FC Liverpool zahlt bis zu 100 Millionen Euro: Das ist Jürgens Klopps neuer Angreifer Darwin Núñez
Benfica Lissabon machte es in der Nacht von Sonntag auf Montag offiziell: Die Portugiesen haben sich mit dem FC Liverpool auf einen Transfer von Darwin Nuñez verständigt. Der Uruguayer gilt als Wunschspieler von Jürgen Klopp und avanciert mit einer festen Ablöse von 75 Millionen Euro zum zweitteuersten Neuzugang der Reds-Geschichte. Dass Liverpool so viel Geld in die Hand nimmt, hat gute Gründe.
Darwin Núñez wechselt nach Liverpool
Fotocredit: Getty Images
Die Nacht von Sonntag auf Montag: Heimlich, still und leise - um 0:44 Uhr Ortszeit - als etliche Fans bereits schliefen, veröffentlichte Benfica Lissabon ein kurzes, aber prägnantes Statement auf seiner Webseite. Der Klub informierte darüber, dass er bezüglich des Transfers von Darwin Núñez mit dem FC Liverpool eine Übereinkunft getroffen habe.
Die Ablösesumme beläuft sich laut Benfica auf 75 Millionen Euro, allerdings könne diese noch auf 100 Millionen Euro anwachsen. Die Vereinbarung sei natürlich nur dann gültig, wenn Núñez einen Vertrag beim englischen Spitzenverein unterschreibe.
Die Unterzeichnung eines Arbeitspapiers gilt jedoch nur noch als Formalie, übereinstimmenden Medienberichten zufolge habe Núñez sich mit Liverpool auf einen Sechsjahresvertrag bis 2028 geeinigt.
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Nach Virgil van Dijk, für den Liverpool im Januar 2018 satte 84,7 Millionen Euro auf den Tisch legte, würde Núñez zum zweitteuersten Neuzugang der Klubgeschichte avancieren, dank besagter Bonuszahlung könnte der Uruguayer den niederländischen Abwehrrecken sogar als Rekordtransfer ablösen.
Benfica: Nur João Félix brachte noch mehr Geld ein
Aufseiten Benficas wird Núñez indes den zweiten Rang der teuersten Abgänge einnehmen. Nur João Félix (wechselte 2019 für 127 Millionen Euro zu Atlético Madrid) spülte noch mehr Geld in die Kasse des portugiesischen Rekordmeisters.
Dass Núñez eines Tages für derart viel Aufsehen sorgen würde, war lange Zeit eine Utopie, der Weg aus Uruguay in die europäische Spitze wäre mit "steinig" noch wohlwollend beschrieben. Núñez, auf dessen Trikot sein Vorname "Darwin" prangt, wuchs in Artigas, direkt an der Grenze zu Brasilien, in ärmlichen Verhältnissen auf.
Sein Vater verdiente sein Geld als Bauarbeiter, seine Mutter sammelte Flaschen. "Ich bin oft mit leerem Magen ins Bett gegangen", erzählte er der Zeitung "El Observador". Er ergänzte: "Aber meine Mutter hat das noch häufiger getan, damit wir satt werden. Das vergesse ich nicht." Wie für viele Kinder in den Armenvierteln Südamerikas war der Fußball auch für Núñez der Silberstreif am Horizont, die Hoffnung auf ein besseres Leben.
Um seinem Traum näherzukommen, heuerte er im Jugendalter bei Peñarol, einem Profi-Klub im rund 600 Kilometer entfernten Montevideo an. Doch die große Entfernung zu seinen Eltern brachte Heimweh mit sich, darüber hinaus zog er sich im Alter von nur 17 Jahren einen Kreuzbandriss zu.
Núñez: "Manchmal wollte ich mit dem Fußball aufhören"
Umstände, die in Núñez sogar die Überlegung reifen ließen, die Fußballschuhe in jungen Jahren an den Nagel zu hängen. Das erklärte er gegenüber der uruguayischen Sportzeitung "Futbol": "Manchmal wollte ich mit dem Fußball aufhören."
