Primoz Roglic: Wechsel zu Bora-hansgrohe perfekt - deutsches Team holt Giro-Sieger von Jumbo-Visma

Primoz Roglic wechselt 2024 zum deutschen Team Bora-hansgrohe: Den Transfer des Giro-Siegers von Jumbo-Visma bestätigte der Rennstall nun offiziell. "Er ist genau das, was uns noch gefehlt hat", erklärte Bora-Teamchef Ralph Denk - der Slowene könne genau diese "Lücke schließen", mit ihm wolle man "den Tour-Sieg zumindest in Angriff nehmen". Zur Vertragslaufzeit wurde Stillschweigen vereinbart.

Transfer-Coup perfekt: Denk erklärt den Roglic-Wechsel zu Bora

Quelle: SID

"Das ist ein Meilenstein für Bora-hansgrohe", sagte Denk über den neben der einstigen Verpflichtung von Peter Sagan spektakulärsten Transfers in der Geschichte des Rennstalls. "Er ist nicht nur sehr professionell, sondern er liebt auch, was er tut. Und diese Verliebtheit wird ihm auch helfen, dass er in relativ hohem Alter Höchstleistungen bringen kann."
Neuzugang Roglic erklärte: "Ich freue mich auf diesen Schritt, auch wenn ein Team-Wechsel für mich so etwas wie Neuland ist. Die guten Erinnerungen an unser Kennenlernen vor Jahren haben die Gespräche einfach gemacht. Aber ausschlaggebend war, dass das Team richtig motiviert ist, mit mir zu arbeiten und wir die gleichen Ideen haben."
Auch Denk betonte die Bedeutung des ersten Anlaufs für den erfolgreichen Abschluss des Transfers mit dem 33-Jährigen: "Als Radsportler und als Team-Manager ist Geduld gefragt. Es ist nicht immer der erste Angriff, der zum Erfolg führt. Vor acht Jahren wäre Primoz fast als Neo-Pro zu uns gekommen. Jetzt kommt er als Profi mit einer Siegesliste, die nur ganz wenige erreicht haben."
Mit Roglic werden keine weiteren Fahrer zeitgleich zu Bora wechseln, "er kommt alleine", unterstrich Denk. Weniger klar war er in Bezug auf den Trainer seines Neuzugangs, Erfolgscoach Marc Lamberts könnte durchaus noch zum Thema werden, dieser sei "vertragsfrei und ablösefrei". Superstar Wout Van Aert, den der Belgier ebenfalls betreut, bedauerte bereits die wohl schon feststehende Trennung nach zwölf gemeinsamen Jahren.
Zu den finanziellen Rahmenbedingungen wollte Denk keine Auskunft geben, "mehr als eine "0" hinten" sei aber im Vergleich zu seinem einstigen Angebot 2015 bei der vereinbarten Summe hinzugekommen, verriet der Teamchef schmunzelnd in einer Gesprächsrunde am Freitagvormittag. Den Transfer habe man aber ohne zusätzliche Mittel der Sponsoren stemmen können, Rücklagen und Eigenkapital hätten dazu ausgereicht, auch wenn das "Festgeldkonto nun arg geschmolzen" sei.
Kein tieferer Hintergrund sei hinter der Tatsache zu vermuten, dass es zum Treffen mit Roglic bei Red Bull gekommen war. Bora nutze zwar u. a. das Athlete Performance Center des Sponsors, dieser wolle aber "nicht zusätzlich in den Radsport investieren".
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Highlights: Roglic zündet den Turbo - packender Kampf um Silber

Quelle: Eurosport

Roglic-Transfer: Bora sichert sich Seriensieger

Durch die Verpflichtung, durch die das Team seinen Fokus auf dreiwöchige Rundfahrten weiter verstärkt, dürfte sich die Gehaltsstruktur bei Bora-hansgrohe deutlich verändern - Roglic war im vergangenen Jahr einer der bestbezahlten Profis im Radsport. Ende September hatte er seinen Abgang von Jumbo-Visma verkündet, wo er an der Seite von Tour-de-France-Sieger Jonas Vingegaard aus Dänemark und weiteren Topstars wie dem Belgier Wout Van Aert und Vuelta-Gewinner Sepp Kuss gefahren war.
Roglic ist einer der erfolgreichsten Radprofis der vergangenen Jahre. Er gewann dreimal in Folge die Spanien-Rundfahrt (2019 - 2021) sowie in diesem Jahr den Giro d'Italia, zudem ist er Olympiasieger im Einzelzeitfahren. Hinzu kommen in seiner Liste aus 80 Siegen auch Erfolge beim Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich 2020 und Rundfahrten wie Paris - Nizza, Critérium du Dauphiné, Tirreno - Adriatico, Baskenland-Rundfahrt, Katalonien-Rundfahrt oder Tour de Romandie.
"Für die Verpflichtung war nicht entscheidend, was erreicht wurde, sondern der Blick nach vorn", unterstrich aber Denk: "Gemeinsam wollen wir die großen Rennen prägen. Primoz schätzt die Stärke unseres Kaders und kennt das große Potential seiner zukünftigen Teamkollegen. Ich bin überzeugt, dass seine Persönlichkeit das gesamte Team inspirieren wird, denn er ist Leader mit Siegeswillen und Teamplayer gleichermaßen. Aber vor allem liebt er wirklich, was er tut und das ist für mich der Schlüssel zum Erfolg."
Der Fokus bei Bora rücke nun fraglos noch mehr auf die Rundfahrten und weniger auf Sprintsiege oder die Klassiker, machte Denk deutlich, und am "schönsten im Leadertrikot" - wie zuletzt bei der Tour im Juli, als Jai Hindley das maillot jaune eroberte.
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Jai Hindley vom Team Bora im Gelben Trikot der Tour de France 2023

