ManCity: Pep Guardiola nach der Derbypleite gegen ManUnited so schlecht wie nie

Manchester City und Trainer Pep Guardiola schlittert in dieser Spielzeit von einer Minikrise in die nächste. Dem Erfolg in der Champions League gegen Real Madrid und dem anschließenden Gewinn des League Cups folgte der nächste Nackenschlag mit der Derbypleite in der Premier League gegen Manchester United. Dabei ist die Niederlage gegen den ungeliebten Nachbarn für Pep nur die Spitze des Eisbergs.

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Pep Guardiola hockte verlassen in seiner Coachingzone im Theatre of Dreams und schlug verzweifelt die Hand vors Gesicht.
Der Erfolgstrainer wirkte ob des 0:1-Rückstandes seiner Mannschaft im Stadtduell gegen Manchester United ratlos, was sich auf seine Spieler auf dem Rasen zu übertragen schien. Obwohl Manchester City das Derby optisch mit mehr als 72 Prozent Ballbesitz dominierte, kamen sie nur selten in die Gefahrenzone der Hausherren.

Derbypleite ein neuer Tiefpunkt für Guardiola und City

Lediglich sieben Torschüsse resultierten aus der Scheindominanz des (noch) englischen Meisters. Aufseiten der Red Devils waren es dagegen fast doppelt so viele (12). Das Team des nicht unumstrittenen Coaches Ole Gunnar Solskjaer verdiente sich nicht zuletzt durch eine konzentrierte Abwehrleistung den viel umjubelten 2:0 (1:0)-Heimerfolg.
"Defensiv haben wir heute sehr solide agiert und hätten schon im ersten Durchgang mehr als ein Tor machen können. In der zweiten Hälfte standen wir tiefer, haben als Team gut verteidigt und verdient gewonnen", lobte United-Kapitän Harry Maguire den Auftritt seiner Nebenleute.
Die zweite Derbypleite binnen einer Spielzeit ist dagegen für Guardiola und seine Schützlinge ein neuer Tiefpunkt. Noch nie musste der 47-Jährige in seiner glorreichen Laufbahn als Trainer so viele Niederlagen in einer Saison hinnehmen - an der Zahl sieben - wie in dieser und es sind ja immerhin noch zehn Spiele für City in der Premier League zu gehen.

City hinkt Liverpool und den Ansprüchen hinterher

Natürlich ändert die Niederlage gegen den ungeliebten Nachbarn an der Ausgangslage im Saisonendspurt wenig, außer, dass der FC Liverpool bereits vor dem direkten Aufeinandertreffen der beiden Schwergewichte am 5. April (17:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) den amtierenden Champion aus eigener Kraft entthronen kann.
Der große Meisterschaftsrivale aus dem Vorjahr ist trotz kleiner Schwächephase inzwischen um 25 Zähler an der Spitze enteilt.
Hatten die Skyblues zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr noch elf Zähler mehr auf dem Konto, geht es dieses Mal nur noch um den undankbaren zweiten Rang hinter den Reds.
Doch nicht nur auf dem Papier sind die Citizens meilenweit von ihrer Fabelsaison aus dem Vorjahr entfernt. Vom einstigen Abwehrbollwerk ist nicht mehr viel übrig, was auch daran liegt, dass Aymerick Laporte verletzungsbedingt bislang gerade einmal acht Einsätze vorweisen konnte. Weder Nicolás Otamendi, noch John Stones oder Aushilfsinnenverteidiger Fernandinho konnten den Abwehrchef adäquat ersetzen.
Und nicht nur in der Defensive drückt der Schuh: Ohne den an der Schulter verletzten Kevin De Bruyne, der in den vergangenen Wochen der Dreh- und Angelpunkt im Spiel nach vorne war, fehlte gegen United die zündende Idee und die nötige Durchschlagskraft im letzten Drittel.

Guardiola überrascht nach Derbypleite: "Haben sehr gut gespielt"

"Das ist ein sehr schlechter Tag für uns. Es ist nicht akzeptabel, so aufzutreten und auf diese Weise zu verlieren", fand Regisseur Bernardo Silva nach der Partie deutliche Worte.
Guardiola hingegen widersprach seinem Schützling umgehend und wollte besonders von fehlender Motivation nach der Niederlage im Old Trafford nichts wissen. "Wir haben sehr gut gespielt. Haben denn meine Spieler nicht genügend Motivation gezeigt, indem sie früh gepresst und die Gegenspieler gestört haben, damit diese lange Bälle spielen mussten", fragte der ehemalige Bayern-Trainer ironisch und legte nach:

Guardiola lässt Zukunft bei City weiter offen

Trotzdem monierte auch Pep die fehlende Effektivität in der Spitze. "Vielleicht fehlte uns im Torabschluss die letzte Entschlossenheit. Unsere Offensivspieler haben Qualität, aber in solchen Momenten fehlt uns ein echter Stürmer", verteilte der Katalane einen kleinen Seitenhieb in Richtung der Adressen Gabriel Jesus und Sergio Agüero.
Dabei sah es nach dem 2:1-Hinspielsieg im Achtelfinale der Champions League bei Real Madrid und dem Gewinn des League Cups (2:1 gegen Aston Villa) noch danach aus, als steuere City trotz des astronomischen Rückstandes auf Liverpool und der drohenden zweijährigen Europacup-Sperre einem versöhnlichen Saisonausklang entgegen - bis zum nächsten Nackenschlag in der Liga.
Wie es um die Zukunft des amtierenden Meisters und Guardiola bestellt ist, ist daher weiter offen. Der Katalane ließ sich diesbezüglich naturgemäß nicht in die Karten schauen:
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