Lüttich - Bastogne - Lüttich: Tadej Pogacar hat einen echten Rivalen - Hype um Wunderkind Paul Seixas ist berechtigt

Tadej Pogacar bleibt die Nummer eins im Radsport. Mit seinem vierten Sieg bei Lüttich - Bastogne - Lüttich, dem dritten in Serie und seinem vierten Erfolg im fünften Rennen des Jahres bewies er seine Vormachtstellung eindrucksvoll. Aber hinter dem Weltmeister kann man eine Wachablösung erkennen: Paul Seixas erwies sich einmal mehr als härtester Rivale und zeigte: Der Hype ums Wunderkind ist real.

Highlights: Seixas liefert Dominator Pogacar einen harten Fight

Quelle: Eurosport

Der Blick auf die Ergebnisliste zeigt keine Überraschungen: Pogacar gewann "La Doyenne" ein weiteres Mal als Solist, die beiden anderen Favoriten folgten auf den Rängen zwei und drei - Paul Seixas und Remco Evenepoel.
Der Rennverlauf und insbesondere die letzten 35 Kilometer des Ardennen-Klassikers sprachen aber eine andere Sprache. Der im Vorfeld erhoffte und erwartete Dreikampf blieb aus. Nur Seixas konnte das übliche "Lüttich-Skript" des Weltmeisters ein wenig stören - nicht der erfahrenere und höher dekorierte Evenepoel.
Abgesehen von einer spektakulären Anfangsphase, die Pogacar, Seixas und Co. für rund 150 Kilometer hinter einem enteilten Teil des Feldes hinterhereilen sah, befand sich der Slowene in einer komfortablen Position. Als der Split im Peloton 90 Kilometer vor dem Ziel neutralisiert war, übernahm sein UAE Emirates-XRG-Team selbstverständlich die Tempoarbeit. So ging es in die folgenden Anstiege.
Wie in den vergangenen beiden Jahren übernahm der Chef an der Cote de la Redoute dann persönlich. Seine Tempoverschärfung an dieser Stelle war sowohl 2024 als auch 2025 das Ende der Hoffnungen aller Rivalen.
Evenepoel verabschiedete sich in diesem Moment - wie im Vorjahr - aus der Verlosung um den Sieg, auch die anderen "Mitfavoriten" um Mattias Skjelmose mussten Pogacar ziehen lassen.

Seixas hält die Konkurrenz in Schach - außer Pogacar

Einer blieb dran: der 19-jährige Seixas. "Ich bin an der Redoute wirklich tief gegangen und ich habe gesehen, dass er kämpfen musste", sagte Pogacar im Sieger-Interview. "Aber am höchsten Punkt kam er sogar neben mich, da war ich wirklich beeindruckt."
Optisch sah es tatsächlich nicht nach einem Duell auf Augenhöhe aus. Der Dominator wirkte deutlich mehr in seiner Komfortzone als der Franzose, der Grimassen schnitt und am Lenker riss, um das Hinterrad seines Konkurrenten zu halten.
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"Jetzt geht die Lücke auf": Pogacar lässt Seixas stehen

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Aber er war da. Und damit gelang ihm etwas, was jahrelang niemandem gelungen war. "Ich habe getan, was ich konnte", erklärte Seixas. "Meine Mannschaft hat mich immer gut positioniert. An der Redoute war ich am Limit, ich konnte gerade so folgen. Pogacar war heute der Stärkste."
Das zeigte sich 20 Kilometer später an der Cote de Roche-aux-Faucons. Als der Weltmeister Seixas an diesem Anstieg endlich stehenließ, hatten die beiden aber schon gemeinsam einen Vorsprung von über einer Minute auf eine rund 20-köpfige Verfolgergruppe mit weiteren Favoriten ausgebaut. Pogacar war der stärkste Fahrer - und Seixas, wenn auch ein Stück dahinter, war ganz klar der zweitstärkste.

Evenepoel schätzte Seixas falsch ein

Im zweiten Aufeinandertreffen der beiden war dies erneut das Ergebnis: Auch bei Strade Bianche hielt der Teenager am längsten mit und wurde in Siena ebenso Zweiter wie in Lüttich. Die WorldTour-Rennen in Abwesenheit Pogacars gewann Seixas: Die Baskenland-Rundfahrt und den Flèche Wallonne - beides in souveräner Manier.
Schon vor der Saison formulierte der Franzose selbstbewusst, dass er Pogacar und Co. herausfordern möchte. Mehr als das: Er möchte die Stars schlagen. Bis auf einen hat er das auch schon geschafft.
Evenepoel dagegen legte vor Lüttich - Bastogne - Lüttich den Fokus auf das Duell zwischen ihm und dem Weltmeister. Dazu kam es in diesem Jahr bisher nicht - und der Belgier ließ auch in anderen Rennen ohne Pogacar diese Souveränität missen, mit dem Sieg beim Amstel Gold Race als Ausnahme.
"Er ist erst 19 und es warten 260 Kilometer", sagte Evenepoel vor dem Rennen. "Tadej und ich haben ein bisschen mehr Ausdauer bei Rennen wie diesem." Die Realität sah anders aus. "Ich war eigentlich an der Redoute ganz gut positioniert, aber die Beine waren schon etwas müde. Schon am Fuß der Steigung ging es mir zu schnell", sagte Evenepoel, der mit 1:47 Minuten Rückstand im Sprint zumindest noch das Podium sicherte.
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Pogacar nach Sieg: "Hatte Sprint mit Seixas schon im Hinterkopf"

Quelle: Eurosport

Willkommen bei den Superstars: Seixas bestätigt Erwartungen

Es ist das zweite Jahr in Folge, in dem der 26-Jährige seinen Teil eines Duells mit Pogacar an der Redoute nicht einhalten konnte. Diesmal kam er mit Selbstbewusstsein und einer störungsfreien Vorbereitung zu seinem ersten großen Saisonhöhepunkt - und war ein Kontrahent von vielen, nicht der große Widersacher.
Dieser ist 19 Jahre alt und sitzt mit diesem Auftritt - auch wenn es "nur" Platz zwei war - gefestigt am Tisch der Superstars. Bei einwöchigen Rundfahrten und Eintagesrennen muss sich Seixas nur vor dem größten Fahrer seiner Generation verstecken. Und es besteht eine gute Chance, dass der Franzose jeden Tag besser wird.
Seine weitere Rennplanung steht zum aktuellen Zeitpunkt nicht fest. Aber es wäre für alle Radsport-Fans eine Enttäuschung, ihn nicht im Juli, bei seinem Heimrennen, bei dem seine Landsleute seit nunmehr 41 Jahren auf einen Sieger warten, bei der Tour de France am Start zu sehen.
Wenn Seixas auch über drei Wochen - oder zumindest an einzelnen Tagen - beweisen kann, dass er in eine Reihe mit Pogacar, Jonas Vingegaard und Co. gehört.
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Vielsagende Geste: Pogacar jubelt als Solist in Lüttich

Quelle: Eurosport


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