Den "deutschen Rekord" hat Emanuel Buchmann bei seinem ersten Giro d'Italia fest im Blick: Besser als Platz fünf in der Gesamtwertung, was zuletzt Didi Thurau 1983 gelang, sollte es Ende Mai in Mailand schon sein: "Wenn ich ohne Sturz, ohne Defekt, ohne dummen Zeitverlust durchkomme, ist das Podium drin", sagte der 28-Jährige, und legte nach:
"Wenn man das Podium anpeilt, dann ist auch der Sieg nicht super weit weg."
Zwar hat Buchmann einem Monat kein Rennen mehr bestritten, dafür aber im Training hart gearbeitet. Seine zufriedene Bilanz: "Ich bin auf den Punkt fit. Wir sind genau da, wo wir zum Start des Giro sein wollten, die Form ist schon sehr gut," auf ähnlichem Niveau wie 2019, als weniger als zwei Minuten zu Gesamtsieger Egan Bernal fehlten.
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Dazu kommt noch ein Gewichtsverlust im letzten Höhencamp, der ihm an den vielen steilen Anstiegen dieses Giro sehr in die Karten spielen dürfte: Schlank und sehr austrainiert präsentierte er sich nach der Teamvorstellung am Eurosport-Mikrofon.

"Ich bin bereit!" Buchmann startet in Topform in den Giro

Giro: Buchmann mit Sagan als "Edelhelfer"

Mit dem Kader rund um Boras vierköpfige italienische Fraktion sieht sich Buchmann "für alle Terrains gerüstet": In den Bergen sollen Matteo Fabbro und Felix Großschartner seine Leibgarde sein, während sich Peter Sagan höchstselbst als Edelhelfer für die Etappe über die Schotterstraßen der Toskana und windanfällige Teilstücke anbot.
Besichtigt habe er keine der Giro-Etappen im Vorfeld, abgesehen von seinem Start beim Eintagesrennen Strade Bianche im März, über dessen unbefestigte "weiße Straßen" auch Teile des elften Tagesabschnitts führen werden. Doch der Schotter schreckt das Leichtgewicht nicht.
"Es ist gut, dass ich die Strade Bianche gesehen habe, um ein Gefühl dafür zu kriegen. Dort ist die Position extrem wichtig. Aber an sich mache ich mir keine Sorgen", erklärt er auf Eurosport-Nachfrage, einen folgenschweren Defekt fürchtet er nach seinen Erfahrungen aus der Toskana nicht.

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Dass Zeitverlust aber überall lauern kann, hat Buchmann in dieser Saison schon schmerzhaft erleben müssen. In beiden bisher absolvierten Etappenrennen 2021 "haben wir Fehler gemacht, waren mal bei einer Abfahrt oder bei der Windkante zu weit hinten. Das darf uns jetzt nicht mehr passieren", unterstreicht er.

Buchmann: Werte sind super - Attacken im Plan

Was dabei dennoch immer Rückhalt gab und den Optimismus vor dem Giro nährt, waren die Daten: "Die Leistungswerte sind super", verrät der Ravensburger, dem auch die eben erst erfolgte Vertragsverlängerung bis 2024 Rückenwind gibt.

"Ich bin sehr zuversichtlich, dass die drei nächsten Jahre besser werden als 2020", als ein Sturz vor der Tour de France den einstigen deutschen Meister um ein erneutes Spitzenergebnis brachte.

Jetzt wird es darauf ankommen, nach dem Zeitfahren schnell den Rennrhythmus zu finden, denn schon in der ersten Woche warten zwei Bergankünfte. Buchmann will sich angesichts der anstehenden Strapazen die Reserven bestmöglich einteilen - aber auch jede Chance nutzen: "Die letzte Woche ist extrem schwer, also werde ich die ersten beiden Wochen eher versuchen, Kräfte zu sparen. Aber wenn sich eine Gelegenheit ergibt - warum dann nicht attackieren?"
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