Im Transferpoker um David Alaba könnte bald Klarheit herrschen. Nach übereinstimmenden Medienberichten von "Bild" und "Sky" wechselt der Österreicher im Sommer zu Real Madrid.
Nach einigen brisanten Aussagen von Real-Präsident Florentino Pérez stellt sich jedoch die Frage, ganz nach Jupp Schmitz' bekanntem Karnevallied von 1949: "Wer soll das bezahlen?"
Denn der Vereinsboss malte erst vor wenigen Tagen ein düsteres Bild von der finanziellen Lage der Königlichen.
Premier League
Nach Spurs-Rauswurf: Bale stichelt gegen Ex-Coach Mourinho
22/04/2021 AM 13:31
prophezeite Pérez nicht weniger als den Untergang von Real Madrid - sollte nicht wie geplant durch die Super League deutlich mehr Geld in die Kassen der durch die Corona-Pandemie arg gebeutelten Spitzenklubs fließen.

Ramos-Abschied könnte Alaba-Gehalt finanzieren

Weiter orakelte der Spanier: "Ohne die Super League wird der Fußball bis 2024 sterben, große und kleine Vereine werden sterben." Ganz bescheiden meinte Pérez, man habe diesen Wettbewerb gegründet, "um den Fußball zu retten".
Real Madrid steht laut dem Vereinschef wie viele andere Klubs vor dem finanziellen Ruin. Hauptgrund seien die fehlenden Einnahmen wegen der Pandemie sowie ein generell sinkendes Interesse der jüngeren Fans. Ex-Real-Präsident Rámon Cálderon berichtete im vergangenen Herbst gegenüber spanischen Medien, die Königlichen hätten knapp eine Milliarde Euro Schulden.
Nach dem Aus der Super League ist der ehrgeizige Finanzplan von Pérez allerdings gescheitert. Deutlich höhere Einnahmen aus der TV-Vermarktung sind damit vorerst vom Tisch. Wie aber finanziert sich Real Madrid bei den immensen Schulden einen Spieler wie Alaba, der laut der spanischen "AS" rund elf Millionen Euro netto jährlich verdienen soll? Zudem erhält der 28-Jährige offenbar ein stattliches Handgeld über mindestens 20 Millionen Euro, da er ablösefrei nach Madrid kommt.
Fußball-Experte Jorge Ordás von Eurosport in Madrid erkennt dahinter einen klaren Plan der Madrilenen. Alaba sei "eine kluge und günstige Option, um Sergio Ramos abzulösen". Angeblich fordert der Spanier bei einer Verlängerung seines im Sommer auslaufenden Vertrages mindestens 15 Millionen Euro netto Jahresgehalt, der Klub habe ihm hingegen "nur" zehn Millionen Euro angeboten, heißt es in der "Marca".
Eine Verlängerung mit dem langjährigen Kapitän werde daher jeden Tag unwahrscheinlicher, so Ordás. Somit dürfte Real ab nächster Saison "einiges an Geld durch das Gehalt von Ramos einsparen".

Real Madrid verliert Einnahmen

Zudem will Real einige weitere Spieler, die aktuell noch ausgeliehen sind, verkaufen. Auf der Kippe stehen unter anderem Gareth Bale, Dani Ceballos und Martin Ödegaard. Aufgrund der aktuellen finanziellen Situation sei Real zwar weder in der Lage, Kylian Mbappé noch Erling Haaland zu verpflichten, meint Ordás. Ein ablösefreier Spieler wie Alaba sei hingegen kein Problem.
Bei Pérez klang das deutlich pessimistischer. "Real Madrid ist in einer sehr schlechten wirtschaftlichen Situation. In zwei Spielzeiten hat Real Madrid 400 Millionen Euro verloren", berichtete der Präsident in der TV-Sendung.
Im Interview mit dem Radiosender "Cadena Ser" meinte Pérez im Hinblick auf Mega-Transfers von Spielern wie Mbappé: "Das wird es ohne die Superliga nicht geben. Nicht für Madrid und auch für niemanden sonst", was sich mit der Einschätzung von Ordás deckt.

Alaba zu Real: Eine einmalige Chance

Blickt man auf den Geschäftsbericht der Spanier aus der vergangenen Saison, ist jedoch nicht klar, woher Pérez diese immensen Verluste herleitet. Denn in der Bilanz für das Geschäftsjahr 2019/20 heißt es, der Verein habe "nur" 42 Millionen Euro weniger eingenommen. Das Betriebseinkommen sank von 757 Millionen Euro (2018/2019) auf 715 Millionen Euro.
Eine Verpflichtung von Noch-Bayern-Star Alaba werden sich die Spanier auf jeden Fall nicht entgehen lassen. Denn die Chance, einen zweimaligen Triple-Sieger ablösefrei zu bekommen, noch dazu im besten Fußballer-Alter, bietet sich auch einem Top-Klub wie Real nicht häufig.
Ob sich dadurch ein paar Millionen Euro Schulden mehr oder weniger ergeben, spielt dann vermutlich aus Sicht der Königlichen auch keine Rolle mehr.
Das könnte Dich auch interessieren: Kimmich über möglichen Alaba-Wechsel: "Nicht ganz so schlecht"

Pérez gibt nicht auf: "Super League ist im Standby-Modus"

Bundesliga
Lewandowski bereit für "ewigen" Müller-Rekord
22/04/2021 AM 10:56
Champions League
Protest gegen Klubführung: ManUnited-Fans stürmen Trainingsplatz
22/04/2021 AM 09:58