WM: Thomas Tuchel im Schicksalsspiel gegen Frankreich unter Druck - England-Trainer nach Kritik auf dem Prüfstand

England-Trainer Thomas Tuchel steht vor dem kleinen WM-Finale um Platz Drei schwer unter Druck. Mit einem Sieg gegen den scheidenden Didier Deschamps und seine Franzosen könnte er für bessere Stimmung sorgen. Nach dem verlorenen Halbfinale gegen Argentinien hatte der deutsche Coach aufgrund seiner taktischen Entscheidungen viel öffentliche Kritik von Experten und Fans hinnehmen müssen.

WM-Aus gegen Argentinien: England-Trainer Tuchel nimmt Kritik an

Quelle: Perform

Es geht zwar nur um den Trostpreis, doch für Thomas Tuchel steht trotzdem eine Menge auf dem Spiel. Nach dem dramatisch verlorenen WM-Halbfinale gegen Titelverteidiger Argentinien ist Englands Nationaltrainer in der Öffentlichkeit schwer unter Druck - eine weitere Niederlage gegen Frankreich im Spiel um Platz drei am Samstag (23:00 Uhr im Liveticker) würde Tuchel in einer ohnehin bereits angespannten Situation zusätzlich schwächen.
Zwar genießt der Deutsche das Vertrauen der Verantwortlichen beim englischen Verband FA, aber Fans und Experten geben ihm die Hauptschuld für den späten K.o. gegen Lionel Messis Argentinier. Der einstige Weltklassestürmer Gary Lineker fragte gar im Scherz, ob Tuchel möglicherweise "so etwas wie ein deutscher Spion ist", und der Ex-Profi Joe Cole sagte, er habe sich "nie mit einem deutschen Trainer für England wohlgefühlt".
Das Mutterland des Fußballs müsse "in der Lage sein, dass ein englischer Trainer England trainiert". Zwar schätze er Tuchel, Cole bezeichnete es jedoch als "verrückt, ihm die Vertragsverlängerung zu geben, wenn er noch nicht das geliefert hat, weshalb er geholt wurde".
Tuchel hingegen will unbedingt weitermachen, sein Vertrag läuft bis nach der Heim-EM 2028. "Es gibt noch so viel, was wir verbessern können", sagte er: "Ich bin mehr als glücklich, das zu verantworten. Ich liebe die Arbeit mit diesem Team an jedem Tag."

Traineramt in Gefahr: Tuchel gegen Frankreich unter Zugzwang

Sportlich ist der dritte Platz nicht allzu wichtig. Für die Stimmung bei den Engländern aber hat das Spiel, das laut Tuchel "weder die Franzosen noch meine Spieler" wollten, eine enorme Bedeutung.
Das gilt auch für Didier Deschamps, für den das Duell in Miami das letzte als Frankreichs Nationaltrainer ist. Zinedine Zidane steht bereits in den Startlöchern, um den Weltmeistercoach alsbald abzulösen. Nach 14 Jahren endet eine Ära bei Les Bleus.
"Wir sind nicht da, wo wir sein wollten und haben nicht das erreicht, was wir von uns erwartet hatten", sagte Deschamps: "Die Enttäuschung ist so groß wie unsere Ambitionen, aber wir müssen es akzeptieren. Uns bleibt keine andere Wahl."
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Didier Deschamps steht vor seinem letzten Spiel als französischer Nationaltrainer

Fotocredit: Getty Images

Auch der 57-Jährige hatte für seine Taktik im Halbfinale gegen den dominanten Europameister Spanien reichlich Kritik einstecken müssen. Jetzt geht es um einen guten Abschluss, ehe Zidane übernimmt. Dass das passiert, ist ein offenes Geheimnis. Dies hatte Verbandspräsident Philippe Diallo bereits im März indirekt bestätigt.
In England hingegen hat die Ära Tuchel ja gerade erst begonnen, und ausgerechnet ein Franzose sprang dem Deutschen nun zur Seite. "Ich finde, es wäre irre, ihn zu feuern und den Trainer zu wechseln", sagte Ex-Nationalspieler Patrick Vieira: "Das war sein erstes großes Turnier. Man muss ihm zumindest die EM geben, um zu sehen, wie weit es gehen kann."
(SID)
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Tuchel-Zukunft in England unsicher? Hummels hat klare Meinung

Quelle: MagentaTV


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