Giro d'Italia: Kämna blüht auf - "Gut fürs Selbstvertrauen, zu sehen wie viel Power ich habe"
VonFelix Mattis
Publiziert 08/05/2022 um 12:59 GMT+2 Uhr
Lennard Kämna hat zum Auftakt des 105. Giro d'Italia auf den ersten beiden Teilstücken in Ungarn überzeugt: Er attackierte im kurzen Schlussanstieg der 1. Etappe in Visegrád und fuhr 24 Stunden danach im Einzelzeitfahren von Budapest auf den achten Rang. Der 25-Jährige, der im vergangenen Jahr eine schöpferische Pause einlegte, scheint wieder voll auf der Höhe, glücklich und zufrieden zu sein.
Lennard Kämna
Fotocredit: Getty Images
Lennard Kämna verließ Budapest mit einem zufriedenen Lächeln.
Dass er “ziemlich viel Lust auf den Giro” habe, hatte der deutsche Radprofi schon vor dem Start der Italien-Rundfahrt angekündigt - und seine Worte prompt mit Leben gefüllt.
Angriffslustig beim Auftakt am Freitag, ein Top-10-Ergebnis als bester Deutscher im Vollgas-Zeitfahren in Ungarns Hauptstadt am Samstag: Kämna ist die positive Erscheinung der ersten Giro-Tage.
Der 25-Jährige hat den Spaß am Radsport wiedergefunden. “Das war gut für mein Selbstvertrauen, zu sehen, dass ich die Power habe”, sagte der Profi des deutschen Top-Teams Bora-hansgrohe nach seinem achten Platz im Kampf gegen die Uhr: “Ich bin sehr glücklich.”
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Kämna fährt an der Fischerbastei auf den Hot Seat
Quelle: Eurosport
Diese Gemütslage gilt für Kämna ganz allgemein - und ist angesichts eines Tiefs im Vorjahr nicht selbstverständlich. Keine Tour de France, keine Olympischen Spiele, keine WM - Kämna nahm sich ab Mai eine dringend benötigte Auszeit.
Der Kopf, nicht die Beine bremsten ihn aus. Er habe, sagte er dem Weser-Kurier, Probleme gehabt, “mir Befriedigung abseits des Sports zu holen”.
Viel Zeit mit Freunden und Familie halfen Kämna, die verloren gegangene Balance wiederzufinden. Längst ist die Motivation zurück. Er sei, sagte Kämna schon zum Jahresanfang, eben doch “Radfahrer aus Leidenschaft”.
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All in im Finale: Kämna schaltet in den Angriffsmodus und reißt Lücke
Quelle: Eurosport
Für Bora und den gesamten deutschen Radsport ist diese Erkenntnis eine wichtige Nachricht. Kämna, Tour-de-France-Etappensieger von 2020, ist eines der größten deutschen Rundfahrtalente. Er ist im Zeitfahren begabt, kann enorm stark am Berg sein. Fahrertypen wie Kämna kämpfen um Führungstrikots.
Beim Giro ist das noch kein Thema. Kämna kommt als Edelhelfer einer Dreierspitze um Emanuel Buchmann zum Einsatz, soll aber auch genügend Freiheiten für eigene Ambitionen erhalten.
Ein Etappensieg ist das Ziel beim Giro
“Es gibt auf jeden Fall viele Möglichkeiten, auf Etappenjagd zu gehen. Wenn ich in einer Ausreißergruppe bin, gibt es immer Möglichkeiten zu gewinnen. Ich habe mir das als Ziel gesetzt”, sagte Kämna.
Vor allem in der zweiten und dritten Woche dürfte Kämna auf den hügeligen Etappen in Italien sein Glück in Fluchtgruppen versuchen. Am Sonntag war dafür die Zeit noch nicht gekommen.
Auf der Flachetappe nach Balatonfüred - dem letzten Teilstück in Ungarn vor dem Transfer nach Italien am Montag - gehörte die Bühne den Sprintern. Beim Sieg des britischen Topstars Mark Cavendish rollte Kämna zeitgleich als 142. über den Zielstrich.
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Aldag analysiert Kämna-Attacke: "Lenni muss man machen lassen"
Quelle: Eurosport
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