Núñez verwarf den Gedanken und biss sich durch. In der Saison 2018/19 gelang ihm bei Peñarol der Sprung in die Profimannschaft, in der mit seinen Leistungen für Aufsehen sorgte. Erstmals in seinem Leben mit einem gewissen Wohlstand konfrontiert, holte er seine Familie schon bald zu sich in die Hauptstadt.
Nicht nur die Darbietungen bei seinem Verein weckten Begehrlichkeiten auf der anderen Seite des Atlantiks, auch in der U20-Nationalmannschaft Uruguays wusste der Angreifer zu überzeugen. Bei der U20-WM 2019 in Polen steuerte er in vier Spielen zwei Tore bei, eines davon übrigens beim 3:1 gegen die Auswahl Norwegens, für die seinerzeit übrigens ein gewisser Erling Haaland stürmte.
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Darwin Núñez im Dress der UD Almería
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Spätestens nach dem prestigeträchtigen Nachwuchsturnier stand Núñez in den Notizbüchern etlicher europäischer Klubs. Den Zuschlag erhielt der spanische Zweitligist UD Almería. Im Gegenzug zahlten die Andalusier 13 Millionen Euro an Peñarol.
Luis Suárez rührt Werbetrommel für Núñez
Doch die Segunda División sollte für Núñez lediglich als Durchgangsstation dienen. In seiner ersten Saison kam er auf beeindruckende 16 Tore in 32 Pflichtspielen. Statistiken, die viel größere Vereine auf den Plan riefen. Wie Barcelonas Superstar Luis Suárez einst in einem Stream auf der Gaming-Plattform "Twitch" verriet, empfahl er seinen Landsmann damals sogar bei den Blaugrana.
"Ich sagte zu ihnen: Habt ein Auge auf ihn", sagte Suárez und schob nach: "Er ist sehr gut und zeigt interessante Ansätze. Ich habe 15 Jahre internationale Erfahrung, ich weiß ein, zwei Dinge über Stürmer." Schließlich war Núñez' nächstes Ziel nicht die Katalonien-Metropole, sondern Lissabon.
Benfica sicherte sich die Dienste des damals 21-Jährigen für 24 Millionen Euro – und sollte die Investition nicht bereuen. Binnen anderthalb Jahren mauserte sich Núñez zu einem absoluten Top-Angreifer auf internationalem Parkett. Insbesondere seine Gala-Vorstellung Ende September vergangenen Jahres dürfte ihn in den Fokus eines breiteren Publikums gerückt haben.
Beim 3:0 der Portugiesen über das zum damaligen Zeitpunkt heftig strauchelnde Schwergewicht steuerte Núñez zwei Tore bei, vor allem sein Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0, in dessen Vorfeld er Barcelonas Eric García eingedreht hatte, sorgte für Jubelstürme in der Presse.
Núñez soll Sadio Mané beerben
Nach zwei Jahren im Dress der Adler geht es nun mit dem Arbeitsnachweis von 47 Toren aus 84 Pflichtspielen weiter in Richtung Liverpool. An der Mersey soll der 22-Jährige in die riesigen Fußstapfen von Sadio Mané treten, der voraussichtlich zeitnah zum FC Bayern weiterziehen wird. Núñez kann nicht nur im Sturmzentrum aufgeboten werden, sondern zur Not auch – ähnlich wie Mané - auf den Flügeln.
Die Anhänger des LFC dürfen sich auf einen temporeichen, dribbel- und abschlussstarken Offensivmann freuen, der zudem aufgrund seiner Körpergröße von 1,87 Meter auch eine gewisse Kopfballstärke mitbringt.
Die endgültige Verkündung wird schon bald erwartet – wahrscheinlich noch vor Anbruch der Nacht.
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