Enttäuscht versammelten sich die Spieler von Holstein Kiel am Mittelkreis, als das Spiel beendet war.
Mit dem 1:5 (1:4) im Rückspiel gegen den 1. FC Köln platzte der Traum vom Aufstieg in die Bundesliga. "Holstein Kiel, Holstein Kiel" riefen die Fans und zollten ihrer Mannschaft Anerkennung. Doch kein Spieler schien dazu in der Lage, den Moment der Enttäuschung zu verarbeiten. Das Relegations-Hinspiel in Köln hatten die Störche noch mit 1:0 gewonnen.
"Die Enttäuschung wird Tage und vielleicht auch Wochen anhalten. Wir haben die beste Saison der Vereinsgeschichte gespielt. Dennoch gilt es, die Enttäuschung zu verarbeiten", sagte Trainer Ole Werner.
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Dabei war die Stimmung vor Spielbeginn noch so positiv. In und um das Holstein-Stadion herum spielten sich Szenen ab, die an eine Zeit erinnerten, als es noch kein Corona gab.

Über 2000 Zuschauer sorgen für Stimmung

2350 Zuschauer hatten Zutritt zum Stadion. Etwa genauso viele versammelten sich vor der Arena, um den ersten erhofften Bundesligaaufstieg eines Vereins aus Schleswig-Holstein aus der Nähe mitzuerleben.
Im Stadion herrschte eine Stimmung, die es ansonsten im Jahre 2021 kaum gegeben hat. Der Stadionsprecher verlas die Vornamen der Kieler Spieler, die Fans riefen voller Enthusiasmus deren Nachnamen.
Die Gäste aus Köln erwiesen sich allerdings als schneller Party-Crasher: Zwei Gegentore innerhalb von sechs Minuten, vier Gegentreffer nach 39 Minuten. Dass Jae-sung Lee in der 4. Minute zum zwischenzeitlichen 1:1 traf, ließ nur kurzzeitig Hoffnung aufkommen. Die 1:5 Niederlage war laut Werner "völlig verdient": "Wir waren heute chancenlos, weil uns anders als im Hinspiel die Qualität und die Dynamik im Zweikampfverhalten im und um den Strafraum herum gefehlt hat."
Die wenigen Kölner Offiziellen, die sich auf der alten Haupttribüne befanden, bejubelten die Treffer zum Klassenerhalt. Und zwar so euphorisch, dass sich ein entnervter Ahmet Arslan, der den Kielern aufgrund eines Kreuzbandrisses fehlte, sogar verbal mit einem Mitarbeiter der Kölner Pressestelle anlegte.

Holstein Kiel verpasst Aufstieg in Relegation gegen Köln

Fotocredit: Getty Images

Kiel verpatzt Saison-Endspurt

"Es hat nicht im Ansatz gereicht, um die Sensation zu schaffen", gab sich Werner realistisch: "Dennoch kann ich niemandem einen Vorwurf machen. Wenn ich sehe, wer uns gefehlt hat, wer auf dem Platz stand und eigentlich nicht einsatzfähig war, ist das ein Ausdruck dafür, dass wir mit dem elften Spiel in einem Monat Körner gelassen haben."
Für Holstein Kiel bleibt eine Saison in Erinnerung, die viele Höhepunkte hatte und dennoch mit einer bitteren Enttäuschung endete. Im DFB-Pokal schaltete die Mannschaft den FC Bayern München aus und gelangte bis in das Halbfinale.
Im Ligabetrieb hätten sie nur eines der letzten beiden Ligaspiele gewinnen müssen, um den Direktaufstieg zu schaffen. Stattdessen ereigneten sich zwei Niederlagen gegen den Karlsruher SC und den SV Darmstadt 98.
"Ich habe den Spielern gesagt, dass ich hoffe, dass mit ein, zwei Tagen Abstand auch die positiven Erinnerungen bleiben", sagte Werner. "Aber ich weiß, dass die Enttäuschung bleiben wird. Das Leben geht weiter. So ist es nun einmal im Sport. Du hast Momente, in denen man sich in den Armen liegt. Und es gibt auch solche Momente."

Große Kaderveränderungen stehen an

Eine vergleichbare Saison zu wiederholen, dürfte schwierig werden. Mit dem FC Schalke 04 und dem SV Werder Bremen sind zwei starke Konkurrenten hinzugekommen, die den Wiederaufstieg anstreben.
Der Kader von Kiel wird dann ohnehin ein anderer sein.
Stürmer Janni Serra, der mit 13 Treffern der beste Torjäger der Norddeutschen gewesen ist, wechselt zum Bundesligisten Arminia Bielefeld. Der Vertrag von Lee, der mit seinen fußballerischen Fähigkeiten oft den Unterschied ausgemacht hat, läuft aus. Ein Vereinswechsel ist wahrscheinlich. Und was wird aus Trainer Werner? Der soll laut übereinstimmenden Medienberichten einer der Trainerkandidaten bei Werder Bremen sein. Näheres wollte er über seine Zukunftsplanung nicht verraten.
"Das ist heute nicht das Thema", stellte Werner klar: "Wir werden alle die Enttäuschung verarbeiten müssen. Dann werden wir uns in ein, zwei Tagen zusammensetzen und besprechen, was der Verein vorhat, was ich vorhabe und wie es aussieht mit der neuen Saison."
Ein Dementi klingt anders.
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