"Ich übernehme die Verantwortung und was auch immer passieren muss, wird passieren." So nüchtern analysierte Zinédine Zidane auf der Pressekonferenz nach dem Spiel das reale Pokal-Debakel bei Alcoyano.
Man werde sehen, "was die nächsten Tage passiert", ergänzte der Franzose vielsagend. Doch mit einer Entlassung muss Zidane offenbar (noch) nicht rechnen.
Nach Informationen der "Marca" will man dem Coach in Madrid noch eine Chance geben. Besonders ein Grund könnte dabei ausschlaggebend sein: Der Weltmeister von 1998 gilt im Transferpoker um PSG-Star Kylian Mbappé als Ass im Ärmel der Königlichen.
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Der junge Landsmann Zidanes ist allgemein bekannt ein großer Fan des Real-Trainers. Eine vorzeitige Entlassung könnte damit auch den erwünschten Wechsel von Mbappé im Sommer gefährden. Der spanische Eurosport-Redakteur Félix Martin ist daher überzeugt, dass die Verantwortlichen Zidane in nächster Zeit nicht feuern werden.

Zinédine Zidane bei Mbappé-Poker entscheidend?

"Der Anführer des neues Projekts soll Mbappé sein. Jeder weiß, dass Zidane bei den Verhandlungen eine entscheidende Rolle spielt, um den Kontakt mit Mbappé aufrechtzuerhalten", meint der Fußball-Experte aus Spanien. Allerdings sei bei Real in letzter Konsequenz "niemand unersetzbar". Der Mannschaft stehe jedoch ein großer Umbruch bevor und Zidane könne diese Umstrukturierung anführen, prophezeit Martin.
Der Plan um Mbappé könnte daher am Ende auch den Posten des Coaches und die Vertragsverhandlungen mit Kapitän Sergio Ramos beeinflussen.
Als Hauptgrund der aktuellen Ergebniskrise sieht Martin allerdings dennoch Zidane. "Ein Trainer sollte eigentlich die Ideen bereitstellen und die Spieler diese ausführen. Aber hier scheint es so, als hätte der Coach keine einzige Idee, wie die Mannschaft spielen soll, oder auch ein Muster, dem er folgen könnte, wenn während des Spiels etwas schief läuft", sagt der Redakteur von Eurosport.es. Dem Team fehle die Intensität, es gebe keine "Ideen vom Coach und ein sehr schlechtes Management".
Als Beispiel nannte Martin den Fitnesszustand vieler Real-Stars. Die Schuld liege dabei alleine bei Zidane: "Er ist der Trainer und seine Hauptaufgabe besteht darin, das Team zu managen. Seit Saisonbeginn setzt er nur auf einen Kern von 13 oder 14 Spielern. Als Konsequenz daraus hat der Rest der Mannschaft nicht das Niveau, das es benötigt, um für Real Madrid zu spielen."

Real verliert auch in der Liga Punkte

Man könne sich über eine ganze Saison nicht nur auf 13 Spieler verlassen, kritisierte Martin: "Ödegaard spielt nicht, Isco ist nicht fit. Odriozola hat sich gestern fast verletzt, Mariano bekommt keine Einsatzchancen und Jovic musste gehen. Das schlechte Management ist die Schuld von Zidane. Er sollte jeden einzelnen Spieler irgendwie mit der Mannschaft verbunden halten."
Nicht nur gegen Alcoyano war kein Plan und keine Gemeinschaft zu spüren. In der Vorwoche hatten die Madrilenen im spanischen Supercup bereits eine bittere Niederlage gegen Athletic Bilbao (1:2) hinnehmen müssen. In der Liga patzte Real zuletzt auch zwei Mal gegen Teams aus dem Tabellenkeller. Gegen Elche (1:1) und Osasuna (0:0) ließ das Team von Zidane wichtige Punkte liegen. Nicht nur deshalb liegt Stadtrivale Atlético Madrid (41 Punkte) aktuell mit Abstand vor den Königlichen (37).
Verliert Real auch in der Liga endgültig den Anschluss und damit die Chance auf die Verteidigung der Meisterschaft, steigt der Druck auf Zidane. Vielleicht kann ihn dann auch nicht mehr das Argument Mbappé retten.
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