Giro d'Italia 2026 - Drei Dinge, die auf der 18. Etappe auffielen: Paul Magnier feiert doppelten Sieg trotz "Mauer"

Auf den ersten Blick war diese 18. Etappe ein klarer Fall für die Sprinter. Aber die Organisatoren legten zehn Kilometer vor dem Ziel ein besonders steiles Hindernis in den Weg: die Muro Ca'di Poggio. Eine gut einen Kilometer lange "Mauer" mit zwölf Prozent Steigung im Durchschnitt. Die Sprinter nahmen den Kampf an - und Paul Magnier feierte seinen dritten Tagessieg. Drei Dinge, die auffielen.

Highlights: Sprinter überleben gefürchtete "Mauer" im Finale

Quelle: Eurosport

"Ich hatte nicht erwartet, heute meinen dritten Sieg zu holen", sagte Magnier im Interview nach seinem Sieg, bei dem der Profi von Soudal Quick-Step an dem steilen Anstieg auf Tuchfühlung mit Kletterern wie Jonas Vingegaard bleiben musste.
Magnier gelang es, wie einigen anderen Sprintern auch, und erwies sich damit einmal mehr als der beste schnelle Mann dieser Rundfahrt. Der Lohn: das Maglia Ciclamino des punktbesten Fahrers.
Anstelle eines Tages für die Ausreißer wurde auch im Feld voll gefahren - nicht nach dem Geschmack des Visma-Teams um Vingegaard, die aber mit kleinen Zeichen an die Konkurrenz ihre Vormachtstellung trotzdem untermauerten.
Als kleiner Held des Tages erwies sich wieder einmal Afonso Eulálio (Bahrain Victorious), der stürzte, zurückkam, zweimal attackierte und weiter bei diesem Giro begeistert.
Drei Dinge, die auf der 18. Etappe des Giro d'Italia auffielen:

1. Das Maglia Ciclamino ist entschieden

Paul Magnier bekam im Verlauf des Giros im Kampf um das Punktetrikot einen ernstzunehmenden Konkurrenten. Jhonatan Narvaez wurde zum Ausreißerkönig dieser Italien-Rundfahrt, gewann drei Etappen und trug während der 18. Etappe das Maglia Ciclamino.
Schon im Vorfeld dieser Etappe war klar, dass die 18. Etappe vorentscheidend sein dürfte. 50 Punkte gab es im Ziel - würde Narváez die "Mauer" als Sprungbrett zur Attacke zum Sieg nutzen oder sogar schon am Zwischensprint in einer größeren Gruppe zwölf Punkte abräumen, dann würde Magnier wohl auch die Schlussetappe in Rom nicht mehr reichen.
Aber so kam es nicht: Der Ecuadorianer holte nur einen Punkt am Zwischensprint und es war vielmehr Magnier, der die volle Ausbeute in Pieve di Soligo abräumte. 37 Punkte hat der junge Franzose nun Vorsprung und damit ist das Trikot - realistischerweise - bis zum Ende der Rundfahrt auf seinen Schultern.
Narváez müsste sich über mehrere Dolomitenpässe an der Spitze halten und auf Etappe 20 womöglich in ein direktes Duell mit Magnier gehen - der Ecuadorianer ist explosiv und schnell, aber nicht so sprintstark wie sein Rivale. Doch selbst wenn er diese 24 Punkte bekäme und sogar eine der beiden harten Bergankünfte gewinnen könnte, es würde auf der Flachetappe in Rom nicht ausreichen.
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Magnier nach drittem Sieg: "Hätte nicht erwartet, dass es heute klappt"

Quelle: Eurosport

Wenn Magnier die kommenden beiden Etappen übersteht, wird er in Rom als Gewinner des Maglia Ciclamino geehrt werden. Und das, weil er sich über die steile Mauer erfolgreich quälte und mit Jasper Stuyven auch in diesem chaotischen, weil nicht durch die sonstigen Sprintzüge unterstützten Sprint, den besten Anfahrer dieser Rundfahrt an seiner Seite wusste.

