Paris - Roubaix: Remco Evenepoel verzichtet auf Debüt bei "Hölle des Nordens" - Jens Voigt hält Entscheidung für richtig
Publiziert 07/04/2026 um 14:46 GMT+2 Uhr
Remco Evenepoel (Red Bull-Bora-hansgrohe) wird nicht bei der 123. Ausgabe von Paris - Roubaix an den Start gehen. Wie seine Equipe am Ostermontag bekanntgegeben hat, hält der zweimalige Olympiasieger trotz seines dritten Platzes bei der Flandern-Rundfahrt an seinen bisherigen Plänen fest. Laut Eurosport-Experte Jens Voigt die richtige Entscheidung, immerhin verfolgt Evenepoel ein großes Ziel.
Highlights: Ausscheidungsfahren der Superstars in Flandern
Quelle: Eurosport
"Remco war sehr, sehr stark in Flandern. Eine Teilnahme bei Paris-Roubaix hätte gepasst, die Form ist auf jeden Fall da - das hat man auf den Pflastersteinen gesehen", blickte Voigt im Interview mit Eurosport zurück. "Aber Red Bull verfolgt einen Plan: Sie wollen die Tour de France gewinnen."
In der bisherigen Saison hat Evenepoel bereits drei einwöchige Rundfahrten in den Knochen (Valencia, UAE Tour und Katalonien), der jüngste Podest-Coup bei seinem Debüt bei der Flandern-Rundfahrt war ebenso kräftezehrend. Mit Blick auf die großen Ziele muss der 26-Jährige nun mal einen Gang zurückschalten.
Immerhin steht am 27. April mit Lüttich-Bastogne-Lüttich das vierte Monument des Jahres auf dem Programm. Als Triumphator der Jahre 2022 und 2023 will Evenepoel dort wieder ein Wörtchen mitreden.
"Remco wird sich wie geplant auf die Ardennen konzentrieren", sagte ein Teamsprecher dem belgischen Fernsehsender "Sporza". "Nach seinem beeindruckenden Debüt bei der Flandern-Rundfahrt ist Paris - Roubaix ein Ziel, das wir in den kommenden Jahren gemeinsam in Betracht ziehen können. Aber im Moment halten wir an unserem Plan fest."
Voigt: "Pogacar ist die einzige Ausnahme"
Und ohnehin wäre ein Start bei Paris - Roubaix ungewöhnlich gewesen. Vor Tadej Pogacar musste man weit in den Geschichtsbüchern zurückblättern, um jemanden zu finden, der im selben Jahr sowohl bei Paris - Roubaix als auch bei der Tour de France um den Sieg mitfuhr. Bernard Hinault gelang bislang als letztem Fahrer das Kunststück aus Siegen bei beiden Höhepunkten in einer Saison.
"Das ist gegen die Regeln des modernen Radsports: Aber Pogacar bricht sie heutzutage permanent", ordnete Voigt ein. "Große Ambitionen bei Roubaix und Tour de France gehen eigentlich nicht zusammen. Pogacar ist dabei die einzige Ausnahme, die die Regel bestätigt."
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Evenepoel freut sich über Platz drei: "Mehr oder weniger perfekt"
Quelle: Eurosport
Aus Sicht von Evenepoel sei es daher verständlich, sein Debüt in der "Hölle des Nordens" vorerst aufzuschieben. "Vor allem weil es das große Ziel ist, zumindest um den Gesamtsieg bei der Tour zu fahren", so der 54-Jährige. "Wenn sich das irgendwann ändern sollte - er also die Tour gewonnen hat oder nur als Etappenjäger nach Frankreich will - ist Paris - Roubaix das richtige für ihn."
Eine zukünftige Jagd auf Monumente sei daher durchaus vorstellbar. "Remco ist zwischen Jonas Vingegaard, der einen riesigen Bogen um alle Klassiker macht, und Pogacar, der überall mitfährt und um jeden Sieg kämpft", merkte Voigt an. "Jetzt macht es aber für Remco Sinn, Paris - Robaix auszulassen."
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