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Olympia 2022: IOC-Präsident Thomas Bach verspricht "neue Ära" - Spiele politisch aufgeladen wie lange nicht
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Publiziert 03/02/2022 um 16:46 GMT+1 Uhr
Xi Jinping trifft bei der Eröffnungsshow im "Vogelnest" Wladimir Putin - und das soll unpolitisch sein? Thomas Bach gibt derweil den Friedensstifter mit großer Sympathie für die Wintersportindustrie. Mit den Spielen im Reich der Mitte beginne "eine neue Ära des Wintersports", versicherte der Deutsche, während hinter den Kulissen die politischen Entscheidungsträger gemeinsame Pläne schmieden.
In Peking läufen die Vorbereitungen auf die Eröffnungsfeier.
Fotocredit: Getty Images
Wenn Xi Jinping und Thomas Bach in Pekings "Vogelnest" Wladimir Putin empfangen, wollen Deutschlands Spitzenpolitiker lieber nicht dabei sein.
Das böse Boykott-Wort nehmen Kanzler Olaf Scholz und Außenministerin Annalena Baerbock zwar nicht in den Mund, bei der Eröffnungsshow der Winterspiele am Freitag (13.00 Uhr, live im Free-TV bei Eurosport 1 und bei Eurosport auf Joyn!) haben sie aber zufällig dringendere Termine.
Das ganze 16-tägige Spektakel erscheint der Bundesregierung suspekt.
Bach pries Spiele als "Weg in eine bessere und friedvollere Zukunft"
Politisch aufgeladen ist es auf jeden Fall, auch wenn Chinas Staatspräsident Xi und IOC-Chef Bach das nicht so gerne hören. Es gehe doch nur um Sport. Und um die Wintersportindustrie. Natürlich auch um Frieden, der an den Grenzen zwischen Russland und der Ukraine oder China und Taiwan in Gefahr ist. Aber vor allem um die Athletinnen und Athleten - um die geht es dem IOC doch immer.
Für einige Menschen im Gastgeberland der 24. Winterspiele geht es dagegen eher ums Überleben oder zumindest um die eigene Identität: für die Minderheiten der muslimischen Uiguren, für die Tibeter und Tibeterinnen, für diejenigen, die in Hongkong um ihre freiheitlichen Rechte kämpfen. Die erwähnte Bach nicht, als er am Tag vor der Eröffnungsfeier auf der IOC-Vollversammlung die Spiele als "Weg in eine bessere und friedvollere Zukunft" pries.
Dafür rief er "eine neue Ära des Wintersports" aus, mit nahezu unbegrenzten Wachstumschancen für Hersteller von Skiliften, Pistenraupen und Schneekanonen. 300 Millionen Chinesinnen und Chinesen, sogar weit mehr seien schon heute Kunden dieser Industrie, das Ziel, das die chinesische Staatsführung nach dem Zuschlag für die zweiten Spiele in Peking 2015 ausgegeben hat, sei übertroffen worden, sagt Bach - und liegt damit voll auf Linie der Kommunistischen Partei.
Die darf sich trotz der Menschenrechtsverletzungen, die sie abstreitet, trotz der Meinungsfreiheit, die sie einschränkt, mit der Jugend der Welt schmücken. Xi verspricht "einfache, sichere und aufregende" Winterspiele. Wenn "die Welt ihre Augen auf China richtet, wird China bereit sein", sagte er am Donnerstag. Nicht nur für eine neue Ära des Wintersports.
Die Politik ist Teil der Olympischen Spiele in Peking
Am Rande der Eröffnungsfeier, die wie bei den Sommerspielen 2008 von Regisseur Zhang Yimou erdacht wurde, werden sich Xi, von dem sich Taiwan bedroht fühlt, und Putin, dessen Panzer vor der Ukraine stehen, über ihre "gemeinsame Vision" in Bezug auf die internationale Sicherheit austauschen. Eine Vision, in der die USA anscheinend keinen Platz am Tisch haben, sie boykottieren ja auch Xis Spiele, wie die Regierungen aus Großbritannien, Kanada oder Australien.
Das wiederum missfällt Putin, dessen Geheimdienst bei den Sotschi-Spielen vor acht Jahren die positiven Dopingproben der heimischen Sportlerinnen und Sportler gegen negative austauschte, wofür Russland bis heute gesperrt ist. "Wir sind gegen die Politisierung des Sports und gegen Versuche, ihn als Druckmittel, unlauteren Wettbewerb oder Diskriminierung einzusetzen", sagte Putin am Donnerstag und leugnete wieder einmal jedes staatliche Dopingprogramm.
Die Politik, das kann niemand leugnen, ist Teil dieser Olympischen Spiele, sie war es auch bei früheren Spielen. Das IOC aber pocht auf seine Neutralität, weil Bach "dunkle Wolken der wachsenden Politisierung des Sports am Horizont" ausgemacht hat. Putin und Xi hat er auf seiner Seite, kritische Zuschauer muss er am Freitag nicht fürchten. In Pekings "Vogelnest" sind nur geladene Gäste willkommen. Der Pandemie sei dank.
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(SID)
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Beijing 2022 : Thomas Bach will meet Peng Shuai and is really enthusiast about it
Quelle: Eurosport
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