FC Arsenal: Gereifter Pierre-Emerick Aubameyang hält Gunners am Leben

Pierre-Emerick Aubameyang sorgt mit seinen Toren derzeit im Alleingang dafür, dass der FC Arsenal in der Premier League nicht den Anschluss an die Champions-League-Plätze verliert. Doch nicht nur vor dem gegnerischen Tor ist der Gabuner Gold wert, auch abseits des Platzes hat er sich weiterentwickelt. Ein Schritt, den ihm nach seiner Zeit in Dortmund sicher nicht jeder zugetraut hat.

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"Vielleicht war es nicht der beste Weg für den ich mich entschieden habe, aber jeder weiß, dass Auba verrückt ist - und ja, ich bin ein verrückter Junge, hahahaha!" Mit diesem Instagram-Post verabschiedete sich Pierre-Emerick Aubameyang am 31. Januar 2018 einst von Borussia Dortmund.
Das unschöne Ende einer viereinhalbjährigen Beziehung, aus der sich der Gabuner am Ende mit Streiks und Suspendierungen herausgeekelt hatte. Davor der ständige Wechsel zwischen Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Zwischen Toren am Fließband (141 in 213 Spielen) und unerlaubten Flügen nach Mailand. Toren und Nike-Logos im Haar. Toren und unerlaubten Werbedrehs.
Ganz so traurig war man in Dortmund trotz der Zahlen also nicht, als Aubameyang in besagtem Frühjahr nach London zum FC Arsenal weiterzog. Wer mit damals 28 Jahren nicht erwachsen war, der wird es nie. Oder?
Etwas mehr als anderthalb Jahre später lässt sich festhalten: Doch!

Aubamayang reift neben dem Platz

Mittlerweile glänzt Aubameyang nicht mehr nur mit Treffern, sondern auch als Anführer auf und - was vielleicht noch wichtiger ist - neben dem Platz.
"Er ist im Vergleich zu letztem Jahr reifer geworden", lobte Arsenal-Coach Unai Emery seinen Top-Stürmer Anfang Oktober:
Jüngst wurde Aubameyang von den Gunners zum Vize-Kapitän ernannt. Interne Querelen und Skandale? Fehlanzeige! Bis auf einen Strafzettel vor etwas mehr als einem Jahr hat er sich in London nichts zu Schulden kommen lassen.

Aubameyang kümmert sich um die jungen Spieler

Auch für seinen Umgang mit jüngeren Spielern wird Aubameyang innerhalb des Teams geschätzt.
Ende September schwärmte Neuzugang Gabriel Martinelli in einem Interview mit dem TV-Sender "Globo Esporte" über seine erste Begegnung mit dem Gabuner: "Er kam und setzte sich neben mich, sprach mich auf portugiesisch an und wollte quatschen", so der 18-jährige, der im Sommer aus Brasilien auf die Insel gewechselt war und zu diesem Zeitpunkt kein Wort englisch gesprochen hatte:
Auch Rekordneuzugang Nicolas Pépé (kam im Sommer für 80 Millionen Euro aus Lille) nahm Aubameyang direkt nach seiner Ankunft unter seine Fittiche. Am 5. Spieltag überließ er dem Ivorer im Heimspiel gegen Aston Villa beim Stand von 0:1 sogar einen enorm wichtigen Elfmeter, um dessen angekratztes Selbstbewusstsein wieder aufzubauen.
Diese Integrationsmaßnahmen tragen Früchte: Nicht nur besagten Elfmeter verwandelte Pépé, am vergangenen Donnerstag führte er die Gunners zudem mit einem späten Doppelpack zum 3:2-Comeback in der Europa League gegen Vitória Guimarães. Torschütze des dritten Arsenal-Treffers? Martinelli.

Aubameyang ist Arsenals Lebensversicherung

Am wichtigsten bleibt Aubameyang für Arsenal jedoch weiter vor dem gegnerischen Tor. 7 der 13 Liga-Treffer gehen auf das Konto des 30-Jährigen. Dabei erzielte er sechsmal den entscheidenden Treffer, der den Gunners entweder einen Sieg oder zumindest noch ein Unentschieden einbrachte.
"Ich weiß nicht, ob es die beste Form ist, die ich jemals hatte. Aber es ist auf jeden Fall eine sehr gute, deswegen will ich sie auch beibehalten", erklärte Aubameyang jüngst, nachdem er die Auszeichnung zum Spieler des Monats September abgestaubt hatte.
Allerdings nimmt die Abhängigkeit von Aubameyangs Toren - ähnlich wie bei seinem langjährigen Konkurrenten Robert Lewandowski beim FC Bayern - mittlerweile besorgniserregende Züge an. Spielerisch konnte Arsenal in der laufenden Saison nämlich noch nicht überzeugen, zudem wackelt die Abwehr (wettbewerbsübergreifend 14 Gegentore) gewaltig.
Mit 15 Punkten rangieren die Gunners derzeit auf Rang fünf der Tabelle. Ohne Aubameyangs Treffer wären es ganze neun Zähler weniger.

Arsenal und Aubameyang: Die Champions League ist das Ziel

Der Stürmer gibt sich dennoch zuversichtlich:
Wie wichtig das Erreichen der Champions League für den 30-Jährigen ist, zeigte nicht erst Aubameyangs "Clown"-Scharmützel mit BVB-Boss Hans-Joachim Watzke Anfang Oktober.
Im Alleingang wird der Gabuner sein Team nicht in die Königsklasse schießen können. Das weiß Aubameyang. Auch deshalb hat er sich in London weiterentwickelt.
Vom "verrückten Jungen" zum Teamplayer und Leader.
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