Lüttich - Bastogne - Lüttich: Migels exklusiv über den Dreikampf zwischen Superstars Pogacar, Evenepoel und Seixas

Bei den vergangenen Monumenten des Jahres sprachen die Experten über das Duell zwischen Mathieu van der Poel und Tadej Pogacar. Vor dem Ardennen-Klassiker Lüttich - Bastogne - Lüttich verändert sich das Bild der Topfavoriten. Zum Dominator aus Slowenien gesellen sich vor allem zwei Namen: Remco Evenepoel und Shootingstar Paul Seixas. Auch Eurosport-Experte Karsten Migels erwartet einen Dreikampf.

Evenepoel schlägt Skjelmose und gewinnt Amstel Gold Race

Quelle: Eurosport

Die Rolle des Topfavoriten beim vierten Monument des Jahres (Sonntag, 12:10 Uhr live auf Eurosport, HBO Max und im Liveticker) sieht Karsten Migels klar vergeben: "Pogacar ist der absolute Topfavorit, dahinter sehe ich Evenepoel", sagte der Eurosport-Kommentator. "Ich tippe auf den Slowenen als Sieger und dass ihm an den Steigungen, wenn er attackieren sollte, keiner mehr folgen kann. Und dann wird die Konkurrenz auch keine Chance mehr haben ihn einzuholen."
In den vergangenen beiden Jahren konnte der Weltmeister "La Doyenne" für sich entscheiden - jeweils mit einer entscheidenden Attacke an der Cote de la Redoute, rund 30 Kilometer vor dem Ziel. Nach seinem Antritt fuhr er unangefochten als Solist ins Ziel.
Auch Evenepoel konnte den Ardennen-Klassiker bereits für sich entscheiden. Einmal in Abwesenheit Pogacars und einmal, nachdem der Dominator früh stürzte und sich das Handgelenk brach. Im vergangenen Jahr brach der Belgier nach Pogacars Attacke ein. Dieses Jahr rechnet ihm Migels bessere Chancen aus.
"Das Amstel Gold Race war zwar nicht so super besetzt, aber er hat es mit seiner Mannschaft souverän gewonnen", sagte der Experte. "Evenepoel hat ein sehr gutes Team und wenn seine Helfer ihn gut zu den letzten Steigungen bringen, dann kann er sich etwa an der Redoute absetzen und mit seinen Zeitfahrqualitäten wird er dann sehr schwer wieder einzuholen sein - auch von Pogacar. Das dürfte seine einzige Chance sein."
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Remco Evenepoel, Tadej Pogacar und Paul Seixas auf dem Podium der Europameisterschaft

Fotocredit: Getty Images

Migels lobt "Wahnsinnsvorstellung" von Seixas

Ein Problem für den Belgier, laut Migels: Sollte es in Lüttich zum Sprint aus einer kleineren Gruppe herauskommen, dürfte Pogacar der Favorit auf seinen insgesamt vierten Sieg bei Lüttich - Bastogne - Lüttich sein.
Und Seixas? Der Franzose gibt sein Debüt bei "La Doyenne" und reist mit - für einen Teenager - unerhörten Vorschusslorbeeren an. Bei Strade Bianche wurde er Zweiter hinter Pogacar, im vergangenen Jahr war er schon bei der Lombardei-Rundfahrt und der Europameisterschaft nahe an den Superstars dran. Vor wenigen Wochen gewann er in beeindruckender Manier die Baskenland-Rundfahrt.
Hinzu kam wenige Tage vor Lüttich - Bastogne - Lüttich der eindrucksvolle Sieg beim Wallonischen Pfeil.
Migels sieht den 19-Jährigen dennoch ein Stück hinter Pogacar: "Das war eine Wahnsinnsvorstellung von Seixas. Decathlon ist super stark gefahren, obwohl sie mit durchschnittlich 23 Jahren die jüngste Mannschaft im Feld waren. Sie haben ihn immer nach vorne gebracht und er hat es perfekt vollendet mit einer gewissen Souveränität und Leichtigkeit."
"Ich bleibe aber dabei, dass es schwierig wird gegen einen Pogacar oder einen Evenepoel", schob der Eurosport-Experte nach: "Vor allem gegen Pogacar, Zweiter könnte er dann vielleicht werden, aber es war schon beeindruckend, was er mit seinen 19 Jahren abgeliefert hat. Das lässt die Franzosen hoffen, dass zum ersten Mal seit 1980 wieder einer ihrer Landsmänner ganz oben auf dem Podium stehen kann."
Die größte Möglichkeit für Seixas sieht Migels darin, "wenn er vielleicht mit Pogacar gemeinsam in Lüttich ankommt und er den Sprint gewinnen kann. Ich bleibe aber dabei, dass der Slowene klar favorisiert bleibt und dann muss sich Seixas mit Platz zwei begnügen wie bei Strade Bianche im März. Aber beim Flèche Wallonne hat er eine klasse Leistung gezeigt."
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Pogacar stürmt zum nächsten Triumph: Die Klassiker-Highlights

Quelle: Eurosport

Mannschaftsstärke im Finale entscheidend

Das Problem der Mannschaftsstärke betrifft neben Seixas wohl auch andere Mitfavoriten wie Mattias Skjelmose und Tom Pidcock. Vor allem in der entscheidenden Spätphase des 260 Kilometer langen Rennens sind die Teamkollegen bei der Positionierung entscheidend.
"Red Bull-Bora-hansgrohe und UAE Emirates-XRG werden das Rennen wohl im Griff haben, je nachdem, wie die Anfangsphase laufen sollte", erklärte Migels. "Im Grunde - und damit rechne ich auch in diesem Jahr - beginnt das Rennen so richtig an der Redoute, von dort ist es nicht mehr allzu weit ins Ziel. Da muss die Mannschaft von Seixas an seiner Seite sein, um ihn zu schützen, ansonsten wird es schwierig. Pogacar wird es so dominant machen, wie bei den vergangenen Rennen auch und gewinnen."
Neben den großen Drei rechnet Migels auch Skjelmose, den Zweiten vom Amstel Gold Race, eine Podiumschance aus, aber er sagt auch, wenn bei den großen Rennen wie den Monumenten die Superstars am Start stehen, "ist man mit der Liste der Favoriten auch schnell durch, die Genannten sind nun mal die stärksten Fahrer."
Pogacar wurde bei seinen ersten vier Renntagen seiner Favoritenrolle fast immer gerecht. Bei Paris - Roubaix allerdings schlug ihn ein anderer Fahrer, der bei dem "Duell" im Vorfeld nicht genannt wurde: Wout van Aert.
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Highlights: Revanche geglückt! Evenepoel stellt Titelverteidiger kalt

Quelle: Eurosport


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