Fotocredit: Getty Images

Das Alter seines neuen Superstars, der noch im Oktober 34. Geburtstag feiert, sieht er nicht nur aus diesem Grund als keinen Problempunkt an. "Er fährt noch nicht so lange Rad wie andere", meint er mit Blick auf den Quereinstieg des ehemaligen Skispringers, "deshalb ist er noch nicht so verbraucht und hat auch weiter die mentale Frische - er wird auch im höheren Alter noch Höchstleistungen bringen".
Zuletzt gewann Roglic den Klassiker Giro dell'Emilia in Italien, wo er Tadej Pogacar in Schach halten konnte. Am Samstag greift Roglic nach dem Triumph beim letzten Radsport-Monument der Saison, der Lombardei-Rundfahrt (ab 10:15 live im TV bei Eurosport 2, im Livestream bei discovery+ und im Liveticker), dort kommt es zum erneuten Duell mit Pogacar sowie Remco Evenepoel.
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Roglic lässt Pogacar stehen und sprintet zum Sieg

Quelle: Eurosport

Roglic-Wechsel seit Vuelta ein Thema

Der Transfer habe sich langsam angebahnt, bevor das Thema dann immer heißer geworden sei, berichtete Denk: "Zuerst waren wir gar nicht im Game", verriet er, doch dann "habe ich gegen Ende der Vuelta die Fühler ausgestreckt". "Wir konnten ihm das Gefühl geben, dass wir an ihn glauben, das war der entscheidende Punkt."
Der teaminterne Zwist bei Jumbo-Visma um die Kapitänsrolle bei der Spanien-Rundfahrt spielte in der Entscheidung eine wichtige Rolle. "Er war nicht ganz d'accord mit dem, wie es bei der Vuelta lief. Die Gesamtkonstellation war nicht glücklich", so Denk über den teaminternen Machtkampf Roglics mit Sepp Kuss und Jonas Vingegaard. Am Ende verzichtete der dreifache Gesamtsieger auf seine Chance, einen vierten Erfolg und damit die Einstellung des Rekords angreifen zu können.
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Gnadenlos: Vingegaard und Roglic hängen Kuss am Geburtstag ab

Quelle: Eurosport

Die Auflösung von Roglics eigentlich noch bis 2025 laufenden Vertrag sei ohne Zahlung einer "Mördersumme" möglich gewesen.

Tour-Sieg das Traumziel für Bora und Roglic

Roglics größtes Ziel bleibt der Gewinn der Tour de France, das er im Jahr 2020 nur knapp verpasste, als ihm Landsmann Tadej Pogacar auf der vorletzten Etappe noch das Gelbe Trikot entriss. Die Frankreich-Rundfahrt 2024 verspricht damit noch mehr Spannung auf einem Kurs mit historisch schwerem Finale rund um Nizza.
Ob Roglic zur Tour de France 2024 als alleiniger Kapitän oder als Teil einer Doppelspitze oder gar Top-Trios antreten wird, ist für Denk noch offen. Man wolle zuerst die Streckenpräsentationen aller Rundfahrten abwarten und insbesondere die Zahl der jeweiligen Zeitfahrkilometer analysieren. Denkbar sei "vielleicht ein Tandem", es gebe viele Optionen und es solle in einem Miteinander ein Konsens gefunden werden, sagte er mit Blick auf die bisherigen Kapitäne wie den Russen Aleksandr Vlasov oder Ex-Giro-Sieger Jai Hindley (Australien).
"Ich bin überzeugt, dass wir ihm eine tolle Mannschaft zur Seite stellen können", so Denk, dessen Kader auch weiter deutsche Top-Profis wie Lennard Kämna, Emanuel Buchmann, Nico Denz oder Maximilian Schachmann umfasst.
"Wir werden sie alle brauchen", ließ Denk an der Bedeutung seiner anderen Fahrer keinen Zweifel, auch ihnen gebe die Neuverpflichtung aus seiner Sicht Auftrieb: "Das wird ein Boost für das ganze Team."
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(mit SID)
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Sekunden-Showdown um Rosa: Roglic schlägt Thomas am Monte Lussari

Quelle: Eurosport

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