Magische Momente für die Ewigkeit und heikle Themen - das Jahr 2024 im Zeichen der Olympischen Sommerspiele von Paris

Die Olympischen Spiele waren der Fixstern des Sportjahres 2024. Paris bot der Welt ein Fest, wie es lange keines mehr gab. Nach einer einzigartigen Eröffnungsfeier samt Bootsfahrt begeisterten die Aktiven mit außergewöhnlichen Leistungen - oft vor prachtvoller Kulisse inmitten der französischen Hauptstadt. Kurios: Das ikonischste Foto entstand auf der anderen Seite des Erdballs. Ein Rückblick.

Paris 2024 - Champions edit

Quelle: Eurosport

Wild ging es zu im Eurosport-Studio nach der ersten Goldmedaille für Frankreich durch die 7er-Rugby-Mannschaft der Männer.
Während Superstar Antoine Dupont das Crowdsurfing genoss, kletterte Teamkollege Nelson Épée auf den Moderationstisch - und gesungen wurde auch noch. Szenen, die die Faszination Olympia auf den Punkt brachten.
Und die Feier ging weiter. Nicht nur, weil die Gastgeber mit Schwimm-Ass Léon Marchand den fleißigsten Gold-Sammler (4) in ihren Reihen hatten, sondern weil die Zuschauer sich für jede Sportart begeistern ließen.
Die Sommerspiele waren - wie erhofft - der strahlende Höhepunkt des Sportjahres, auch wenn es durchaus Anlass zur Kritik gab. Paris schrieb viele Geschichten, wir lassen zehn davon noch einmal revue passieren.

1. goldenes Dutzend für Team D

Die deutsche Mannschaft bot in Paris Licht und Schatten, aber immerhin: mehr goldene Momente als in Tokio: Lukas Märtens schrieb ein Kapitel deutsche Schwimmgeschichte, Darja Varfolomeev holte das erste deutsche Gold in der Rhythmischen Sportgymnastik.
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Das Märtens-Märchen! Sein Gold-Tag im Video

Quelle: Eurosport

Die Reiter um Rekord-Olympiasiegerin Isabell Werth und Springer Christian Kukuk lieferten verlässlich, auch Ruderer Oliver Zeidler und die Kanuten erfüllten die hohen Erwartungen.
Und dann waren da die Goldmedaillen mit besonderem Glanz: Die 3x3-Basketballerinnen, die gemischte Triathlon-Staffel, Kugelstoßerin Yemisi Ogunleye - sie alle schrieben beinahe aus dem Nichts ihre Erfolgsgeschichten. Insgesamt gab es zwölfmal Gold für Deutschland.
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Tränen nach historischem Triumph: Zeidler erfüllt sich Gold-Traum

Quelle: Eurosport

Eine Silbermedaille bei Olympia kann nie ein Misserfolg sein - und doch hatte die deutsche Leichtathletik auf zwei Favoritensiege gehofft. Malaika Mihambo sprang weit, aber eben nicht weit genug für den nächsten Triumph. Die Folgen einer Corona-Infektion waren dann doch zu schwerwiegend. Und Leo Neugebauer konnte bei seiner Olympia-Premiere im Zehnkampf nicht ganz an bisher gezeigtes anknüpfen, auch ihm baumelte letztlich aber Silber um den Hals.

2. Französische Festspiele

Es waren stimmungsvolle Tage in Paris, und das hatte viel mit den Erfolgen der Grande Nation zu tun. Léon Marchand in der Schwimm-Arena, Teddy Riner als Judo-Kaiser von Paris, die Heldentaten von Antoine Dupont und seiner wilden Sieben im Rugby.
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"Das Krasseste seit Phelps!" Marchand mit unfassbarem Gold-Doppelschlag

Quelle: Eurosport

Dazu der Hype um Félix Lebrun in der Tischtennis-Halle: Wenn Frankreich etwas gewann, ertönte die Marseillaise in der ganzen Stadt. Die Zuschauer sangen begeistert auch den Gassenhauer "Les Champs-Elysées" - so viel Olympialiebe war lange nicht mehr.

3. Hoch, höher, Duplantis

Als Armand Duplantis im Stade de France die Höhe von 6,25 Meter überquerte, bebte die Arena. Weltrekord, Olympiagold, historischer Moment - der Ausnahme-Stabhochspringer aus Schweden hatte die Show geliefert, auf die alle gehofft hatten.
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Paris steht Kopf! Duplantis krönt Olympia-Gold mit Weltrekord

Quelle: Eurosport

Duplantis gewann bereits seine siebte Goldmedaille bei ganz großen Meisterschaften - und dabei ist der Ausnahmekönner erst 24 Jahre alt. Als erster Stabhochspringer seit Bob Richards (1952 und 1956) schaffte Duplantis zudem zwei Olympiasiege in Serie.

4. Das Foto der Spiele entsteht 15.000 km von Paris entfernt

Jérôme Brouillet gehört zu den großen Gewinnern der Olympischen Spiele 2024 - und das, obwohl der Franzose an keinem Wettkampf teilnimmt. Aber: Der Fotograf schoss bei den Surfwettbewerben auf Tahiti für die Agence France-Presse (AFP) ein ikonisches Foto, das um die Welt ging. Es zeigt den brasilianischen Surfer Gabriel Medina, der nach Heat 5 in der dritten Runde einen besonderen Abgang hinlegte.
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Gabriel Medina (Foto: Jérôme Brouillet / AFP)

Fotocredit: Getty Images

"Wenn alle Bedingungen erfüllt sind - Wetter, Wellen, Licht, wenn der Bootsführer in der richtigen Position ist und wenn man weiß, wie man seine Kamera benutzt - kann man gute Bilder vom Surfen in Teahupo'o machen", erklärte Brouillet gegenüber dem "Time Magazine".

