Strade Bianche: Wer stoppt Tadej Pogacar beim Schotter-Klassiker in der Toskana - die Chancen für Tom Pidcock und Co.
VonJan Zesewitz
Update 06/03/2025 um 15:43 GMT+1 Uhr
Tadej Pogacar dominierte im letzten Jahr den Schotter-Klassiker Strade Bianche fast nach Belieben, 2:44 Minuten Vorsprung hatte er in Siena nach einem 80-Kilometer-Solo auf den Zweitplatzierten Toms Skujins. In diesem Jahr wartet hochkarätige Konkurrenz auf den Weltmeister - und mehr Passagen auf dem weißen Schotter der Toskana als jemals zuvor. Die Favoriten im Check.
Highlights Strade Bianche: Schlammschlacht in der Toskana
Quelle: Eurosport
"L'Eroica" - die Heldenhafte - so heißt die Radsportveranstaltung in der Toskana, die als Vorlage für den Profi-Klassiker dient.
Helden sollen auf den "weißen Straßen" in Italien geboren werden. Entlang der Strecke und in der Region wird Radsportgeschichte gelebt, die heutigen Athleten eifern den "Campionissimi", den Champions von früher, nach.
Ein solches Stück Radsportgeschichte hat Tadej Pogacar im vergangenen Jahr geschrieben. In seinem ersten Rennen des Jahres ließ er der Konkurrenz auf dem Weg nach Siena nicht den Hauch einer Chance.
Er attackierte auf einem Schotter-Abschnitt 80 Kilometer vor dem Ziel und fuhr dann ein Drittel des Rennens als Solist ins Ziel. Der Vorsprung von knapp drei Minuten war der Größte in der Geschichte von Strade Bianche.
Dies war umso erstaunlicher, weil dieser Frühjahrsklassiker eigentlich als einer der unvorhersehbarsten überhaupt gilt, aufgrund der Vielseitigkeit, die der Sieger mitbringen muss.
Die Zahlen: 213 Kilometer ist das Rennen lang, rund 81 davon führen - verteilt auf 16 Sektoren - über die weißen Schotterstraßen. Dazu kommen rund 3500 Höhenmeter und ein extrem steiles Finale zur Piazza del Campo in Siena (Samstag ab 13:30 Uhr im Liveticker und im Livestream bei discovery+).
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Strecke und Profil des Klassikers über die Schotterstraßen der Toskana
Quelle: Eurosport
Ein Blick in die Siegerliste zeigt: Es gewinnen große Namen und verschiedenste Fahrertypen. Mit Fabian Cancellara trug sich früh ein Mann für die Kopfsteinpflaster-Klassiker in die Siegesliste ein, Mathieu van der Poel (2021) und Wout van Aert (2020), Tom Pidcock (2023) sind ebenfalls Klassiker-Spezialisten und Crossfahrer, die sich abseits des Asphalts extrem wohlfühlen.
Bis zu Pogacars erstem Sieg 2022 dachten einige Experten, dass es kein Rennen für die Berg- und Klassementfahrer wäre, doch für den Slowenen gelten diese Kategorien bekanntlich nicht. Durch das anspruchsvolle Terrain ist eine gute Leistung der "Bergflöhe" aber ohnehin nicht ausgeschlossen. Schon Egan Bernal wurde beim Sieg von Van der Poel 2021 Dritter.
Die Herausforderer von Tadej Pogacar
Zwei weitere ehemalige Sieger der Strade Bianche schicken sich in diesem Jahr an, um dem 26-jährigen Überflieger Paroli zu bieten. Tom Pidcock und Michal Kwiatkowski.
Pidcock feierte einen starken Saisonstart mit mehreren Siegen bei seinem neuen Team Q36.5 und als Goldsammler im Cyclocross und auf dem Mountainbike ist er wie gemacht für die Herausforderungen dieses Rennens. Kwiatkowski ist der Dauerbrenner bei Pidcocks altem Team Ineos Grenadiers. Nach einer schwachen Saison 2024 ist der Pole in guter Form: Er gewann im Februar die Clásica Jaen - eine Art spanischer "Mini-Strade".
Beide Fahrer sind für die weißen Straßen gemacht, Kwiatkowski gewann 2014 und 2017, Pidcock 2023. Die anderen Vorjahressieger um Van Aert und Van der Poel stehen nicht am Start und konzentrieren sich in diesem Jahr auf die nördlicheren Klassiker.
Mit Matej Mohoric steht aber ein Fahrer auf der Startliste, den man auf der Rechnung haben sollte, wenn der Asphalt verlassen wird. Der frühere Gravel-Weltmeister kam in dieser Saison noch nicht zum Zug, mit Pello Bilbao hat sein Team Bahrain Victorious aber noch ein weiteres Eisen im Feuer, das seine Stärken noch mehr bergauf hat als Mohoric.
Hirschi mit Chancen gegen den Ex-Teamkollegen?
Ein Allrounder, dem das Rennen liegt, ist ein ehemaliger Teamkollege von Topfavorit Pogacar: Marc Hirschi. In der Toskana konnte der Schweizer bisher noch kein Topergebnis einfahren, die Form und das Fahrerprofil sprechen aber durchaus für den Tudor-Kapitän: Er ist schon in starker Frühform und auf italienischem Boden räumte er im letzten Herbst in Serie ab.
Sein Ex-Team UAE Emirates-XRG hat neben Pogacar noch weitere Eisen im Feuer, die bei unvorhersehbarem Rennverlauf für den Slowenen in die Bresche springen könnten: Tim Wellens und Isaac del Toro. Beide wären für sich genommen Top-Ten-Kandidaten.
Auch Groupama-FDJ tritt mit einem starken Duo an. Romain Gregoire und Valentin Madouas sind mindestens Podiumskandidaten. Das hätte auch für den Red-Bull-Bora-hansgrohe-Neuzugang Maxim van Gils gegolten, doch er muss krankheitsbedingt passen.
Das deutsche Team setzt jetzt auf Roger Adría und Jan Tratnik. Ihnen sind eher Außenseiterchancen einzuräumen. Zwei Wildcards sind Debütanten auf den weißen Straßen, die versuchen, Pogacars Leistungen als Klassement-Spezialisten nachzueifern - David Gaudu und Mikel Landa.
Am Ende wird es auf dem Weg nach Siena voraussichtlich heißen: Alle gegen den Mann im Regenbogentrikot.
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Testfahrt auf Strade Bianche: Gravelbike oder Mountainbike?
Quelle: Eurosport
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