2. Wie Phönix aus der Asche: Eulálio stürzt und attackiert

Das Weiße Trikot des besten Jungprofis bekam 48 Kilometer vor dem Ziel schwarze Flecken und Risse. Afonso Eulálio, eine der Entdeckungen dieser Rundfahrt, stürzte an einer Verpflegungsstelle wohl durch eigenes Verschulden. Er verhedderte sich in einem Beutel und kam zu Fall.
"Wir wissen nicht, was passiert ist. Das Tempo war nicht so hoch. Er hat den Verpflegungsbeutel selbst abgenommen, aber das war keine gute Idee", sagte der sportliche Leiter von Bahrain Victorious, Franco Pellizotti, im Ziel am Eurosport-Mikrofon.
Eine Weile blieb Eulálio schmerzverzerrt liegen, stieg dann wieder auf und trat mit seinem Teamkollegen Robert Stannard die Verfolgung des Feldes an. Gut zehn Kilometer später schaffte er den Anschluss.
Dass er sich nicht ernsthafter verletzte, zeigte er dann an der berüchtigten Muro. Als einziger der Favoriten im Gesamtklassement wagte er eine Attacke. "Wie Phönix aus der Asche", nannte das Eurosport-Kommentator Jens Voigt. Jonas Vingegaard persönlich fing den Portugiesen wieder ein, der sich in der Anfahrt zum Ziel direkt noch einmal auf und davon machte. Am Ende erreichte er im Feld das Ziel, aber seine kämpferische und attackenfreudige Art begeistert seit fast drei Wochen nicht nur die Fans in Italien.
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"Wie Phönix aus der Asche": Eulálio attackiert nach Sturz an der "Mauer"

Quelle: Eurosport

3. Ruhe vor dem Sturm? Vingegaard bleibt Opportunist

Die Zielsetzung von Visma-Lease a Bike vor dieser Etappe war klar: Ruhe sollte herrschen. Am besten würde eine große Ausreißergruppe davonziehen und die Schwarzgelben würden einen ruhigen Tag verleben, in dem in der Gesamtwertung nichts passierte. Voller Fokus auf die Königsetappe am Freitag.
Die niederländische Equipe hat die Rechnung aber ohne die Sprinterteams gemacht, insbesondere Lidl-Trek und NSN. "Ich habe dieses Szenario, dass die Sprintermannschaften alles kontrollieren, nicht erwartet", sagte der Gesamtführende Vingegaard. "Sie haben einen guten Job gemacht und verdienen den Sieg. Es war beeindruckend, wie sie mit der Situation umgegangen sind."
Der Däne, ganz Opportunist, nutzte die Situation für eine kleine, aber klare Machtdemonstration in Richtung Konkurrenz - und sorgte für zusätzliches Aufstöhnen bei den mit diesem Giro sehr unglücklichen Männern von Lidl-Trek.
An der Muro Ca' di Poggio fuhr er zuerst Eulálio auf und dann an ihm vorbei und nahm auch noch drei zusätzliche Bergpunkte mit. ”Ich war da. Ich habe das Bergtrikot. Warum also nicht die Punkte dort mitnehmen?”, fragte er die Reporter in der Mixed-Zone.
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Aldag gibt Ausblick auf Königsetappe: "Spricht alles für Jonas"

Quelle: Eurosport

Diese werden angesichts des morgigen Dolomiten-Marathons mit 170 zu vergebenen Punkten den Braten nicht fett machen - ebensowenig wie er mit seinem Tempo seine Gesamtklassement-Konkurrenten in Bedrängnis brachte. Trotzdem: Vingegaard und sein Team zeigten, dass sie zu jeder Zeit die absolute Kontrolle über dieses Rennen haben.
Und was bedeutet das für die 19. Etappe mit ihren 5000 Höhenmetern? "Es ist eine schöne Etappe und ich würde sie sehr gerne gewinnen", sagte der Däne. Und der bisherige Verlauf der Italien-Rundfahrt zeigte: Was Vingegaard und Visma wollen, tritt meist auch genau so ein.
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Dritter Etappensieg! Magnier sticht Milan erneut aus

Quelle: Eurosport


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