5. Die Stadt ist der Star

Doch trotz Marchand, Riner oder Dupont: Der eigentliche Star der Spiele war die Stadt. Paris hatte sich herausgeputzt, auch auf Kosten der genervten Bewohner, dafür kamen die Gäste aus dem Staunen kaum heraus.
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Spektakuläre Bilder garantiert: Die Schauplätze in Paris

Quelle: SID

Beachvolleyball unter dem Eiffelturm, Radrennen vor den Stufen von Sacre-Coeur, Bogenschießen am Invalidendom oder Reitsport vor dem Schloss Versailles. Die Liste ließe sich leicht fortsetzen, die Bilder aus Paris waren ein Genuss. Übrigens auch jene vom Surfen aus Tahiti.

6. Seine oder Nichtsein, das war die Frage

Nur der Stadtfluss konnte da nicht mithalten. 1,4 Milliarden Euro wurden investiert, um die "Kloake von Paris" in ein Badeparadies zu verwandeln. Spitzenpolitiker sprangen publikumswirksam hinein, doch der Regen spülte den Dreck der Stadt wieder hoch.
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Wasserqualität der Seine fraglich? Organisatoren geben Erklärung ab

Quelle: Perform

Sportler und Fans bildeten sich zu Experten für E.Coli-Bakterien weiter, zahlreiche Trainings mussten abgesagt, ein Triathlon verschoben werden. Und Freiwasserschwimmerin Leonie Beck nahm auch etwas mit von ihren zehn Kilometern in der Brühe. "Habe mich gestern neunmal übergeben und Durchfall", berichtete sie bei Instagram.

7. Bolls emotionaler Abschied

Noch viele Minuten nach dem letzten verlorenen internationalen Match seiner Karriere klatschte die ganze Pariser Arena für Timo Boll, die "Timo, Timo"-Sprechchöre wollten nicht enden. Und während der Hallensprecher Bolls wirklich lange Erfolgsliste vortrug, lauschte Deutschlands bester Tischtennisspieler der Geschichte der Laudatio andächtig und mit nassen Augen. Es war ein würdiger Abschluss einer großen internationalen Karriere.
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Boll im Abschieds-Interview: "Das Loslassen tut schon weh"

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"Ich kann ganz zufrieden sein, wie die vergangenen 25 Jahre gelaufen sind. Und ich werde wirklich sehr viel vermissen", sagte Rekordeuropameister Boll nach der 0:3-Niederlage mit dem deutschen Team gegen Schweden im olympischen Viertelfinale von Paris: "Es hat sich aber alles bis heute richtig angefühlt." Ein großer Abschied eines großen Sportlers.

8. Genderstreit - die Boxerinnen bleiben cool

Für Unwohlsein sorgte auch der Fall der Boxerinnen Imane Khelif und Lin Yuting. Das Aufregerthema, in dem es nur Verliererinnen und Verlierer gibt. Im unwürdigen Streit um das Geschlecht der Olympionikinnen schlug die Stunde der Populisten, die ahnungslos und böswillig in den Sozialen Medien zu Werke gingen.
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Khelif lässt Algerien jubeln: Box-Gold im Stadion von Roland-Garros

Quelle: Eurosport

Das IOC ließ sich vom suspendierten Box-Verband IBA zeitweise am Nasenring durch die eigene Manege schleifen, die Kontrolle ging verloren, die Athletinnen litten - blieben sportlich aber im Tunnel: Gold für Khelif, Gold für Lin. Die Debatte wird wohl dennoch nicht enden.

9. Djokovic: Der goldene Traum wird wahr

Als Novak Djokovic endlich auf dem Olymp angekommen war, bahnte er sich mit der serbischen Fahne in der Hand den Weg zu seiner Familie. Die Tränen liefen ihm übers Gesicht, sein ganzer Körper zitterte, und als er endlich die Box seiner Liebsten erreicht hatte, drückte er Tochter Tara ganz fest an sich.
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Highlights: Djokovic holt Gold in Final-Thriller gegen Alcaraz

Quelle: Eurosport

Der 37-Jährige hatte den spanischen Überflieger Carlos Alcaraz im Endspiel entzaubert und im fünften Anlauf olympisches Gold gewonnen - es war der letzte große Einzeltitel, der Djokovic noch fehlte.

10. Historischer Krimi bei Suche nach Sprint-König

Sprintstar Noah Lyles hat sein Versprechen eingelöst und Olympia-Gold über die 100 m nach 20 Jahren zurück in die USA geholt. Der Weltmeister rannte in einem historischen Finale 9,79 Sekunden und war damit in einem Fotofinish nicht zu halten.
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Fotofinish! Lyles gewinnt 100-m-Gold in Tausendstel-Krimi

Quelle: Eurosport

Hinter Lyles sicherte sich der Jamaikaner Kishane Thompson Silber, er lag nur fünf Tausendstel zurück. Es war die knappste 100-m-Entscheidung in der Geschichte der Olympischen Spielen der Neuzeit. Bronze holte im Stade de France Lyles' Landsmann und Ex-Weltmeister Fred Kerley (9,81). "Genau das wollte ich, diesen harten Kampf gegen unfassbar starke Gegner", sagte Lyles und brüllte: "Ich bin der Wolf unter den Wölfen."
(mit SID)
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Merci et Adieu, Paris! Das emotionale Ende der Olympischen Spiele

Quelle: Eurosport


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