Drei Dinge, die bei Manchester City gegen Manchester United auffielen: Ein himmelblauer Unterschied

Manchester City lässt dem ungeliebten Stadtrivalen Manchester United im prestigeträchtigen Derby keine Chance und siegt völlig verdient 4:1 (2:1). Die Skyblues untermauern im zweiten Durchgang, dass die beiden Teams aktuell Welten trennen, auch dank Kevin De Bruyne und seinen Nebenmännern. Bei den Red Devils bereitet einiges Sorgen - vor allem die rechte Seite. Drei Dinge, die auffielen.

Manchester City ließ ManUnited keine Chance

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ManUnited-Trainer Ralf Rangnick schlenderte sichtlich ernüchtert über den perfekt gemähten Rasen des Etihad Stadiums, klatschte hier und da mit eigenen und gegnerischen Spielern ab.
Nur wenige Augenblicke zuvor hatte Schiedsrichter Michael Oliver das Derby für beendet erklärt, Rangnicks Jungs vom unbändigen Dauerdruck des ungeliebten Stadtrivalen erlöst. 1:4 hieß es am Ende aus Sicht der Red Devils, Manchester Citys Dominanz spiegelte das Resultat nur bedingt wider.
"Nachdem es 1:3 stand, war es extrem schwierig. Wenn du dann höher ins Pressing gehst, riskierst du ein viertes, fünftes oder sechstes Gegentor", sagte Rangnick nach dem Spiel bei "Sky". Der Coach bezog sich vor allem auf die zweite Halbzeit, in der die Citizens keinerlei Zweifel an ihrer innerstädtischen Vormachtstellung ließen.
In den ersten 45 Minuten hatte United noch einigermaßen dagegengehalten, zwischenzeitlich hatte der ehemalige Dortmunder Jadon Sancho in sehenswerter Manier den Ausgleich erzielt. Weil Kevin De Bruyne und dessen Nebenmänner jedoch einen Sahnetag erwischten, war Sanchos Tor lediglich Ergebniskosmetik.
"Wir haben in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel gemacht. Aber das ist eine der zwei besten Mannschaften der Welt", sagte Rangnick und schob nach: "Wir sind in der zweiten Halbzeit an unsere Grenzen gestoßen." Eine gleichermaßen nüchterne wie korrekte Einschätzung, City bewegt sich tatsächlich auf einem anderen Level.
Drei Dinge, die im Manchester-Derby auffielen.

1. Ein himmelblauer Unterschied

Ein paar Zahlen zum Spiel gefällig? 70:30 Prozent Ballbesitz, eine Torschussausbeute von 24:5, wobei United nach dem Seitenwechsel keinen einzigen Ball mehr in Richtung City-Keeper Ederson brachte. 740 Skyblues-Pässen standen nach 90 Minuten 326 Zuspiele der Gäste gegebenüber.
Nackte Werte, die das Übergewicht des amtierenden Meisters belegen. War ManUnited in Halbzeit eins immerhin noch etwas ums Mitspielen bemüht, ergab sich Rangnicks Mannschaft, die ohne Superstar Cristiano Ronaldo auskommen musste (laut Rangnick litt der Portugiese an Hüftbeuger-Problemen), ihrem Schicksal nach dem Seitenwechsel vollumfänglich.
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Manchester United zog im Derby den Kürzeren

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City kombinierte sich nach Belieben durchs Mittelfeld, war bei den kleinsten Ansätzen eines gegnerischen Konters mit fünf bis sechs Spielern in der Restverteidigung und schaltete nach Ballgewinn blitzschnell um.
Die Folge: Chance um Chance für das Team von Trainer Pep Guardiola, das bei konsequenterer Nutzung selbiger noch deutlich höher hätte gewinnen können. Einzig David de Gea, der Schlussmann des englischen Rekordmeisters, verhinderte einen schlimmeren Ausgang aus United-Sicht.
Seit Amtsantritt Anfang Dezember verlor Interimscoach Rangnick in Englands Beletage im 14. Spiel erst zum zweiten Mal, die spielerische Kluft zu City war an diesem Sonntagabend allerdings derart immens, dass dem geneigten Zuschauer die Fantasie fehlen dürfte, dass diese in naher Zukunft geschlossen werden dürfte. Ein himmelweiter, ein himmelblauer Unterschied.

