Manchester United von Brighton & Hove Albion versenkt: Warum schon jetzt die Alarmglocken schrillen
Manchester United hat den Premier-League-Auftakt gegen Brighton & Hove Albion in den Sand gesetzt (1:2). Pascal Groß versenkte die Red Devils mit zwei Toren quasi im Alleingang. Im Anschluss hagelte es Kritik, sowohl Spieler als auch Verantwortliche gerieten in den Fokus. Bereits nach einem Spiel schrillen im Old Trafford die Alarmglocken. Neu-Trainer Erik ten Hag ist gefordert.
Manchester United hat den PL-Auftakt vergeigt
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Cristiano Ronaldo fand sich am Sonntagnachmittag in der ungewohnten Rolle des Reservisten wieder, musste zum Auftakt der neuen Premier-League-Saison vor heimischer Kulisse gegen Brighton & Hove Albion zunächst auf der Bank Platz nehmen.
Was er von seinen Teamkollegen bis zu seiner Einwechslung in der 53. Minute zu sehen bekam, passte dem Superstar überhaupt nicht, seine Animierungsversuche an Mannschaft und Publikum liefen bis dato gänzlich ins Leere.
Obwohl Manchester United den Seagulls zahlentechnisch in allen relevanten Punkten überlegen war, setzte es ein verdientes 1:2. Brightons erster Sieg überhaupt im legendären Old Trafford.
Zum Hauptdarsteller avancierte der gebürtige Mannheimer Pascal Groß, der bis 2017 das Trikot des FC Ingolstadt trug und während seiner Karriere 70 Mal in der Bundesliga sowie 118 Mal in der 2. Bundesliga zum Einsatz kam. Groß steuerte beide Treffer für die Mannschaft aus der englischen Küstenstadt bei (30., 39.).
Sané-Gerücht kalt, Arnautovic im Fokus
Schon früh in dieser Saison schrillen beim Rekordmeister die Alarmglocken, Ronaldo will nach wie vor weg, die Planungen bezüglich neuer Spieler sind längst nicht abgeschlossen. Während ein angebliches Interesse an Leroy Sané vom FC Bayern von Münchens Sportvorstand Hasan Salihamidzic vom Tisch gewischt wurde ("Nichts davon ist wahr!"), scheint das Buhlen um Marko Arnautovic vom FC Bologna schon konkreter zu sein.
Der routinierte Österreicher wird als möglicher Ersatz für CR7 gehandelt. Ein Umstand, der bei einigen United-Ikonen für Kopfschütteln sorgt. "Zu Arnautovic habe ich wirklich keinen Kommentar. Ich habe zu allem in der Welt etwas zu sagen, außer zu Manchester Uniteds Interesse an Marko Arnautovic", sagte beispielsweise Gary Neville im Anschluss an die Niederlage gegen Brighton bei "Sky".
Kritk an möglichem Arnautovic-Deal
Der langjährige Manchester-Rechtsverteidiger äußerte sich schließlich doch noch: "Falcao, Ibrahimovic, Cavani, Ighalo – wir haben diese verzweifelten Transfers in den letzten acht bis zehn Jahren alle schon gesehen. Es ist ein Muster. Ich werde gar nicht wütend, ich möchte es einfach nicht mehr kommentieren", so Neville mit Blick auf das Transfergebaren seines früheren Arbeitgebers.
Ex-Kapitän Roy Keane stellte hinsichtlich einer möglichen Arnautovic-Verpflichtung ausschließlich Fragen: "Wer trifft diese Entscheidungen überhaupt? Ist es der Coach? Der Sportdirektor? Der Geschäftsführer? Was passiert bei diesem Verein?"
Arnautovic war im vergangenen Sommer von Shanghai Port in die Emilia Romagna gewechselt, in der abgelaufenen Spielzeit gelangen dem Wiener wettbewerbsübergreifend immerhin 15 Tore in 34 Partien. Auch mit reichlich Erfahrung im englischen Oberhaus wartet der ehemalige Bremer auf (125 Spiele für Stoke City, 59 Spiele für West Ham United). Allerdings: Mit 33 Jahren ist er nicht unbedingt derjenige, der für Aufbruch steht.
