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Leichtathletik-EM in Berlin: Gesa Felicitas Krause läuft zum Titel

Mit Video | Krause verteidigt EM-Titel: "Ich hatte keinen Plan B"
Von SID

12/08/2018 um 21:33Aktualisiert 12/08/2018 um 23:23

Gesa Felicitas Krause hat in Berlin ihren EM-Titel über 3000 m Hindernis erfolgreich verteidigt. Neun Tage nach ihrem 26. Geburtstag verwies sie in 9:19,80 Minuten Fabienne Schlumpf (Schweiz/9:22,29) und Europas Jahresschnellste Karoline Bjerkeli Grövdal (Norwegen/9:24,46) auf die Plätze zwei und drei. Elena Burkard belegte in persönlicher Bestleistung von 9:29,76 Rang sechs.

In der ARD sagte Krause:

"Zweifel hatte ich nicht, aber am Ende war der Druck groß, den ich mir selbst gemacht habe. Ich wollte hier unbedingt gewinnen. Ich hatte keinen Plan B, für mich kam nur der Sieg infrage. Die Atmosphäre ist genial, ich bin hier gerne eine Runde mehr gelaufen."

Video - "Affengeile Atmosphäre": Krause jubelt über EM-Gold

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Antje Möldner-Schmidt (Cottbus), Europameisterin von 2014, und Jana Sussmann (Hamburg) hatten den Sprung ins Finale nicht geschafft.

Allerdings standen in diesem Jahr vor ihrem EM-Triumph die Vorzeichen ganz anders als vor zwei Jahren, als die deutsche Rekordlerin als Topfavoritin ins Rennen gegangen war. In diesem Jahr hatte sie bereits alles auf die Olympischen Spiele in Tokio in zwei Jahren ausgerichtet und das Training verändert.

Video - Demonstration der Stärke: Krause setzt goldenen EM-Schlusspunkt

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Die Anpassung dauerte allerdings länger als ursprünglich eingeplant, Krause kam nicht richtig in Fahrt. An ihre Zeiten der vergangenen Jahre konnte sie bis zur EM nicht anknüpfen - zu Grövdal an Europas Spitze fehlten ihr mehr als 15 Sekunden. Nach dem gelungenen Einzug ins Finale am Freitag sagte sie:

"Ich möchte mir den Traum von einer Medaille im Finale auf jeden Fall erfüllen. Ich hatte richtig Bock, hierhin zu kommen."

Zweiter Titel für Krause nach 2016

Es war ihr anzusehen. Taktisch klug hielt sie sich immer in der Spitzengruppe, in die letzte Runde ging sie hinter der Schweizerin als Zweite - ehe sie kurz vor dem letzten Wassergraben zum Schlussspurt ansetzte und letztendlich deutlich gewann.

Damit fügte Krause ihrer Medaillensammlung ein weiteres Edelmetall hinzu. 2015 hatte sie überraschend WM-Bronze gewonnen, es war zu diesem Zeitpunkt die erste deutsche Lauf-Medaille seit 14 Jahren. Inzwischen rückte sie wegen eines Dopingvergehens einer Konkurrentin auch auf den dritten Platz bei der EM 2012 vor.

Im vergangenen Jahr ging sie nach einem tragischen Rennen dagegen bei der WM in London leer aus. Dort war sie bereits auf dem ersten Kilometer von der Kenianerin Beatrice Chepkoech, inzwischen Weltrekordlerin, zu Fall gebracht worden. Sie rappelte sich auf, kämpfte, rannte dem Feld hinterher - doch am Ende gab es Platz neun statt einer Medaille.

Doch durch ihren Kampfgeist lief sie sich in die Herzen der deutschen Sportfans, wurde ein Vorbild und noch vor allen Medaillengewinnerinnen zu Deutschlands Leichtathletin des Jahres 2017 gewählt. Nun wird sie auch in diesem Jahr eine Kandidatin bei der Abstimmung sein - diesmal aber, wegen ihres sportlichen Erfolgs.

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