2. De Bruyne und Co. sind eine Augenweide

Zwei Tore und eine sehenswerte Vorlage zum 3:1 durch Riyad Mahrez, der ebenfalls zwei Treffer beisteuerte. De Bruynes Arbeitszeugnis konnte sich durchaus sehen lassen. Doch nicht nur das, was letztlich in den Statistikbüchern erschien, war imposant, De Bruynes gesamtes Spiel mutete wie ein fußballerisches Kunstwerk an.
Kein City-Akteur gab mehr Schüsse aufs Tor ab, niemand bereitete mehr Abschlüsse vor (5) oder wurde häufiger gefoult (3). Der technisch versierte Belgier war traditionell der Dreh- und Angelpunkt im Spiel des Tabellenführers. "Mein erstes Tor war ziemlich einfach, beim zweiten stand ich einfach richtig", gab De Bruyne sich im Anschluss am "Sky"-Mikrofon bescheiden und ergänzte: "Wir haben heute bewiesen, dass wir eine gute Mannschaft haben."
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Kevin de Bruyne von Manchester City

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Dazu trug der ehemalige Bremen- und Wolfsburg-Profi freilich nicht alleine bei. Die gesamte Offensivabteilung um Neuzugang Jack Grealish, Phil Foden und Mahrez zauberte sich regelmäßig durch die United-Hintermannschaft.
Im Vorfeld des 2:1 durch De Bruyne ließ Foden beispielsweise Gegenspieler Victor Lindelöf mit einem anspruchsvollen Lupfer enorm alt aussehen, Grealish wirbelte über die linke Seite, initiierte unzählige Angriffe mit seinem kongenialen Partner Bernardo Silva und Mahrez, in der ersten Halbzeit noch ohne große Anteile am Geschehen, stellte seine Qualität nach De Bruynes Ecke mit einer herrlichen Direktabnahme unter Beweis.
Der namhaften und hochwertigen Guardiola-Offensive hatte United nichts entgegenzusetzen.

3. Uniteds rechte Seite völlig überfordert

Schon nach wenigen Minuten wurde deutlich, in welchem Bereich Guardiola im Vorfeld die Schwachstelle des Gegners ausgemacht hatte. Nahezu jeder Vorstoß ging über den linken Flügel und dementsprechend über Uniteds rechte Defensivseite.
Es dauerte nicht lange, da hatte sich die Marschroute ausgezahlt: Silva setzte sich nach Zuspiel von Grealish durch und passte von der Grundlinie in den Rückraum, wo De Bruyne nur noch den Fuß hinhalten musste. In der Folge rollten weitere Angriffe auf die - an diesem Abend - bemitleidenswerten und überforderten Außenbahnspieler Anthony Elanga und Aaron Wan-Bissaka zu.
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Jack Grealish im Duell mit Aaron Wan-Bissaka

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Auch das Gegenpressing wurde vonseiten Citys intensiviert, sobald sich der Ball auf der rechten Bahn der Red Devils befand. Mit Erfolg: Aus Elangas missglücktem Befreiungsschlag resultierte das 2:1 für die Himmelblauen.
Auch später hatten Elanga und Wan-Bissaka dem trickreichen Grealish und dem emsigen Silva nur wenig entgegenzusetzen. Allerdings erfuhr das Duo auch viel zu wenig Unterstützung aus dem defensiven Mittelfeld.
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Guardiola über Ukraine-Krieg: "Politiker sind komplette Versager"

Quelle: Perform

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