Giro d'Italia 2026: Erste Standortbestimmung für Jonas Vingegaard und Co. bei schwerer Bergankunft am Blockhaus

Schon vor der 7. Etappe des Giro d'Italia 2026 war klar: Bei dieser ersten Bergankunft der Rundfahrt sind die Favoriten in der Gesamtwertung gefordert. Am schweren Schlussanstieg zum Blockhaus würde sich niemand verstecken können. So kam es. Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) unterstrich seinen Status als Topfavorit - allerdings nicht ganz so dominant wie erwartet. Drei Dinge, die auffielen.

Showdown am Schlussanstieg: Vingegaard siegt, aber dominiert nicht

Quelle: Eurosport

Der Österreicher hielt nach der Tempoverschärfung des Dänen sein eigenes Tempo, kassierte den "jungen Wilden" Giulio Pellizzari (Red Bull-Bora-hansgrohe) und holte bis zur Linie sogar ein wenig Zeit auf den zweifachen Tour-de-France-Sieger auf.
Beim deutschen Team um Pellizzari kann man dennoch positiv gestimmt auf die kommenden zwei Wochen blicken. Mit Jai Hindley in Topform kann man auf eine formidable Doppelspitze bauen.
Bei anderen Teams schaut es schlechter aus. Das mit hohen Erwartungen ins Rennen gegangene Netcompany-Ineos-Team muss seine Podiumsaussichten mit Egan Bernal wohl schon nach sieben Renntagen begraben - und auch sein Co-Leader Thymen Arensman hatte mit der Entscheidung wenig zu tun.
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Highlights: Erste Bergankunft klärt Kräfteverhältnisse der Stars

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244 Kilometer mit 4500 Höhenmetern mussten die Fahrer an diesem längsten Giro-Teilstück absolvieren - und besonders Jonathan Milan zeigte sich nach viel Frust im Sprint motiviert.
Drei Dinge, die während der 7. Etappe des Giro d'Italia auffielen:

1. Gall positioniert sich als erster Verfolger von Vingegaard

13 Sekunden. Mehr betrug der Abstand im Ziel nicht. Nach einem harten Schlussanstieg mit 13,6 Kilometern Länge und 8,5 Prozent Durchschnittssteigung. Felix Gall zeigte am Blockhaus, dass er Vingegaard den Giro-Sieg nicht einfach so überlassen wird.
5,5 Kilometer vor dem Ziel zog der Däne los, erwartungsgemäß versuchte Pellizzari an ihm dranzubleiben. Gall dagegen sortierte sich, fuhr sein eigenes Tempo und hielt das Duo in Sichtweite.
"Ich habe mich geärgert, dass ich nicht am Hinterrad habe dranbleiben können", sagte Gall gegenüber Eurosport. "Aber Pellizzari ist dann auch geplatzt und schlussendlich war es die bessere Wahl, dass ich mein eigenes Tempo gegangen bin."
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Voigt analysiert 7. Etappe: "Gall hat Karten super clever ausgespielt"

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Einen Kilometer später ging die Lücke zwischen Vingegaard und dem jungen Italiener auf. Der musste für seine Anstrengungen bezahlen, als Gall ihn schließlich überholte und zurückließ, betrug sein Rückstand auf den Topfavoriten 25 Sekunden. Bis zur Linie kam er immer näher und auch der sportliche Leiter von Visma-Lease a Bike, Jasper Mörkov, musste zugeben, dass man sich im Auto ein wenig um den heranstürmenden Österreicher sorgte.
"Wir wussten schon vorher, dass Gall ein großer Konkurrent sein würde", sagte Vingegaard. "Er ist wirklich stark und wir werden ihn im Auge behalten müssen."
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Vingegaard nach Sieg: "Wussten, dass Gall ein Konkurrent sein würde"

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Zufrieden darf man auch im Bus von Red Bull-Bora-hansgrohe sein. Zwar zahlte Pellizzari am Hinterrad des Dänen ein wenig Lehrgeld, Hindley und er belegten aber die Plätze drei und vier in der Tageswertung.
Diese Doppelspitze gibt dem Raublinger Rennstall viele Optionen auf den kommenden, schweren Etappen. "Ich habe versucht, Jonas zu folgen", sagte der 22-jährige Italiener. "Eigentlich lief es ganz gut, aber dann hat doch ein klein wenig gefehlt. Der Blick ist aufs Podium gerichtet, aber für ganz vorn hat es nicht gereicht. Es war okay, ich hatte Kraft, aber am Ende hat es nicht gereicht."
Vingegaard dominierte, aber zerstörte seine Rivalen am Blockhaus nicht. So durfte auch Afonso Eulálio sein Rosa Trikot behalten und kann darauf schielen, es mindestens bis zum Zeitfahren am Tag nach dem zweiten Ruhetag tragen zu können. Dort dürfte Vingegaard allerdings den Vorsprung auf seine Konkurrenten deutlich ausbauen.

