Eden Hazard schnappt sich im Strafraum den Ball, ignoriert Kapitän Karim Benzema, der das Zuspiel fordert. Stattdessen nimmt der Belgier den Ball mit einer wendigen Bewegung mit und zieht mit seinem schwächeren linken Fuß scharf und flach ab.
Nur eine Glanzparade von Bilbaos Schlussmann Julen Agirrezabala verhindert vergangene Woche Hazards ersten Treffer für die Königlichen seit acht Monaten.
Die Beweglichkeit, die Ballmitnahme und der Abschluss erinnerten an den Hazard, der im Sommer 2019 für 115 Millionen Euro vom FC Chelsea in die spanische Hauptstadt transferiert worden war. "Er hat innen mit Karim gut kombiniert. Beide haben es versucht", lobte Trainer Carlo Ancelotti den Belgier nach dem 2:1-Auswärtssieg bei Atletic Bilbao. Im ersten Durchgang hatte er bereits die 2:0-Führung durch den französischen Topstürmer eingeleitet.
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Drei Tage zuvor beim enttäuschenden 0:0 gegen den FC Cádiz hatte der Flügelspieler erstmals seit November 2019 wieder über die volle Spielzeit für Real Madrid auf dem Feld gestanden. "Es war überraschend, ihn 90 Minuten auf dem Feld zu sehen nach seinen Leistungen in der jüngeren Vergangenheit", erklärt Fußball-Experte Jorge Ordás von Eurosport Madrid.
Noch vor zwei Monaten hatte Ancelotti vor dem Spiel gegen Osasuna gesagt: "Er ist bereit. Aber er hat einen Trainer, der andere Spieler vorzieht."

Eden Hazard im Duell mit Unai Nunez

Fotocredit: Getty Images

Hazard in Madrid ohne Fortune

Seit seinem Wechsel vor zweieinhalb Jahren in die spanische Hauptstadt läuft der Belgier seiner Form hinterher. Mit den Vorschusslorbeeren von 202 Torbeteiligungen aus 352 Spielen für die Blues galt Hazard bei den Königlichen als Königstransfer. Doch in Madrid blieb er seither - auch aufgrund zahlreicher Verletzungen - weit hinter den in ihn gesetzten Erwartungen zurück: "Jeder weiß, dass er nie sein Chelsea-Level erreicht hat", sagt Ordás.
In 57 Pflichtspielen für Real Madrid erzielte Hazard magere fünf Tore und bereitete neun weitere vor. Nur alle 217 Minuten ist er im Trikot der Madrilenen an einem Treffer beteiligt. "Ich weiß, dass es sein Traum war, für Real Madrid zu spielen. Es ist eine Schande, dass es noch nicht geklappt hat, wie es jeder gerne hätte", bedauerte Teamkollege und Landsmann Thibaut Courtois.
Bei seiner Ankunft im Bernabéu hatte Hazard 2019 gesagt: "Es war ein Traum, hier ins Bernabéu zu kommen und alle Fans zu sehen. Dieses weiße Trikot bedeutet mir sehr viel. Real Madrid ist der beste Klub der Welt."

Traum droht zum Albtraum zu werden

Der Traum drohte bislang zum Albtraum zu werden. Auch in dieser Spielzeit kam der 30-Jährige kaum zum Zug. Seit dem ersten Ligaspiel im August blieb Hazard ohne Torbeteiligung und war über weite Strecken der Hinrunde nicht mehr als ein Ergänzungsspieler.
Auf seiner angestammten Position auf Linksaußen brillierte der Brasilianier Vinícius Júnior in dieser Saison mit 15 Treffern in 19 Spielen. Auf der anderen Seite in Ancelottis bevorzugter 4-3-3-Formation hatten der Spanier Marco Asensio und Vinícius' Landsmann Rodrygo die Nase vor dem Belgier.
Immer wieder kursierten in der Vergangenheit deswegen Wechselgerüchte. Zuletzt hatte der "Mirror" berichtet, Real wolle den Belgier bereits im Winter abgeben, um das üppige Gehalt von umgerechnet 488.000 Euro pro Woche einzusparen. Laut der "Marca" stehe Hazard, der noch bis 2024 in Spanien unter Vertrag steht, auf einer Streichliste von Real-Präsident Florentino Pérez. Zuletzt rankten sich unter anderem Gerüchte über eine Rückkehr in die Premier League.
Egal ob in Madrid oder bei einem anderen Klub: Hazard benötigt mehr Spielzeit als die mageren 600 Minuten, die er in der laufenden Hinrunde sammelte - gerade im Hinblick auf die Weltmeisterschaft in Katar in einem Jahr. "Wir werden die Situation nach dem Sommer bewerten", beruhigte Belgiens Nationaltrainer Roberto Martínez zuletzt. Dennoch bezeichnete der 48 Jahre alte Spanier die derzeitige Situation um seinen Spieler im Interview mit "Eleven Sports" als "besorgniserregend".

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Ancelotti ruft offenen Kampf aus

Umso überraschender kommen nun die Worte von Trainer Ancelotti nach dem Spiel gegen Atletic Bilbao. "Er ist wieder da. Er ist wertvoll für das Team", lobte der ehemalige Bayern-Coach. "Ancelotti weiß, dass er alle verfügbaren Spieler benötigt", erklärte Eurosport-Experte Ordás aus Madrid aufgrund des randvollen Spielplans und der Pandemiesituation. "Er muss Hazard bereit halten."
Denn: Gegen Cádiz und Bilbao kam Hazard vor allem deshalb zum Einsatz, weil Asensio und der Brasilianer Rodrygo sich mit dem Coronavirus infiziert hatten.
Doch unabhängig von der Rückkehr des erkrankten Flügelduos glaubt Ancelotti: "Hazard kann in der zweiten Saisonhälfte eine Waffe für uns sein." Eine überraschende Aussage über einen Spieler, der offenbar auf der Abschussliste steht.
Doch Ancelotti eröffnet den Konkurrenzkampf um die dritte Position im Angriff der Königlichen hinter Benzema und Vinícius. "Hazard ist einer davon. Wenn er gute Leistungen zeigt, könnte er sich in die Startelf spielen", meint Eurosport-Experte Ordás.
Und so stehen dem Belgier zwei Türen offen: Der Abgang in die Premier League oder die Rückkehr in die Startelf der Madrilenen. Die Lobesyhmnen Ancelottis geben dem Belgier allemal Grund zur Hoffnung, dass sich sein königlicher Traum doch noch erfüllt.
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