Tour de France: Jonas Vingegaard wehrt sich gegen Doping-Vorwürfe - Titelverteidiger schwört sauber zu sein

Jonas Vingegaard steht bei der Tour de France 2023 nach einem weiteren empfindlichen Schlag gegen seinen Rivalen Tadej Pogacar kurz vor der Titelverteidigung. Doch wie jeder Tour-Dominator wirft auch der Däne Fragen nach der Ehrlichkeit seiner Leistung auf. Vingegaard schwörte nun, dass er sich keiner leistungssteigernder Substanzen bedient - und bezog sich bei seinem Schwur auf seine Tochter.

Voigt schwärmt von Vingegaard: "Wie kein anderer in den letzten zehn Jahren"

Quelle: Eurosport

"Alles, was ich sagen kann, ist, dass ich nichts nehme", hatte Vingegaard bereits vor einigen Tagen verkündet.
Aber das war nichts im Vergleich zu seiner surrealen Leistung im Zeitfahren und auch nicht im Vergleich zum Ausmaß seiner Überlegenheit auf der 17. Etappe.
Satte 7:35 Minuten Vorsprung weist Vingegaard nun im Vergleich auf seinen großen Rivalen Pogacar auf, während Adam Yates als Dritter der Gesamtwertung auf über zehn Minuten zurückgefallen ist.
Diese Abstände sind bei der Tour äußerst selten geworden.

Vingegaard: "Schwer, dem Radsport zu vertrauen"

Am Mittwochabend in Courchevel kam das Thema daher wenig überraschend wieder auf den Tisch. Und der Angeklagte Vingegaard musste erneut antworten.
"Ich verstehe, dass es schwer ist, dem Radsport zu vertrauen, wenn man bedenkt, was in der Vergangenheit passiert ist", so der 26-Jährige.
"Aber ich kann es mit der Hand auf dem Herzen sagen: Ich nehme nichts und ich werde nichts nehmen, was ich nicht meiner zweijährigen Tochter geben würde", versicherte Vingegaard.
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Kampf um Gelb entschieden? "So wie der arme Pogacar heute aussah..."

Quelle: Eurosport

Armstrong und Landis als mahnende Beispiele

Vielleicht bezahlt er ja für all seine prominenten Vorgänger, die ohne Schamgefühl gelogen haben - so viele andere haben bereits geschworen, dass sie nie gedopt haben und nie dopen werden.
Lance Armstrong hat auf dem Podium auf den Champs-Elysées mit dem Mikrofon in der Hand beklagt, dass "manche Menschen nicht an Wunder glauben".
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Lance Armstrong

Fotocredit: Getty Images

Oder Floyd Landis, dessen Gesamtsieg ebenso getilgt wurde, erklärte einst, dass der bloße Gedanke an Doping mit seiner Erziehung, seinem Umfeld und seinem Lebensstil völlig unvereinbar sei.
Das war im Frühjahr 2006 - kurz vor seinem kurzlebigen Titelgewinn bei der Tour. Dabei war Landis außerordentlich überzeugend. Man wollte ihm glauben. Der Rest ist Geschichte.

Zweifel an Vingegaard bleiben bestehen

Es geht nicht darum, die bereits vorhandenen Verdächtigungen gegen Vingegaard weiter zu verstärken. Aber die Worte des bald zweifachen Tour-Champions werden sicherlich nicht ausreichen, um sie zu zerstreuen.
Auch nicht mit der Hand auf seinem Herzen. "Natürlich sind Fragen zu den verschiedenen Verdächtigungen nicht unberechtigt. Wir leben seit langem damit", reagierte Tour-Direktor Christian Prudhomme am Mittwochmorgen gegenüber "France Info" und erinnerte daran, dass "das Gelbe Trikot jeden Tag getestet wird und sein Fahrrad auch".
Im Peloton bleiben alle vorsichtig, wie zum Beispiel Thibaut Pinot. Der Franzose hielt sich mit seiner Meinung noch nie zurück - will aber vorerst nicht auf den Zug gegen Vingegaard aufspringen. Indes forderte Pinot dazu auf, sich vor voreiligen Vergleichen mit vergangenen Sündern wie Armstrong und Landis zu hüten.
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Highlights: Pogacar leidet - Vingegaard sorgt für Vorentscheidung

Quelle: Eurosport

Seiner Meinung nach kann die Leistung je nach verschiedenen Elementen variieren, sei es der Wind, der Straßenbelag oder die Lage dieses oder jenes Passes auf der Strecke. "Auf dem Grand Colombier zum Beispiel hatten wir einen starken Rückenwind", erklärte er. Einen kleinen Seitenhieb konnte er sich jedoch nicht verkneifen: "Aber ja, es geht sehr schnell."
Vingegaard hat, sofern er sich schadlos hält, die Tour de France 2023 bereits gewonnen. Ein weiterer Kampf steht ihm in Frankreich aber noch bevor: Überzeugungsarbeit leisten. Und das scheint für ihn viel, viel schwieriger zu werden.
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Geschkes Kampfgeist belohnt: Sieg im Kampf gegen Zeitlimit

Quelle: Eurosport

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