Giro d'Italia - Drei Dinge, die auffielen: Nico Denz macht deutschen Doppelschlag bei Italien-Rundfahrt perfekt

Die zweite Giro-Woche entwickelt sich zu einer deutschen Erfolgsgeschichte, Nico Denz machte auf der 12. Etappe in Rivoli den zweiten Sieg in Italien perfekt. Dabei feierte der Bora-Profi seinen ersten Erfolg in einer großen Landesrundfahrt und belohnte sich für unbändigen Kampfgeist. Mit weit weniger Einsatz sorgte ein anderer Deutscher für einen Sprung an die Spitze. Drei Dinge, die auffielen.

Highlights: Ausreißer Denz sorgt für ersten Bora-Coup

Quelle: Eurosport

Die größte Ausreißergruppe des Giro machte die 12. Etappe unter sich aus - und obwohl sie laut Nico Denz mit "lauter Monstern" besetzt war, jubelte am Ende der Badener über den ersehnten ersten Sieg, eine Erlösung für ihn und sein Bora-Team.
"Das ist wirklich ein großer Sieg für mich. Ich bin sehr stolz darauf, eine Etappe des Giro d'Italia gewonnen zu haben. Es ist unglaublich, ich bin sprachlos", freute sich der 29-Jährige.
Erst mit großem Rückstand kamen die Topfahrer nach 185 Kilometern ins Ziel, vor der Kletterpartie in der Schweiz sparten sie wertvolle Kräfte, was für unerwartete Freude bei Team Jumbo-Visma sorgte.
Drei Dinge, die auffielen.

1.) Denz macht deutschen Doppelschlag perfekt

Seit über 100 Jahren gehen die Radprofis beim Giro d'Italia auf Etappenjagd, doch dass deutsche Fahrer zwei Etappen hintereinander für sich entscheiden können, hat extremen Seltenheitswert. Nico Denz und Pascal Ackermann haben nun mit ihren Erfolgen auf dem 11. und 12. Tagesabschnitt ein Kunststück wiederholt, das es zuletzt vor 15 Jahren zu bejubeln gab.
Damals waren es Jens Voigt und André Greipel, die ebenfalls mit einem Sprintsieg, gefolgt von einem Ausreißercoup, für ein solches "Double" sorgten. Für Voigt der einzige Erfolg seiner Karriere beim Giro - der mit einer kalten Dusche "belohnt" wurde, wie er im Velo Club verriet:
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Der erste deutschen Doppelpack beim Giro war übrigens Danilo Hondo 2001 gelungen, als er zwei Massensprints hintereinander gewinnen konnte.
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2.) Vine sorgt für Wirbel

Ebenfalls bisher 40 Etappensiege beim Giro konnten neben den deutschen Profis die Australier einfahren - und einer ihrer aussichtsreichsten Starter liegt mit seinem Team genau im Kampf um solche Tageserfolge im Clinch. Im machte Jay Vine klar, dass für ihn Etappensiege das klare Ziel seien, während seine Mannschaft von ihm einen Platz in den Top Ten und Unterstützung für Kapitän João Almeida erwartet.
"Die Gesamtwertung interessiert mich nicht", betonte der Australier, "in einer perfekten Welt würde ich 45 Minuten verlieren und dann Etappen ins Visier nehmen". Pikant: Erst vor einer Woche hat Vine seinen Vertrag bei Team UAE bis 2027 verlängert und dabei sei "Teil der Verhandlungen gewesen, dass 'Top-10-Plätze bedeutungslos' sind. Also ist es mir egal. Das mag toll fürs Team sein, aber was zählt sind Siege oder Podien. Ich helfe João gerne, aber mir persönlich ist das Gesamtklassement egal, es hat keinen finanziellen Wert", so der zweifachen Etappensieger der letzten Vuelta.
Seltsamer Zufall, dass Vine auf der 12. Etappe als 89. über zehn Minuten aufs Hauptfeld verlor, in der Gesamtwertung 18 Plätze abrutschte und nicht einmal mehr auf die Top 15 in Rom eine Chance hat.
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3.) Jumbo "kampflos" an die Spitze

Wie man im Vorübergehen die Spitze einer Sonderwertung erobern kann, zeigte Team Jumbo-Visma auf dieser 12. Etappe. Mit Michel Heßmann und Sepp Kuss (USA) hatte man ein Duo nur als Aufpasser und mögliche Relaistationen im Falle von Angriffen der Favoriten am letzten Berg in die große Fluchtgruppe des Tages geschickt. Dort hielten sich die beiden mit Tempoarbeit vornehm zurück, wie Heßmann im Interview mit Jens Voigt im Ziel lachend gestand - damit verpasste man zwar im Tagesergebnis die vorderen Plätze, kam aber noch immer sechs Minuten vor dem Hauptfeld an und kletterte damit von Rang vier an die Spitze der Mannschaftswertung.
Allerdings könnte diese Führung eine Momentaufnahme bleiben - der Fokus des niederländischen Rennstalls bleibt ganz klar der Gesamtsieg von Primoz Roglic. Doch als eines von nur noch drei Teams im Rennen, die weiter mit allen acht Fahrern vertreten sind, könnte man mit der auf dem Weg nach Rivoli so erfolgreichen Taktik weiter große Gruppen kräftesparend besetzen und seine Chancen zumindest wahren.
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"Ich habe so gelitten": Denz blickt auf seinen Triumph in Rivoli

Quelle: Eurosport

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