Toni Kroos erlebt bei Real Madrid seinen x-ten Frühling - und bringt die Verantwortlichen ins Schwitzen
Toni Kroos erlebt aktuell bei Real Madrid seinen x-ten Frühling. Auch wenn bei der Ballon-d’Or-Gala in Paris andere Blancos die Preise abräumten, ist der Deutsche aus dem Team nicht wegzudenken. Nach seiner jüngsten Performance im Clásico überschlug sich die spanische Presse geradezu. Derweil werden die Verantwortlichen immer nervöser. Kroos' Zukunft über den Sommer hinaus ist nämlich ungewiss.
Toni Kroos (l.) mit Luka Modric
Fotocredit: Imago
Real Madrid war bei der Ballon-d’Or-Gala im Pariser Théâtre du Châtelet allgegenwärtig.
Wieder einmal, muss man sagen, stellten die Königlichen doch mit Fabio Cannavaro (2006), Cristiano Ronaldo (2013, 2014, 2016, 2017) und Luka Modric (2018) drei der fünf Sieger der vergangenen 16 Jahre.
Es war also wenig überraschend (und völlig verdient), dass mit Karim Benzema auch im Jahr 2022 wieder ein Königlicher mit dem Goldenen Ball ausgezeichnet wurde. Überreicht wurde ihm dieser übrigens von Real-Legende Zinédine Zidane, was ins Bild passte.
Mit Casemiro (Platz 17), Luka Modric (9), Vinícius Júnior (8) und Thibaut Courtois (7) landeten zudem vier weitere Blancos aus der vergangenen Saison unter den Top 20. Letzterer wurde zudem mit der Trophée Yashin für den besten Torhüter geehrt. Dass Madrid, Champions-League-Sieger und spanischer Meister 2021/22, nicht zum besten Team des Jahres gewählt wurde, mutet in diesem Zusammenhang fast absurd an.
Wer bei der Veranstaltung überraschenderweise gänzlich fehlte: Toni Kroos. Dabei ist es der 32-Jährige, der nach seinem furiosen Auftritt im Clásico gegen den FC Barcelona (3:1) derzeit in aller Munde ist.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/10/18/3474970-70846568-2560-1440.jpg)
Benzema bedankt sich: "Dieser Ballon d'Or gehört allen"
Quelle: Perform
Kroos glänzt im Clásico: "Das perfekte Spiel"
Der Deutsche glänzte nicht nur mit seiner sehenswerten Vorarbeit zum 1:0, in der Zeitung "El País" hochachtungsvoll als "Kathedrale in der Wüste" betitelt, sondern auch als Antreiber und Arbeiter.
Neben den meisten Ballaktionen (73) und Pässen (57) zeichnete Kroos auf Seiten der Königlichen für die meisten Tacklings (5) und Zweikämpfe (13) verantwortlich – von denen er übrigens starke 62% gewann.
"Kroos war sehr stark im Spielaufbau und auch defensiv", lobte Trainer Carlo Ancelotti im Anschluss. Die spanische Presse ging noch weiter.
Auch interessant: Drei Dinge, die im Clásico auffielen: Real stabil, Kroos grazil, Lewy und Barça labil
"Der Clásico war das Königreich von Kroos", schrieb beispielsweise die "Marca". Das Sportportal "El Desmarque" sah "Professor Kroos", der der jungen Barça-Zentrale um Pedri, Gavi und Frenkie de Jong eine "Fußball-Lehrstunde erteilte, die sie nie vergessen werden“.
Luka Modric, sein langjähriger Partner im Mittelfeld, sprach gar vom "perfekten Spiel" seines Nebenmannes.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/10/17/3474324.jpg)
Toni Kroos wurde für seine Leistung beim Clásico gefeiert
Fotocredit: Getty Images
Real Madrid: "Lehrer" Kroos nicht wegzudenken
Was sich trotz Nichtberücksichtigung bei Individual-Awards herauskristallisiert: Kroos, dem in den vergangenen Jahren schon ein ums andere Mal nachgesagt wurde, seinen Zenit überschritten zu haben, ist auch mit 32 Jahren nicht aus dieser Mannschaft wegzudenken und hat großen Anteil an den aktuellen Erfolgen.
Real ist in der laufenden Saison in 14 Spielen noch ungeschlagen, führt die Tabelle von La Liga mit 25 von 27 möglichen Punkten an. Ist Kroos fit, spielt er und geht voran. Mitte September führte er das weiße Ballett gegen RCD Mallorca (4:1) in seinem 371. Pflichtspiel sogar erstmals als Kapitän aufs Feld.
Natürlich drängt die Jugend um Neuzugang Aurélien Tchouaméni, Eduardo Camavinga und Federico Valverde in der Zentrale ins Team. Doch es ist gerade der Mix aus jugendlicher Spielfreude dieses Trios gepaart mit Reife, die Kroos und Modric ausstrahlen, der Real dieser Tage so stark macht.
Bezeichnend: Kroos lenkte nach dem Clásico die Aufmerksamkeit auf Valverde, der auf dem rechten Flügel ebenfalls vortrefflich spielte, und bezeichnete ihn auf Twitter als einen der aktuell drei besten Spieler der Welt. Der Empfänger bedankte sich unter dem Post artig: "Ich habe den besten Lehrer."
Harmonie, die Real um jeden Preis aufrecht erhalten will. Auch deshalb dürfte die Führungsetage in Madrid mit jedem Gala-Auftritt von Kroos nervöser werden. Dessen Zukunft in der spanischen Hauptstadt über den Sommer hinaus gilt nämlich alles andere als gesichert.
Real will verlängern, doch Kroos zögert
Zwar ließ Kroos in jüngerer Vergangenheit durchblicken, in seinem Karriereherbst keine neue Herausforderung mehr bei einem anderen Klub suchen zu wollen. Seine hochdekorierte Laufbahn nach der aktuellen Spielzeit gänzlich zu beenden, scheint aber eine Option, weshalb Kroos mit einer Vertragsverlängerung bislang zögert.
Die spanische Zeitung "AS" berichtete zuletzt, der 106-malige deutsche Nationalspieler wolle den geeigneten Zeitpunkt für ein Karriereende nicht verpassen.
Dass Real diesen noch nicht gekommen sieht und gerne verlängern würde, ist kein Geheimnis. "Er weiß ganz genau, was wir alle denken, ich, seine Teamkollegen, der Klub", sagte Ancelotti nach dem Clásico: "Wir müssen ihn nicht drängen, er ist so klug, und Madrid mag ihn so sehr, egal, welche Entscheidung er trifft: Wir werden glücklich sein."
Dennoch soll der Klub dem Deutschen laut "Marca" ein Ultimatum gestellt haben. Bis Februar wolle man Planungssicherheit für die kommende Saison.
Am liebsten mit Kroos. Denn wie er jüngst eindrucksvoll unter Beweis stellte, hat er dem Klub auf und neben dem Platz noch viel zu geben. Ob als Spielgestalter, Leader - oder eben als Lehrer.
Das könnte Dich auch interessieren: Courtois ätzt wegen Ballon-d'Or-Wahl: "Kannst nicht mehr tun"
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/10/18/3474940-70845973-2560-1440.jpg)
"Wie ein guter Wein": Benzemas Weg zum Ballon d'Or
Quelle: Perform
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/03/05/image-04548325-c467-4327-9c31-0604a461cb71-68-310-310.jpeg)