Flandern-Rundfahrt: Tadej Pogacar mit beeindruckendem Sieg bereit für die Klassiker-Krönung - drei Dinge, die auffielen
Tadej Pogacar hat bei der Flandern-Rundfahrt mit einem souveränen Solo-Sieg nicht nur bewiesen, dass sein Sieg bei der Ronde 2023 keine Eintagsfliege war, sondern auch den Kopfsteinpflaster-Spezialisten vor Paris - Roubaix den Fehdehandschuh hingeworfen. Doch auch die Konkurrenz konnte aus Belgien Rückenwind für den nächsten Schlagabtausch am kommenden Sonntag mitnehmen. Drei Dinge, die auffielen.
Highlights: Ein Antritt und weg - Pogacar lässt Konkurrenz stehen
Quelle: Eurosport
Es war keine seiner im Vorjahr perfektionierten Endlos-Attacken, doch im Ziel lag Tadej Pogacar auch bei der 109. Flandern-Rundfahrt über eine Minute vor der Konkurrenz. Nur 18 Kilometer mit zwei Anstiegen benötigte der Slowene, um alle Rivalen klar hinter sich zu lassen.
Dieser achte Sieg bei einem Radsport-Monument schmeckt für den 26-Jährigen nach der Pleite bei Mailand - Sanremo im März umso süßer, nach vier Erfolgen in der Lombardei stand er nun in Flandern wie zuvor in Lüttich ein zweites Mal ganz oben auf dem Podium.
Doch bei aller Freude über solche Mehrfach-Siege: Noch mehr brennt Pogacar für Premieren. Am kommenden Sonntag wagt er sich erstmals bei Paris - Roubaix (ab 10:30 Uhr live bei Eurosport und discovery+) auf das gefürchtete Terrain des Kopfsteinpflasters in Nordfrankreich, trotz der Sturzgefahr und dem Risiko für das große Ziel des Jahres: den vierten Tour-Sieg.
Der dominante Auftritt im Flandern gibt dem Weltmeister jede Menge Zuversicht, doch auch seine Rivalen können nach den 269 Kilometern positive Erkenntnisse mit zum Roubaix-Start in Compiègne nehmen.
Drei Dinge, die bei der Flandern-Rundfahrt auffielen:
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Radsport: Tadej Pogacar blickt sich bei der Flandern-Rundfahrt 2025 nach Mathieu van der Poel und Wout van Aert um
Fotocredit: Getty Images
1. Pogacar bereit für Klassiker-Krönung
Er benötigte mehrere Versuche, doch am Ende mussten die Gegner seine Überlegenheit anerkennen: Bei der dritten und letzten Passage des steilen Oude Kwaremont konnte niemand mehr der Tempoverschärfung Pogacars folgen. Der Widerstand war gebrochen, die Lücke ging auf.
Doch der eindrucksvollste Part sollte noch folgen - und dieser macht das Leichtgewicht erst zum echten Sieganwärter auch auf dem flachen Kurs bei der "Königin der Klassiker" am 13. April: Wie Pogacar danach kilometerlang alleine im Gegenwind das Verfolgerquartett aus bestens zusammenarbeitenden Weltklassefahrern erst auf Distanz hielt und dann sogar distanzierte, war sein eigentliches Meisterstück.
Mit dieser Tempohärte nach mehr als fünfeinhalb Rennstunden setzte er ein extrem eindrucksvolles Ausrufezeichen und unterstrich, was seine Topzeiten bei den Testfahrten auf der Roubaix-Strecke angedeutet hatten.
"Das ist ein völlig anderes Rennen, aber ich stelle mich der Herausforderung. Flandern liegt mir etwas besser, aber in dieser Form sollte ich mein Glück bei Paris - Roubaix versuchen", formulierte Pogacar im Siegerinterview zurückhaltend, doch das Ziel ist klar: einmal mehr Geschichte zu schreiben.
Denn das Klassiker-Double aus Ronde und Roubaix gewannen zwar schon einige Spezialisten im selben Jahr, aber noch nie ein Tour-Sieger.
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Cycling : Repost Social - Pogacar in Arenberg
Quelle: Eurosport
2. Visma meldet sich nach Tiefschlag zurück
Generalprobe versaut, Aufführung zumindest zur Wiedergutmachung genutzt: Am Mittwoch bei Quer durch Flandern war das Visma-Team noch übel gescholten worden, weil ein Trio um Wout van Aert den Sieg an ihren einzigen Begleiter in der Spitzengruppe verlor.
Doch die niederländische Mannschaft meldete sich stark zurück und war in der entscheidenden Rennphase eindrucksvoll zur Stelle. Wieder drehten van Aert, Matteo Jorgenson und Tiesj Benoot auf, waren das zahlenmäßig stärkste Team und konnten so lange gegen die eigentlich überlegenen Einzelkämpfer Pogacar und van der Poel ihre Chancen intakt halten.
Noch wurde der Auftritt nicht mit einem Podium belohnt, aber für Roubaix gibt das dem gescholtenen Rennstall den nötigen Auftrieb. "Bis 20 Kilometer vor dem Ziel waren wir mit auf Siegkurs", bilanzierte Sportchef Grischa Niermann die Leistung. "Das gibt uns Mut für nächsten Sonntag", so der Deutsche bei "Wielerflits". Die Form bei van Aert geht klar nach oben, sein drittes Podium in Roubaix ist mehr als möglich.
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"Die Schmach von Waregem": Powless kocht Visma komplett ab
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3. Pedersen hat Pavé im Visier
"Alles" würde er für den ersehnten ersten Sieg bei einem Monument geben, machte Mads Pedersen (Lidl-Trek) schon vor Wochen gegenüber Eurosport klar. Die Chancen für das Kraftpaket standen noch nie so gut wie jetzt: Die Form stimmt, die Mannschaft ist enorm stark und in Roubaix kann er seine Qualitäten voll ausspielen.
Der zweite Platz in Flandern hat bewiesen, dass der Ex-Weltmeister absolut bereit für den ganz großen Wurf ist.
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Überragender "Kannibale": Pogacar gewinnt 109. Ronde
Quelle: Eurosport
In Frankreich werden ihn weder Cipressa noch Poggio, weder Kwaremont noch Paterberg quälen: Der Kurs liegt ihm von allen Monumenten mit Abstand am meisten, und wenn es im Velodrom zu einem Sprint um den Sieg kommen sollte, muss der 29-Jährige niemand fürchten.
Die beste Platzierung eines Dänen in Roubaix stammt aus der ersten Austragung: 1896 wurde Charles Meyer dort Zweiter: Pedersen hat alle Chancen, ihn bei der 112. Auflage zu überflügeln.
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Pogacar im Siegerinterview: Überglücklich nach Rückschlägen
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