FC Bayern München: Jérôme Boateng dreht gegen den FC Augsburg die Zeit zurück

Nur wenig deutete im vergangenen Sommer darauf hin, dass Jérôme Boateng zum derzeitigen Zeitpunkt der Saison überhaupt noch das Trikot des FC Bayern tragen würde. Doch der 31-Jährige kämpfte sich trotz aller Widerstände zurück und ist aktuell nicht mehr aus der ersten Elf des deutschen Rekordmeisters wegzudenken. Gegen den FC Augsburg ebnete Boateng seiner Mannschaft sogar den Weg zum Erfolg.

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Die Offensivabteilung des FC Bayern um Torschütze Thomas Müller wusste, bei wem sie sich für die lang ersehnte Führung im bayerischen Derby gegen den FC Augsburg zu bedanken hatte. Die Jubeltraube nahm Jérôme Boateng umgehend in ihrer Mitte auf - David Alaba und Joshua Kimmich herzten ihren Mannschaftskollegen gar innig.
Grund für die Münchener Ekstase war die 53. Minute in der Allianz-Arena: Die Hausherren schoben sich den Ball etwas uninspiriert in der eigenen Hälfte auf Höhe des Mittelkreises zu, ehe Boateng den Kopf hob, Tempo aufnahm und den Geistesblitz hatte, den der FC Bayern in einer bis dato zerfahrenen Partie so dringend benötigte.

Müller adelt "Quarterback" Boateng

Der 31-Jährige chippte den Ball im Stile eines Quarterbacks, der Spielmacher im American Football, chirurgisch genau hinter die Augsburger Abwehrkette auf den Schlappen des eingelaufenen Müller, der zur Münchener Führung einnetzte - eine geniale Koproduktion der beiden ausgebooteten Ex-Nationalspieler.
"Am Ende ist es schon die Qualität von Bayern. Dieser Ball von Boa (Jérôme Boateng; Anm. d. Red.) da rein, man kennt Thomas Müller für diese Läufe. Das machen sie einfach sehr, sehr gut", musste Gäste-Keeper Andreas Luthe neidlos anerkennen.
Auch Profiteur Müller adelte seinen Teamkollegen im Anschluss an den 2:0 (0:0)-Arbeitssieg gegen die Fuggerstädter:

Boateng glänzt bei Comeback gegen Augsburg

Nach seinem krankheitsbedingten Ausfall gegen den FC Schalke im DFB-Pokal (1:0) knüpfte Boateng bei seinem Comeback nahtlos an seine starken Leistungen aus den vergangenen Wochen an.
Der ehemalige Nationalspieler ebnete dem deutschen Rekordmeister mit seinem Assist nicht nur den Weg zum 15. Pflichtspielerfolg in den vergangenen 16 Partien, sondern glänzte in der Innenverteidigung an der Seite von David Alaba mit einer konzentrierten und fehlerlosen Vorstellung. Er brachte fast 96 Prozent seiner Zuspiele an den Mann und eroberte ganze zehn Mal den Ball. Mit seinen gefürchteten Diagonalpässen aus der Tiefe erinnert der Weltmeister von 2014 in diesen Tagen sogar an eine jüngere Version von sich selbst.

Boateng: Last-Minute-Transfer zu Juve platzte

Dabei vermuteten wohl die wenigsten Bayern-Anhänger zu Beginn der Saison, dass Boateng zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch das Trikot des FC Bayern tragen könnte. Schließlich legte Ex-Präsident Uli Hoeneß seinem Abwehrmann in der vergangenen Sommer-Transferperiode nahe, "den Verein zu verlassen" und stellte ihn damit endgültig auf das Abstellgleis.
Letztlich platzte jedoch ein Last-Minute-Transfer zu Juventus Turin, weshalb der extrovertierte Innenverteidiger in der bayerischen Landeshauptstadt verweilen musste. Im Winter unternahm er einen neuen Anlauf, dem Rekordmeister den Rücken zu kehren, doch dieses Mal machte ihm das Verletzungspech einen Strich durch die Rechnung.
Da vor der Winterpause neben dem etatmäßigen Abwehrchef Niklas Süle sowohl Rekord-Neuzugang Lucas Hernández als auch Aushilfsinnenverteidiger Javi Martínez verletzungsbedingt ausfielen, musste Boateng abermals bleiben und in die Bresche springen - dies tat der gebürtige Berliner allerdings mit Bravour.

Hernández sucht weiter nach seiner Rolle

Obwohl sich das Lazarett mittlerweile wieder gelichtet hat, ist der 31-Jährige nach wie vor ein fester Bestandteil der Mannschaft von Trainer Hansi Flick, den Boateng selbst sehr schätzt. "Er ist sicher einer der Gründe, warum ich geblieben bin", betonte er kürzlich und führte aus:
In der aktuellen Form ist Boateng nicht aus der ersten Elf des amtierenden Meisters wegzudenken - auch zum Leidwesen des 80-Millionen-Euro-Manns Hernández, der bei den Bayern nach wie vor seine Rolle im Defensivverbund sucht.
Trotz seines mittlerweile auskurierten Innenbandrisses im Sprunggelenk stand der Franzose in diesem Kalenderjahr lediglich beim 3:2-Erfolg gegen den SC Paderborn in der Startformation - auch, weil Boateng aufgrund einer Gelbsperre fehlte.
Auf der rechten Innenverteidigerposition fühlt sich der Linksfuß allerdings auch nicht so recht wohl. Deswegen glänzt dort nun Boateng neben David Alaba.
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