr Valladolid erneut einen Konter, Saidy Janko blieb aber im Zweikampf im Sechzehner hängen (32.). Danach wurde Barça besser. Erst legte Ousmane Dembélé nach einem starken Pass von Antoine Griezmann mit der Hacke auf Lionel Messi zurück. Dessen Schuss wurde geblockt (40.).
Kurz danach schoss Pedri aus der Distanz, seinen Versuch lenkte Valladolids Keeper Jordi Masip gerade noch so an den linken Pfosten (45.).
In der zweiten Halbzeit richtete sich Barça deutlich offensiver aus und hatte fortan wieder ein großes Übergewicht. Die erste größere Chance hatte allerdings Valladolid. Lucas Olaza dribbelte von der linken Seite ins Zentrum und schoss von der Strafraumkante aufs linke Eck, sein Versuch ging ans Außennetz (57.).
Zwei Minuten später hatte Dembélé nach einem Steckpass von Messi eine gute Chance. Seinen Flachschuss hielt Masip stark, den Abpraller köpfte Griezmann mit einem anspruchsvollen Kopfball knapp neben den linken Pfosten.
In der Folge konnte Valladolid den einen oder anderen Entlastungsangriff fahren. Als Oscar Plano für eine Grätsche von der Seite gegen Dembélé die Rote Karte kassierte (79.), was eine zu harte Entscheidung war, verlieh das dem Spiel von Barcelona noch einmal Schwung.
Erst rutschte Francisco Trincão bei einer Hereingabe von links weg (83.), dann verpasste Ilaix Moriba es, eine Trincão-Flanke aufs Tor zu drücken (89.). Doch kurz vor Schluss fiel das Tor doch noch: Eine Flanke von der rechten Seite von Frenkie de Jong landete am langen Pfosten bei Dembélé – der Franzose schoss den Ball trocken ins kurze Eck zum Sieg (90.).
Durch den späten Treffer verdrängte Barça den Erzrivalen Real Madrid (63) mit 65 Zählern wieder vom zweiten Platz. Der Rückstand auf Spitzenreiter Atlético Madrid, der am Sonntag 0:1 beim FC Sevilla verloren hatte, beträgt nur noch einen Punkt.

Die Stimmen:

Ronald Koeman (FC Barcelona): "Es war sehr wichtig, heute Abend zu gewinnen. Wir sind jetzt nur noch einen Punkt hinter Atlético und stehen über Madrid. Wir spielen gegen Real Madrid und es wird sehr spannend in diesem Finale. Wir sind kurz vor dem Titel. Jedes Match ist sehr kompliziert, jeder will über seinem Niveau spielen. Nach der Länderspielpause ist es sehr schwierig, auf dem Niveau zu spielen, auf dem wir vorher gespielt haben."
Jordi Masip (Real Valladolid): "Das Spiel hat einen bittersüßen Geschmack. Wir hatten Barcelona, die kein Tor schießen konnten, im Griff. Wir hatten Chancen und am Ende haben sie ein Tor geschossen, das uns wehgetan hat. Es sah so aus, als könnten wir einen Punkt holen. Diese Leistung muss uns stärken."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Barca gewinnt im Stile eines Titelkandidaten

Die Saison des FC Barcelona war lange von Problemen geprägt - spielerischer (der Saisonstart misslang komplett) und atmosphärischer Natur (Unruhen auf Funktionärsebene, Abwanderungsgedanken von Messi). Doch rechtzeitig zur Schlussphase der Saison ist Barcelona vollkommen im Meisterschaftsrennen angekommen. Einen Spieltag vor dem wichtigen Spiel gegen Real Madrid hat das Team von Trainer Ronald Koeman Real von Platz zwei verdrängt und nur noch einen Punkt Rückstand auf Tabellenführer Atlético Madrid. Gegen Valladolid gewann das Team um Superstar Messi so, wie ein angehender Titelträger auch mal gewinnen muss: ohne zu glänzen. Die Gäste aus Valladolid verteidigten gut, hatten Chancen. Barça spielte nicht sonderlich gut und phasenweise uninspiriert. Doch nur, wenn man auch diese Spiele gewinnt, kann man die Patzer der Konkurrenz, wie Atléticos Niederlage gegen Sevilla, ausnutzen.

Die Statistik: 768

Lionel Messi ist am Montagabend zum alleinigen Rekordspieler beim FC Barcelona avanciert. Der argentinische Superstar absolvierte beim glücklichen Sieg gegen Valladolid sein 768. Pflichtspiel für die Katalanen und überflügelte damit Klub-Legende Xavi (767).
Ergebnisse und Tabelle
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