Drei Dinge, die bei der Heimpleite von Manchester City gegen Tottenham Hotspur auffielen: Ist das wirklich ManCity!?

Manchester City kassiert beim 0:4 (0:2) im Premier-League-Spiel gegen Tottenham Hotspur die wettbewerbsübergreifend fünfte Pleite in Folge - und das zwei Tage nach der Vertragsverlängerung von Trainer Pep Guardiola. Doch ein positiver Effekt blieb aus - City agierte gegen die Spurs aus London wie eine "tote" Mannschaft. Der Gegner erlebte dagegen eine Sternstunde. Drei Dinge, die auffielen.

"Wäre ein Fehler": Guardiola sperrt sich gegen Veränderungen

Quelle: Perform

Fünf Niederlagen in Serie, die erste zuhause seit November 2022 und die höchste in der Ära von Pep Guardiola - das 0:4 von Manchester City gegen Tottenham Hotspur geht in die Geschichte des englischen Fußballs ein.
Die Spurs schlugen in der ersten Halbzeit mit dem Doppelpack von James Maddison (14., 21.) zu und erhöhten kurz nach der Pause auf 3:0 (53, Torschütze Pedro Perro). Den Schlusspunkt setzte Brennan Johnson (90.+3) nach Vorarbeit von Timo Werner.
Während Tottenham einen Sahnetag erwischte, brachen bei City alle Dämme. Die Skyblues sind nicht wiederzuerkennen.
Drei Dinge, die uns am Samstag im Etihad Stadium auffielen:

1. Plan- und lustlos - dieses City ist "tot"

Zehn Minuten lang sah es so aus, als habe Manchester City die Länderspielpause genutzt, um wieder in Schwung zu kommen.
Die Taktik der Spurs, das Zentrum zu überladen und dafür die Außenbahnen quasi freizugeben, ging anfangs nach hinten los. City überrannte den Gegner, eroberte Bälle tief in der Spurs-Hälfte und hatte durch Erling Haaland drei vernünftige Torchancen, die der glänzend aufgelegte Gäste-Keeper Guglielmo Vicario jedoch vereitelte.
Mit dem ersten Gegentor riss bei City der Faden. Gegenpressing, Tempoverschärfung, Passspiel, defensive Absicherung - es funktionierte nichts mehr. Die Spurs konnten sich den Ball in der City-Hälfte bisweilen ohne Gegnerdruck zuspielen.
Manchester agierte völlig planlos. Mal wurden die Tottenham-Verteidiger an und in deren Strafraum mit fünf Spielern attackiert, mal zog sich City komplett zurück und baute einen Fünfer-Abwehrriegel auf, ohne aber dabei die Räume zu schließen.
Vor dem 0:2 spielte Josko Gvardiol einen schlimmen Fehlpass von links in die Mitte. Son Heung-min nahm den Ball auf und bediente Maddison, ohne dass ein City-Verteiger auch nur in die Nähe der Kugel kam.
Ein Auflehnen gegen die drohende Niederlage war zu keinem Zeitpunkt zu spüren, auch die Einwechslungen von Kevin De Bruyne und Jack Grealish Mitte der zweiten Halbzeit hatten null Effekt.
"Das ist die größte Krise von ManCity in der Pep-Ära - ganz klar. Die Art und Weise, wie sie auf den Rückstand reagiert haben, war erschreckend", sagte "Sky"-Experte Thomas Hitzlsperger.
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Ratlosigkeit in Manchester: Pep Guardiola (l.) mit Jack Grealish

Fotocredit: Getty Images

Ex-City-Spieler Micah Richards, in England für "Sky Sports" tätig, war schockiert: "Sie waren überhaupt nicht bei der Sache. Die Abstände stimmten nicht, sie wurden im Mittelfeld dominiert und es fehlte an Energie und Überzeugung, dieses Spiel noch zu drehen."
Guardiola gab hinterher zu, in einer "sehr schwierigen Situation" zu stecken: "Das haben wir in acht Jahren hier noch nicht erlebt. Wir sind defensiv sehr anfällig im Moment. Aber das Leben ist kein Märchen, manchmal muss man diese Situationen akzeptieren und durchleben. Aber ich werde nicht weglaufen. Wir müssen uns stellen, wenn wir scheitern. Und wir werden wieder aufstehen."

2. Guardiolas Vertragsverlängerung verpufft

Am Donnerstag ließ Guardiola die Bombe platzen. Der Spanier gab die Verlängerung seines Vertrages bis 2027 bekannt. Er könne angesichts der Pleitenserie seiner Auswahl jetzt nicht einfach gehen, begründete Guardiola seine Entscheidung.
Der Verein erhoffte sich positive Auswirkungen der Pep-News auf die Mannschaft - doch das Gegenteil ist eingetreten. "Dieses City-Team hat Füße aus Blei", schrieb die "Daily Mail". Alles sehe "schwerfällig aus. Peps neuer Vertrag hat nichts besser gemacht."
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Gebrauchter Tag für Pep Guardiola und Manchester City

Fotocredit: Getty Images

Hitzlsperger findet es "bedenklich, dass Peps Verlängerung keinen positiven Effekt auf die Mannschaft hatte. Die Kritik in England an den Spielern und Pep wird zunehmen. Das sind sie nicht gewohnt und ich bin gespannt, wie lange sie brauchen, um da wieder rauszukommen."
17 Tore hat City in den ersten zwölf Ligaspielen dieser Saison kassiert - der mit Abstand schlechteste Guardiola-Start seit seiner Ankunft 2016. Der Rückstand auf Tabellenführer Liverpool könnte am Sonntag (in Southampton, ab 15:00 Uhr im Liveticker) auf acht Punkte anwachsen. Und am 1. Dezember muss City an der Anfield Road antreten.

3. Spurs erleben Sternstunde

Tottenham war schon vor dem denkwürdigen Auftritt am Samstag Guardiolas Angstgegner. Achtmal hatte Pep mit City gegen die Spurs verloren, zuletzt im League Cup Ende Oktober.
Die Londoner reisten jedoch mit zwei Niederlagen im Gepäck nach Manchester, darunter eine peinliche 1:2-Pleite zuhause gegen Ipswich.
Nach einem zehnminütigen Überlebenskampf legte Tottenham in Manchester ein nahezu perfektes Spiel hin. "Wir mussten die ersten zehn Minuten leiden. Uns war klar, dass wir hier Fußballspielen müssen und nicht nur verteidigen dürfen. Das ist uns sehr gut gelungen", sagte Trainer Ange Postecoglou.
Trotz einiger Ausfälle in der Defensive hielt Tottenham City weitgehend vom eigenen Tor weg und war insbesondere nach dem Ballgewinn herausragend stark. Bei drei der vier Treffer wurde Konter über mehrere Stationen vollendet, beim zweiten durch Maddison die City-Abwehr für einen leichten Ballverlust umgehend bestraft.
"Postecoglous Spielstil ist so erfrischend und passt super zu diesem Kader", sagte Hitzlsperger. "Aber es reicht nicht, nur gegen den großen Klub aufzudrehen. Sie müssen auch in den Spielen gegen Ipswich oder Bournemouth konstant Leistung zeigen."
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Guardiola mit Ansage: Bei Zwangsabstieg bleibe ich City treu

Quelle: Perform


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