Oliver Glasner gewinnt mit Crystal Palace die Conference League: Ein Top-Trainer, der nie lange bleibt
Publiziert 28/05/2026 um 19:32 GMT+2 Uhr
Der Gewinn der Conference League ist für Oliver Glasner der vierte Titel in vier Jahren, zuerst mit Eintracht Frankfurt, dann mit Crystal Palace. Doch der Österreicher verlässt den Premier-League-Klub und ist ohne Verein für die kommende Saison. Glasner ist zwar in Frankfurt und London schnell erfolgreich, eckt aber auch schnell an. Bahnt sich nun etwa ein Wechsel zu Bayer Leverkusen an?
Oliver Glasner gewinnt mit Crystal Palace die Conference League
Fotocredit: Imago
Während die Spieler von Crystal Palace Spalier standen, nahm ihr Trainer, Oliver Glasner, Anlauf, rannte los und rutschte schließlich auf dem Bauch über den Boden. Der "Diver", den er nach dem 1:0-Sieg im Finale der Conference League auspackte, ist längst sein typischer Jubel.
Zeigen konnte er ihn ja inzwischen einige Male, schon beim Triumph in der Europa League mit Eintracht Frankfurt sah man ihn.
Was Glasner nun aber mit Crystal Palace erreichte, beeindruckt fast noch mehr: Drei Titel in drei Jahren mit einer Mannschaft, die zuvor nie etwas gewann.
Trotzdem ist der Österreicher nach der Saison arbeitslos, wollte den Südlondoner Klub verlassen. Für Harmonie mit der Vereinsführung sorgt er selten. Wie tickt der Erfolgsgarant?
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Ein Antreiber: Was Glasner als Trainer auszeichnet
Crystal Palace hatte vor Glasner in 120 Jahren Vereinsgeschichte noch nie einen Titel gewonnen. Als Tabellen-15. hatte er die "Eagles" im Februar 2024 übernommen und Platz zehn erreicht. Im folgenden Jahr besiegte Crystal Palace im FA-Cup-Finale im Wembley-Stadion Manchester United mit 1:0. Auch den FA Community Shield, vergleichbar mit dem deutschen Supercup, gewann Glasner nach einem Sieg gegen Liverpool.
Der Triumph in der Conference League setzt dem Erfolgslauf die Krone auf: "Das waren großartige, unglaubliche Tage in meinem Leben”, sagte Glasner am Mittwoch nach dem Sieg gegen Rayo Vallecano.
Aus einem Mittelklasseteam formte Glasner mit Disziplin, Mut und Klarheit in seiner Kommunikation und seinem Plan ein Team, das Titel gewinnt. Er treibt die Spieler an, bringt sie dazu, mehr zu laufen als die Gegner, aggressiv zu pressen und schnell umzuschalten. Auch im Training fordert er viel.
"Der Unterschied, den er in den zweieinhalb Jahren gemacht hat, ist unglaublich", lobte ihn Nationalspieler Adam Wharton. "Es ist ein massiver Unterschied, wie er es geschafft hat, dass der Klub auf die Wettbewerbe blickt." Die Ambitionen sind gestiegen.
Wolfsburg, Frankfurt, Palace: Warum er aneckt
Auf weitere Titeljagd mit Crystal Palace geht der 51-Jährige nicht. Schon im vergangenen Herbst hatte er intern angekündigt, sein Arbeitspapier nicht verlängern zu wollen. Es ist nicht die erste kurze Liaison zwischen dem gebürtigen Salzburger und einem Verein.
Beim VfL Wolfsburg und bei Eintracht Frankfurt blieb er ebenfalls nur je zwei Jahre. Der damalige Wölfe-Kapitän Joshua Giulavogui sagte nach Glasners Abgang den "Wolfsburger Nachrichten": "Ja, ich bin froh, dass er weg ist, weil es für mich persönlich die schlimmste Beziehung war, die ich jemals zu einem Trainer in meiner Laufbahn hatte."
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Oliver Glasner gewann 2022 mit Eintracht Frankfurt die Europa League
Fotocredit: Getty Images
Der 51-jährige frühere Fußballspieler ordnet alles dem Erfolg unter - und fordert dies von den Verantwortlichen der Vereine. Bei Eintracht Frankfurt wurde er sich mit Sportvorstand Markus Krösche über die Kaderplanung nicht einig: Glasner wollte sofort Leistungsträger, die Eintracht junge Spieler aufbauen und gewinnbringend verkaufen.
Das führte trotz des beachtlichen Erfolgs in Europa ein Jahr später zur Trennung. Bei Crystal Palace fühlte er sich bald "im Stich gelassen", wie die "BBC" schrieb, da der Klub Leistungsträger immer wieder verkaufte, ohne in seinen Augen adäquaten Ersatz zu verpflichten - zum Beispiel Kapitän Marc Guéhi.
Bayer Leverkusen: Wohin geht die Reise im Sommer?
Seine nächste Station hält der 51-Jährige noch offen. "Ich habe im Fußball gelernt: Alles, was ich heute sage, ist morgen falsch", sagte Glasner zuletzt. Und: "Ich hatte keine Lust und keine Energie, mit einem anderen Klub zu sprechen."
Laut Medienberichten ist Glasner bei Bayer Leverkusen heißer Kandidat, ebenso wie Andoni Iraola von Bournemouth. "Bild" schreibt, dass die Werkself zu großen Investitionen bereit ist, was dem Österreicher entgegenkommen könnte.
Auch die AC Milan wird mit ihm in Verbindung gebracht, nachdem dort fast die komplette sportliche Führungsriege um Trainer Massimiliano Allegri gehen musste. Laut "kicker" sei Glasner aber nicht erste Wahl.
Einen neuen Verein wird er finden. Wie lange er dann bleibt und unter welchen Umständen - das werden die großen Fragen sein.
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Völler über Zielsetzung: "Andere sind Top-Favoriten"
Quelle: Perform
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