Der FC Chelsea lag bereits in Trümmern, da verzweifelte Timo Werner am ultimativen Endgegner - der Eckfahne. Abgekämpft wollte der deutsche Angreifer nach einem Abend zum Vergessen nur schnell den Standard ausführen. Der 24-Jährige trat jedoch unbeholfen gegen die Flagge, der Ball kullerte traurig ins Feld, und Werner tat sich dabei auch noch weh. Mit schmerzerfülltem Gesicht ging er in die Knie. Die Sozialen Medien explodierten vor Häme für den Flauten-Stürmer: Der bisherige Tiefpunkt der Chelsea-Krise.

Dieser symbolträchtigen 88. Minute des Premier-League-Topspiels gegen ein übermächtiges Manchester City (1:3) folgten mit Schlusspfiff die Spekulationen. Ist Teammanager Frank Lampard noch tragbar? Laut dem Portal "The Athletic" sei der Job des 42-Jährigen "ernsthaft in Gefahr". Zudem sei das Verhältnis zwischen dem Trainer und einigen Spielern angespannt.

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Lampard ist seit 2019 Trainer des FC Chelsea und hat bei den Blues noch einen Vertrag bis 2022. Ob er diesen auch erfüllen wird, bleibt abzuwarten. Denn der Klub des russischen Eigners Roman Abramowitsch soll sich bereits mit Nachfolge-Szenarien beschäftigen, der bei Paris St. Germain geschasste Thomas Tuchel war zuvor medial ein Thema.

Und auch "Bild" berichtete zuletzt, dass Tuchel bei Chelsea ein heißer Kandidat sei, falls Lampard gehen muss. Laut "transfermarkt.de" soll auch RB-Trainer Julian Nagelsmann in den mittelfristigen Planungen von den Blues-Verantwortlichen eine Rolle spielen.

Lampard bleibt trotz Kritik gelassen

Klar ist: Vereinsikone Lampard hat im Sommer rund 250 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben - und weist mit 1,67 Zählern den schwächsten Punkteschnitt aller Chelsea-Coaches seit dem Abramowitsch-Einstieg 2003 auf. Vier der vergangenen sechs Ligaspiele hat er vergeigt, die Champions-League-Ränge geraten außer Sichtweite. Dabei wollten die Blues dem FC Liverpool den Meistertitel streitig machen.

Lampard gab sich nach der erschreckenden Pleite gegen City noch gelassen. Angst um seinen Job? "Ich bin nicht besorgt", sagte er nach der Partie, in der ein Klassenunterschied zu sehen war: "Ich habe die Mannschaft gerade noch einmal daran erinnert, dass ich schwierige Phasen erwartet habe." Schon das 1:3 beim FC Arsenal am Boxing Day und das 1:1 gegen Aston Villa hatten die Gemüter erhitzt.

Werner und Havertz können bislang nicht überzeugen

"Ich glaube nicht, dass Frank noch viel Zeit bekommt", sagte Irlands früherer Fußball-Star Roy Keane bei "Sky". Recht hat er, denn Auftritte wie gegen die Citizens sind nicht zu vertreten. Werner hat nun seit zwölf Spielen kein Tor erzielt, Kai Havertz kommt nach schwererem Corona-Verlauf nur von der Bank. Beide kosteten zusammen 143 Millionen Euro, als sie aus Leipzig und Leverkusen kamen. Wenn Lampard das Duo nicht schnell in Schwung bringt, wird er sehr wahrscheinlich ersetzt.

Seine Erklärung für die Probleme der Jungprofis klingt von Woche zu Woche ähnlich: Sie müssten sich erst daran gewöhnen, wie es in der beinharten Liga zugeht. "Kai ist jung und Timo ist jung und sie haben noch nie in der Premier League gespielt", sagte Lampard: "Viele Erwartungen sind einfach nicht realistisch."

Nun erspielte sich sein Team aber zuletzt kaum noch Chancen. City filetierte Chelseas Defensive ohne Dauer-Reservist Antonio Rüdiger in erbarmungsloser Manier, und Werner verhungerte in der Spitze. Ob auf dem Flügel oder im Zentrum - nirgends überzeugte er bislang komplett. Vier Tore in 17 Ligaspielen sind zu wenig. Vor allem Werner muss Lampard schnell wieder hinkriegen - oder er ist weg.

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(mit SID)

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