2. Bernal und Co. können nicht mit den Besten mithalten

Abgesehen von Gall - das gehört zur Wahrheit - verloren die anderen Favoriten mehr als eine Minute auf den Visma-Kapitän. Damit erging es einigen noch gut - etwa dem Red-Bull-Duo und auch den beiden Tudor-Profis Mathys Rondel und Michael Storer.
Andere Favoriten mussten sich aus dem Kampf um die Gesamtwertung bereits komplett verabschieden. Enric Mas etwa verlor früh den Anschluss und im Ziel 5:47 Minuten. Gleich drei Helfer seiner Movistar-Mannschaft eskortierten ihn den Berg hinauf.
Egan Bernal erreichte das Ziel gemeinsam mit dem Rosa Trikot - nicht der Anspruch des Giro-Siegers von 2021, der in diesem Jahr das Podium angreifen wollte. Die aussichtsreichere Aktie bei Netcompany-Ineos ist Arensman.
Er landete mit 1:44 Minuten Rückstand auf Rang zehn - keine Ausbeute, die nach den Top 3 in der Endabrechnung in Rom schreit. Der Niederländer dürfte aber der stärkere Zeitfahrer als viele seiner Konkurrenten sein.
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Gall steigt bei Bergankunft zum Vingegaard-Rivalen Nummer eins auf

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Bei Lidl-Trek gab es ebenfalls schon bessere Zeiten. Giulio Ciccone erlebte bei seinem einzigen Tag im Maglia Rosa (5. Etappe) einen nassen und kalten Tag, an dem die Teamunterstützung nicht ausreichte, um das Trikot länger zu behalten.
Ein Grund dafür war, dass Derek Gee-West der Mann für die Gesamtwertung sein sollte. Am Blockhaus sprinteten beide nebeneinander auf Platz sieben und acht - und Ciccone könnte sich nun doch fragen, was auf dem Weg nach Potenza möglich gewesen wäre, wenn das gesamte Team eingespannt worden wäre.
Die Gesamtwertung nimmt hinter Eulálio Formen an. Nicht jeder ist begeistert von der Position, an der er sich nach einer Woche wiederfindet.

3. Milan betreibt Frustbewältigung in Fluchtgruppe

Mehr als sechs Rennstunden standen am längsten Tag dieser Italien-Rundfahrt auf dem Programm. Und einer beschloss schon bei Kilometer 0 in die Offensive zu gehen: Jonathan Milan.
Es kommt nicht häufig vor, dass sich ein Sprinter seines Formats um die Etablierung einer Spitzengruppe kümmert. Aber der 26-Jährige hat mit diesem Giro noch einige Rechnungen offen. Am ersten Tag landete er als Topfavorit auf Platz vier, zwei Tage später war Paul Magnier im Fotofinish vorne.
In Neapel wurde er vom Sturz von Unibet-Sprinter Dylan Groenewegen und dessen Anfahrer Elmar Reinders aufgehalten. Es ist bislang nicht der Giro des 25-Jährigen. Also fuhr er los. Die Ausbeute: 12 Zähler in der Wertung ums Maglia Ciclamino. Überschaubar für den Kraftaufwand angesichts seines Rückstands von immer noch 54 Punkten auf Magnier.
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Giro-Strecke: Profil der 8. Etappe - Finale für die Puncheure

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"Frustbewältigung" nannte es der sportliche Leiter von Lidl-Trek, Gregory Rast, im Auto während der Etappe - und wer weiß, wofür es am Ende gut sein kann. Jeder Punkt kann entscheiden, das ist auch seinem Mitausreißerkollegen Diego Pablo Sevilla klar.
Der Mann im Blauen Trikot des besten Bergfahrers war zum vierten Mal während dieser Rundfahrt in der Fluchtgruppe. Die 18 Bergpunkte für die Bergwertung der zweiten Kategorie in Roccaraso - es reichte trotzdem nicht. Weil Vingegaard die vollen 50 Punkte am Blockhaus erhielt, wird der große Favorit auf der 8. Etappe (ab 15:00 Uhr im Liveticker) im Maglia Azzurra unterwegs sein und nicht der fleißige Spanier.
Doch auch ihm bieten sich in den kommenden Tagen weitere Chancen.
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Vingegaard macht am Blockhaus ernst - Pellizzari wehrt sich lange

Quelle: Eurosport


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