Manchester United erlebt Debakel gegen City: Ronaldo lässt Kollegen im Stich - Experte fordert Rauswürfe
VonThomas Gaber
Publiziert 07/03/2022 um 12:38 GMT+1 Uhr
Manchester United bekommt im Premier-League-Derby gegen Manchester City knallhart die Grenzen aufgezeigt. Der angeblich verletzte Cristiano Ronaldo fliegt lieber in die portugiesische Heimat und zieht so den Zorn seiner Mitspieler auf sich. Experten sprechen der Mannschaft den Charakter ab und fordern den Rauswurf einiger Mitläufer. Und mittendrin agiert ein weitgehend ratloser Ralf Rangnick.
Manchester United ging im Derby gegen City unter
Fotocredit: Getty Images
Cristiano Ronaldo machte die Biege. Während sich seine Kollegen von Manchester United im Derby gegen Manchester City vergeblich abstrampelten, zog es der 37-Jährige vor, den Sonntag in seiner portugiesischen Heimat zu verbringen.
Wegen einer (angeblichen) Verletzung am Hüftbeuger wurde Ronaldo von United-Trainer Ralf Rangnick nicht für das Stadtduell berücksichtigt.
Mehrere englische Medien berichten jedoch, dass sich der Superstars fit genug für einen Einsatz gefühlt habe, über Rangnicks Entscheidung, ihn nicht in den Kader zu berufen, dann aber so erbost gewesen sein soll, dass er es vorzog, in den Flieger nach Portugal zu steigen, anstatt seine Mitspieler im Etihad Stadium moralisch zu unterstützen.
Die Spieler der Red Devils sollen über Ronaldos Egotrip ziemlich irritiert gewesen sein, melden "Sun" und "Daily Mail".
Roy Keane kritisiert Ralf Rangnick
Rangnick stützte sich bei seiner Entscheidung auf medizinischen Rat: "Unsere Ärzte haben mir am Freitag gesagt, dass Ronaldo wegen Problemen am Hüftbeuger nicht trainieren könne. Das gleiche galt für Samstag."
Roy Keane, Uniteds Chefkritiker bei "Sky Sports UK", konnte mit dieser Aussage so gar nichts anfangen.
"Ich mag es nicht, wenn der Trainer über den Hüftbeuger spricht. Das verstehe ich nicht. Wir sprechen darüber, dass Ronaldo eine Maschine ist und immer wieder kommt der Hüftbeuger ins Spiel. Das passt nicht zusammen", sagte Keane. Hintergrund: Schon im Januar fehlte Ronaldo wegen Problemen am Hüftbeuger.
Keane mutmaßte, dass Ronaldo auf der Bank hätte Platz nehmen können. So aber musste der Portugiese die Klatsche von United zumindest nicht live vor Ort miterleben.
Pressestimmen: "Peinliches United in Derby-Desaster beschmutzt"
Das Duell mit dem Stadtrivalen war nämlich im Grunde keins. United war in allen Belangen unterlegen und hätte durchaus noch höher verlieren können. Selbst Rangnick musste zugeben, dass "wir in der zweiten Halbzeit an unsere Grenzen gestoßen sind."
Die Reaktionen auf der Insel fielen dementsprechend heftig aus. "Manchester City blamiert trübseliges United", titelte der "Mirror". Für den "Daily Star" wurde ein "peinliches United in einem Derby-Desaster beschmutzt."
Die TV-Experten machte vor allem die mangelnde Gegenwehr der Red Devils stutzig.
"Man kann immer ein Spiel verlieren. Aber es geht um die Art und Weise. Sie spielen gegen ein Topteam und gehen spazieren. Das ist doch nicht zu fassen! Am schlimmsten fand ich die Reaktion nach dem dritten Gegentor. United hat aufgegeben, sie haben das Handtuch geworfen", sagte Ex-United-Kapitän Gary Neville, der das Spiel "Sky Sports UK" mitkommentierte.
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Rangnick analysiert Derby-Pleite: "Von da an war es frustrierend"
Quelle: Perform
Roy Keane fordert Rauswurf von fünf, sechs Spielern
Auch für Roy Keane war Uniteds Reaktion nach dem zwischenzeitlichen 3:1 unverzeihlich. "Wenn du für United spielst, ist es inakzeptabel, nicht zurückzulaufen. Man muss den Spielern endlich klarmachen, dass sie ihre Egos in der Kabine lassen sollen. Fünf oder sechs Spieler sollten nie wieder für Manchester United spielen dürfen", polterte die Manchester-Legende.
Micah Richards, der zehn Jahre für Manchester City spielte, sprang Keane bei "Sky" zur Seite: "Es war, als hätten Männer gegen Kinder gespielt in der zweiten Halbzeit", sagte Richards und ergänzte in Richtung Keane: "Du hättest heute noch einen besseren Job gemacht als manche Spieler.“
Neville konnte sich auch am Tag danach noch nicht beruhigen. "Ich kann das immer noch nicht begreifen", schrieb Neville auf Twitter. United habe am Sonntag die Quittung bekommen für jahrelange schlechte Arbeit.
"City ist nicht nur auf dem Spielfeld besser. Gestern war ein passendes Denkmal für die letzten zehn Jahre der Misswirtschaft von Ed Woodward/Glazer", schrieb Neville.
Manchester United: Planlosigkeit bei Transfers und Trainerposten
Klubbesitzer Malcolm Glazer und der ehemalige CEO, Ed Woodward, wurden in der Vergangenheit von Experten und Anhängern des Vereins immer wieder für die Misserfolge von Manchester United verantwortlich gemacht.
Ihnen wird Planlosigkeit im Transfergeschäft und bei der Besetzung der Trainerposition vorgeworfen. Naturgemäß steht auch Ralf Rangnick stark in der Kritik, erst recht nach dem Offenbarungseid vom Sonntag.
"Der Manager hat schwerwiegende Fehler bei der Aufstellung und der Taktik gemacht. United lief von Anfang an ins Verderben", schrieb die "Sun".
Rangnicks Tage in Manchester sind gezählt - zumindest was den Trainerposten angeht. Es gibt offenbar Überlegungen im Verein, Rangnick als in anderer Funktion zu behalten.
Ralph Hasenhüttl Kandidat für Rangnick-Nachfolge
Als mögliche Trainer-Nachfolger fielen zuletzt immer wieder die Namen Mauricio Pochettino (derzeit Paris Saint-Germain) und Erik ten Hag (Ajax Amsterdam). Am Wochenende kam - etwas überraschend - ein Premier-League-Kollege Rangnicks dazu: Ralph Hasenhüttl.
Der "Mirror" schrieb vom wachsenden Interesse des Klubs am Österreicher, der seit Dezember 2018 erfolgreiche Arbeit beim FC Southampton abliefert.
Allerdings verriet der 54-Jährige vorige Woche im "kicker", dass er nicht mehr allzu lange Trainer sein möchte.
"Ich wollte mir immer beweisen, dass ich sehr wohl auch länger bei einem Verein arbeiten kann. Hier werden es hoffentlich fünfeinhalb Jahre werden, das ist im modernen Fußball eine verdammt lange Zeit, und dann war es das wahrscheinlich auch", erklärte Hasenhüttl.
2024 soll demnach Schluss sein. Ein ernsthafter Flirt mit Manchester United hätte jedoch sicher einen besonderen Reiz für Hasenhüttl - wenngleich seit geraumer Zeit nur noch der Name des Vereins an glanzvolle Zeiten erinnert.
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