Giro d'Italia: Drama um UAE-Team beim Giro-Start - Wird Yates-Aus zur Chance für "junge Wilde" und die Rekordjagd?
VonFelix Mattis
Update 12/05/2026 um 12:19 GMT+2 Uhr
Das Überfliegerteam UAE - Emirates - XRG hat am Auftaktwochenende des Giro d'Italia in Bulgarien eine schmerzhafte Bruchlandung erlebt: Nach dem Sturz-Aus von Kapitän Adam Yates sowie den vielversprechenden Etappenjägern Jay Vine und Marc Soler muss sich der Pogacar-Rennstall für die anstehenden drei Wochen in Italien komplett umstellen. Doch ist das auch eine Chance für die "jungen Wilden"?
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Quelle: Eurosport
Es war das große Drama vom Wochenende: Nachdem das UAE-Team erst kurz vor der 109. Italien-Rundfahrt seinen designierten Kapitän Joao Almeida aus dem Aufgebot hatte streichen müssen, schied durch den schweren Massensturz der 2. Etappe auch der aufgerückte Co-Leader Adam Yates aus. Dazu kamen dessen Berghelfer mit großem Etappenjäger-Potential, Marc Soler und Jay Vine.
In den Charterflieger nach Italien stiegen am Sonntagabend nur noch fünf Fahrer des Pogacar-Teams: Igor Arrieta, Mikkel Bjerg, Jan Christen, Antonio Morgado und Jhonatan Narvaez.
"Der gesamte Plan ist über den Haufen geworfen. Das war ein schwerer Schlag", stellte Eurosport-Experte Robert Bengsch im Velo Club fest, blickte aber auch direkt voraus: "Jetzt müssen sie aus der Situation etwas machen."
Dem schloss sich Eurosport-Experte Rolf Aldag an. Der ehemalige Red-Bull-Sportdirektor erwartet von UAE nun vielleicht sogar noch mehr Entertainment als mit dem Gesamtwertungs-Ziel von Yates möglich gewesen wäre.
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UAE nach Sturz-Drama gefordert: "Die jungen Wilden sind noch da"
Quelle: Eurosport
"Bei aller Bitterkeit: Sie haben erfahrene Rennfahrer verloren, haben aber die jungen Wilden: Morgado und Christen, wenn Du denen eine Chance gibst, die sie sonst vielleicht nicht gehabt hätten…", deutete der 58-Jährige im Velo Club an.
Chance für die "jungen Wilden"
Mit dem Aus der drei Ü30-Fahrer im Kader verbleiben nur noch die U30-Kandidaten. Der Altersdurchschnitt des UAE-Girokaders ist auf einen Schlag um drei Jahre von 27 auf 24 gesunken.
Der Jüngste aus dem Quintett, Christen, verbringt den Ruhetag als Gesamtsechster und trägt stellvertretend für den Rosanen Guillermo Silva (XDS-Astana) das Weiße Trikot der Nachwuchswertung.
Dazu kommen der 23-jährige Arrieta, der auch nur 1:11 Minuten zurückliegt und ein Geheimtipp in Richtung Gesamtwertung sein könnte, wie Eurosport-Experte Jens Voigt bereits vor dem Giro andeutete. Neben Tempobolzer Bjerg (29) sind vor allem die 22 und 27 Jahre alten Kraftpakete Morgado und Narvaez Garanten für Spektakel - gerade auf den zahlreichen mittelschweren Etappen dieses Giros.
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Jan Christen beim Giro d'Italia nach Etappe 2
Fotocredit: Getty Images
Besonders stark präsentiert hat sich aber eben schon am Samstag Jan Christen, während der Rest des Teams seine Wunden leckte. Der Schweizer, der zu Jahresanfang bereits die AlUla Tour gewann und bei der Ruta del Sol Vierter wurde, gab schon einen Vorgeschmack auf die zu erwartenden UAE-Offensivaktionen.
Christen als Etappenjäger oder sogar fürs GC?
"Er hat am Samstag schon Antworten gegeben mit seinem tollen Finale. Das hat sich jetzt noch nicht ausgewirkt auf eine Platzierung, aber ich rechne mit Christen auf Etappensiege - nicht auf die Gesamtwertung, aber auf Etappen", meinte Bengsch.
Aldag ergänzte: "Vielleicht ist die Gesamtwertung nicht der Plan, vielleicht entwickelt es sich aber auch dahin. Wenn man ihm jetzt sagt: Es war nie so geplant, aber jetzt bist Du Kapitän - dann ist natürlich Verwirrung in seinem Kopf, das ist ein junger Mensch. Wenn Du aber Etappe für Etappe angehst und er nach zwei Wochen immer noch vorne dabei ist, dann verliert man auch nicht mehr bewusst Zeit."
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Christen über Ausfälle bei UAE und neue Pläne: "Hart zu akzeptieren"
Quelle: Eurosport
Christen selbst wollte am Wochenende von einem Paradigmenwechsel für sich selbst noch nichts wissen. "Eigentlich habe ich das Gesamtklassement nicht im Kopf und mir einzelne Etappen rausgesucht", sagte er am Sonntag am Eurosport-Mikrofon.
Und auch im Winter-Trainingslager hatte er gegenüber "radsport-news.com" erklärt, dass sein Grand-Tour-Debüt zum Lernen, Helfen und Ausprobieren da sei. Gleichzeitig aber sagte er dort auch, dass er perspektivisch in den kommenden Jahren auch testen wolle, was für ihn in Richtung Gesamtwertung bei Rundfahrten möglich sei - nur eben noch nicht 2026.
Und dann ist da noch die 100
Und dann ist da noch dieses andere Thema: Nachdem UAE im vergangenen Jahr 97 Saisonsiege eingefahren hat, ist ein Ziel des Rennstalls für 2026 die Verbesserung dieses ohnehin bereits verrückten Rekordes. Die 100 soll fallen!
Auch wenn das extrem schwer werden dürfte, da man bislang bei 28 Siegen steht - im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt bereits 37 - die kommenden 18 Etappen in Italien könnten mit der neuen Freiheit für die "jungen Wilden" das Konto in die Höhe schrauben.
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Giro-Strecke: Profil der 4. Etappe - Sprint nach steilem Berg?
Quelle: Eurosport
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