Werder Bremen enttäuscht: Drei Dinge, die im Relegations-Hinspiel auffielen

Werder Bremen muss weiterhin um den Verbleib in der Bundesliga zittern. Im Relegations-Hinspiel gegen den 1. FC Heidenheim enttäuschte die Offensive und kam nicht über ein 0:0 hinaus. Spektakulärer waren die äußeren Bedingungen mit einem kräftigen Unwetter und einer Kuhglocke. Die Gäste überraschten zudem mit Kevin Sessa – und verbreiteten einen Hauch von Diego Maradona. Drei Dinge, die auffielen.

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1. Werders Offensive enttäuschend und ideenlos

Am letzten Spieltag der Bundeslia-Saison hatte Werder Bremen beim 6:1 gegen den 1. FC Köln einen spektakulären Offensivfußball fabriziert. Trainer Florian Kohfeldt ließ die Startelf daher nahezu unverändert. Lediglich der gesperrte Kevin Vogt wurde durch den Mittelfeld-Abräumer Philipp Bargfrede ersetzt. Und trotzdem: Von dem effektiven Angriff vom vergangenen Samstag war nichts mehr zu sehen.
Vielmehr bekamen die Grün-Weißen einen Eindruck davon, was sie in der 2. Liga erwarten würde: unangenehm zu bespielende Gegner. Heidenheim ließ Werder wenig Räume und stand rund um den eigenen Strafraum sehr kompakt. Bremen fand beim 0:0 dagegen keine Lösungen.
Trainer Florian Kohfeldt sagte nach der Partie: "Unser Plan ist bereits nach zwei Minuten verlorengegangen. Es gab keine Phase, in der ich das Gefühl hatte, dass wir das umgesetzt haben, was wir geplant hatten."
Es dauerte ganze 63 Minuten, bis Bremen durch einen Freistoß von Milot Rashica die erste nennenswerte Torchance zustande bekam. Ein Kopfball von Yuya Osako in der 83. Minute und ein Abschluss von Josh Sargent in der Schlussminute kamen später noch an Torgelegenheiten hinzu – mehr nicht. Kohfeldt steht nun vor einem Rätsel: "Ich kann gar nicht sagen, ob unser Plan aufgegangen ist oder nicht, weil wir gar nicht erst richtig ins Spiel gekommen sind."
Zu allem Überfluss kassierte Kapitän Niklas Moisander in der 87. Minute auch noch die Gelb-Rote Karte und ist nun fürs Rückspiel gesperrt.

2. Verrückte Bedingungen mit Unwetter und Kuhglocke

Ein Unwetter zog während des Relegationsspiels über das Weserstadion. Bereits in der ersten Halbzeit setzte starker Regen ein. Ab der 58. Minute nahm der Regenguss noch einmal zu, wurde sogar von Blitz und Donner begleitet. Ein normales Fußballspiel war kaum noch möglich. Auffällig war, dass die Bremer in dieser Phase die Spielkontrolle abgaben. "Der Regen hat uns sicherlich nicht geschadet", sagte Heidenheim-Vereinsboss Holger Sanwald.
Überhaupt waren die äußeren Bedingungen sehr speziell. Weil Werder Bremen bei allen Spielen seit dem Restart mit einer Trommel für etwas Stimmung sorgte, reiste die Delegation aus Heidenheim mit einer Tröte und einer Kuhglocke an. Sanwald verriet: "Da Bremen mit einer Trommel arbeitet, wollten wir von außen gegenhalten. So eine Kuhglocke macht richtig Krach."
Und irgendwie passte es auch zu dem als "Dorfverein" verschrienen 1. FC Heidenheim.

3. Heidenheim verbreitet einen Hauch von Maradona

Heidenheim-Trainer Frank Schmidt bewies Mut, indem er Kevin Sessa in die Startaufstellung beförderte. Der 20-Jährige hatte in der gesamten Saison gerade einmal zwei Kurzeinsätze über insgesamt 14 Minuten absolviert. Ausgerechnet im wichtigsten Spiel der Vereinsgeschichte bekam er nun seine große Chance, entwickelte über die rechte Seite viel Offensivdrang und hatte in der ersten Halbzeit zwei Torschüsse zu verbuchen. "Sehr gut, Diego", rief die Heidenheimer Delegation nach jeder gelungenen Aktion.
Zur Erklärung: Diego ist der Spitzname von Sessa – in Anlehnung an Diego Maradona. Sessa brauchte einen Spitznamen, weil er bei seiner Ankunft in der Profimannschaft bereits der vierte Kevin im Kader gewesen ist. Wegen seines argentinischen Familienursprungs fiel die Wahl auf den Jahrhundertfußballer.
Sanwald lobte: "Die Idee mit Kevin Sessa war eine Meister-Leistung von unserem Trainer. Er hat seine Stärken eingebracht, hatte auf engsten Räumen immer Lösungen parat, hat Torgefahr fabriziert, hat die Räume gut zugemacht und sich bis zur totalen Erschöpfung verausgabt." Nach 60 Minuten musste Sessa mit Wadenkrämpfen ausgewechselt werden.
Gleichwohl dürfte er sich mit dieser Leistung für das Rückspiel empfohlen haben.
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