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Olympia 2021: Deutsches Turn-Team protestiert gegen Sexismus und sorgt mit Outfit für Aufsehen
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Publiziert 26/07/2021 um 19:54 GMT+2 Uhr
Die deutschen Kunstturnerinnen haben den Einzug ins Mannschaftsfinale bei den Olympischen Spielen in Tokio verpasst. Doch mit ihren Outfits sorgten die Sportlerinnen international für Aufsehen. Denn die Deutschen trugen nicht wie sonst bei den Damen üblich kurze Einteiler, sondern Sportkleidung, die die Beine komplett bedeckte. Elisabeth Seitz und Co. wollen damit auf Sexismus aufmerksam machen.
Elisabeth Seitz in Tokio
Fotocredit: Getty Images
Bereits im Vorfeld der Olympischen Spiele erklärte Seitz, die sich für das Finale im Mehrkampf sowie am Stufenbarren qualifizierte: "Wir wollen zeigen, dass der Turnsport wunderschön ist und dass es dabei nicht darum geht, was man trägt. Das Wichtigste ist, dass sich die Turnerin wohlfühlt."
Sie selbst fühle sich in den langen Einteilern "sehr wohl". Betonte aber auch, dass es tagesabhängig sei: "Manchmal mag ich mehr Stoff, manchmal habe ich Lust auf weniger."
Kurz vor dem Qualifikationswettbewerb entschied sich das deutsche Turnquartett um Sarah Voss, Pauline Schäfer-Betz, Kim Bui und Seitz dann auch, dass sie in Tokio mit den langen Anzügen antreten wollten.
Voss erzählte hinterher: "Wir saßen heute zusammen und sagten: 'Okay, wir wollen einen großartigen Wettbewerb haben. Wir wollen uns super fühlen und allen zeigen, wie toll wir aussehen.'" Seitz ergänzte: "Wir wollten aufzeigen, dass jede Frau, überhaupt jeder, selbst entscheiden sollte, was sie tragen."
Unterstützung von Superstar Simone Biles
Im April bei den Europameisterschaften war das deutsche Team erstmals mit den langen Einteilern angetreten.
Unterstützung bekamen die deutschen Sportlerinnen auch von Turn-Superstar Simone Biles. Im Juni erklärte die 1,42 Meter kleine US-Amerikanerin zwar sie selbst bevorzuge kurze Einteiler, da sie dadurch größer wirke. Biles betonte jedoch: "Ich stehe hinter ihnen und ihrer Entscheidung zu tragen, was sie wollen und worin sie sich wohlfühlen. Wenn also jemand dort draußen einen kurzen oder langen Einteiler tragen möchte, liegt die Entscheidung bei jedem Einzelnen."
Vor kurzem hatte schon eine Entscheidung der norwegischen Beachhandballerinnen für großen Wirbel gesorgt. Die Sportlerinnen traten nicht im Bikini an, der laut Reglement vorgeschrieben ist. Stattdessen trugen die Norwegerinnen geschlossen etwas längere Shorts und mussten daraufhin eine Geldstrafe zahlen.
Im Kunstturnen sind lange Anzüge zwar schon seit 2009 erlaubt - vor allem aus religiösen Gründen -, doch die meisten Turnerinnen bevorzugen weiterhin die kürzeren Einteiler. Vielleicht löst der Auftritt der Deutschen einen neuen Trend aus.
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Quelle: Eurosport
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