WM 2022: Ilkay Gündogan, Thomas Müller und Manuel Neuer geben schonungslose Interviews nach 1:2 gegen Japan

Deutschland legt bei der WM 2022 mit dem 1:2 (1:0) gegen Japan einen katastrophalen Start hin. Nach der Auftaktniederlage in Gruppe E legen Ilkay Gündogan und Manuel Neuer den Finger schonungslos in die Wunde. "Ich weiß nicht, ob bei einer Weltmeisterschaft jemals ein einfacheres Tor erzielt wurde", ätzt der ManCity-Star sarkastisch über das 1:2. Thomas Müller ist nicht minder geschockt.

"Nicht gut genug!" Gündogan bemängelt fehlende Coolness

Quelle: MagentaTV

Nach dem unsäglichen Auftritt in den letzten 20 Minuten beim vermurksten WM-Auftakt gegen Japan (1:2) redeten die deutschen Nationalspieler zumindest Tacheles.
"Das 2:1 ist lachhaft", tadelte nicht nur Antonio Rüdiger. Auch der einzige DFB-Torschütze Ilkay Gündogan, der noch beim Stand von 1:0 ausgewechselt wurde, nahm kein Blatt vor den Mund.
"Wir haben es ihnen zu einfach gemacht. Gerade beim zweiten Tor ... Ich weiß nicht, ob bei einer Weltmeisterschaft jemals ein einfacheres Tor erzielt wurde. Das darf nicht passieren. Wir sind hier bei der WM", kritisierte der ManCity-Star schonungslos das Abwehrverhalten der Defensive um Nico Schlotterbeck und Niklas Süle, der das Abseits aufhob.
Gündogan musste von der Bank aus mitansehen, wie Japan das Spiel durch die Joker Ritsu Doan (75.) und Takuma Asano (83.) auf den Kopf stellte. "Du brauchst die Coolness, das Spiel auch mal über 90 Minuten über die Bühne zu bringen. Diese Coolness hat uns gefehlt. Wir waren in der zweiten Halbzeit nicht gut genug", analysierte Gündogan schonungslos.

Gündogan kritisiert munter

Der Mittelfeldspieler bemängelte zudem die mangelnde Bereitschaft der Offensivspieler. "Man hatte das Gefühl, dass nicht unbedingt jeder den Ball haben wollte. Wir haben viel zu oft den Ball verloren", tadelte der 32-Jährige, der Deutschland mit einem Elfmeter in Führung gebracht hatte (33.), ehe das Elend seinen Lauf nahm.
Bundestrainer Hansi Flick sagte zur "Bild": "Es ist eine Aussage von Ilkay, die kann er gerne sagen. Ich lege Wert darauf, dass die Mannschaft die richtigen Schlüsse zieht und die Verantwortung übernimmt."
Kapitän Manuel Neuer zeigte sich ebenso "frustriert und verärgert". Mit einer tollen Parade hatte er in der 72. Minute noch den Ausgleich verhindert, dann klingelte es aber doch doppelt.
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Rüdiger ätzt: "Das 2:1 ist lachhaft"

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Neuer spricht von "Vollkatastrophe"

"Man hat gemerkt, dass der ein oder andere Spieler zu wackeln anfängt", meinte der DFB-Kapitän: "Das muss ganz anders sein. Andere Mannschaften können uns noch besser anlaufen als die Japaner. Das es hier schon ins Bröckeln gerät, ist dramatisch. Das ist für uns eine Vollkatastrophe."
Für Neuer lagen gravierende Mängel aber nicht an der Bereitschaft der Offensive zum Ballbesitz, sondern im Spielaufbau. "Wenn man keine Pässe mit Aussage nach vorne gibt, kommt die Retourkutsche. Das haben wir uns selbst eingebrockt", meinte der 36-Jährige.
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Neuer bedient: "Total frustriert und verärgert"

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Vorne habe indes "das zwingende Wollen fürs zweite Tor" gefehlt: "Wir müssen das ganz klar besser machen."

Müller geschockt

Thomas Müller präsentierte sich in den Interviews nach dem Spiel perplex.
"Aktuell bin ich geschockt", sagte der Routinier: "Es ist schon aberwitzig, dass wir mit einer Niederlage dastehen. Aber wenn man seht, was wir vorne haben liegen lassen und wie wir die Tore hinten kassieren, haben wir auch nicht unverdient verloren."
Die Spieler müssen sich "die mangelnde Effizienz ganz klar vorwerfen", sagte er selbstkritisch. Die Niederlage sei "sportlich einfach zu analysieren, aber emotional schwer zu packen. Jetzt haben wir einen absoluten Nachteil." Denn: "Eine Niederlage zum Start ist genau das Gegenteil von dem, was du brauchen kannst."
Gegen Spanien am Sonntag (20:00 Uhr im Liveticker) darf die deutsche Nationalmannschaft nun nicht verlieren, sonst könnte die WM sogar schon vorbei sein.
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Verdiente Niederlage: Müller äußert sich selbstkritisch

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