Gary Neville: "Das ist nicht zu akzeptieren"
Doch nicht nur wegen Arnautovic waren die Klubgranden aufgebracht, Neville kritisierte die generelle Kaderplanung der Verantwortlichen. "Das Problem ist, dass der Verein dem Trainer keinen besseren Kader zur Verfügung gestellt hat", sagte Neville und ergänzte: "Das ist am Anfang einer Saison nicht zu akzeptieren. Das darf nicht passieren, aber es ist passiert."
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Erik ten Hag im Gespräch mit seinen Spielern
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Die Spieler nahm Neville allerdings aus der Schusslinie. "Ich glaube, dass alle Spieler 100 Prozent gegeben haben. Sie brauchen aber weitere gute Spieler. Sie haben alles gegeben." Keane wollte ebenjene Einschätzung allerdings nicht teilen.
"Wir haben es doch schon im vergangenen Jahr gesehen, Gary", sagte der Ire an Neville gerichtet. "Sie laufen nicht, sie sprinten nicht. Das sieht für mich nicht nach 100 Prozent aus. Sie geben nicht 100 Prozent. Ich glaube, dass es heute an Fußballintelligenz mangelte. Sie sind völlig offen und sind nicht in der Lage, die Bälle zu halten."
Keane: "Sehe keine Persönlichkeiten"
Es gebe laut Keane "einige Talente in der Mannschaft, aber wenn sie einen Rückschlag erleben, können sie nicht damit umgehen." Der mittlerweile 50-Jährige weiter: "Ich muss auf die DNA dieses Vereins und die Kultur auf dem Trainingsplatz zurückkommen. Sie ist nicht vorhanden. Ich sehe keine Persönlichkeiten, ich sehe keine Charaktere."
Sein ernüchterndes Abschlussfazit: "Es geht nicht darum, mit Geld um sich zu werfen, sondern darum, dass diese Spieler nicht gut genug für Manchester United sind."
Neu-Trainer ten Hag ließ sich nach seiner Niederlagen-Premiere keine große Kritik entlocken. "Wir haben Fehler gemacht und der Gegner hat uns bestraft", sagte der Niederländer auf der Pressekonferenz. Er schob nach: "Aber es war ein guter Gegner. Sie arbeiten schon lange zusammen. Und wenn man Fehler macht, wird man gegen solche Mannschaften bestraft."
Ten Hag über Ronaldo: "Muss mehr tun, um fit zu werden"
Warum er Ronaldo, der seit Wochen mit seinen Wechselabsichten für Wirbel sorgt und nahezu die gesamte Vorbereitung aufgrund "privater Gründe" verpasst hatte, nicht von Beginn an einsetzte? "Wenn ein Stürmer zur Verfügung gestanden hätte, dann hätte er gespielt. Ronaldo war zehn Tage im Mannschaftstraining. Das ist zu kurz für 90 Minuten, deshalb haben wir ihn nicht von Anfang an gebracht", begründete ten Hag.
Im Gespräch mit "Sky" wurde er jedoch etwas deutlicher: "Es braucht Zeit, man kann es nicht erzwingen. Er ist seit einer Woche im Training. Er muss mehr tun, um fit zu werden." Wäre die Causa Ronaldo die einzige Baustelle, wäre die Problematik für ten Hag nicht allzu groß.
Die Partie gegen Underdog Brighton hat jedoch schonungslos offenbart, dass es an mehreren Ecken Handlungsbedarf herrscht. Die große Euphorie, dass ten Hag den Traditionsklub nach der schwachen Vorsaison zurück in die Erfolgsspur führt, hat bereits Risse bekommen.
Ten Hag wird Zeit brauchen, um seine Philosophie zu etablieren. Zeit, die man bei einem Schwergewicht wie Manchester United nur selten bekommt.
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Quelle: Perform
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