Tour de France - Historischer Ben Healy lässt sein Team EF Education-EasyPost ausflippen: "F***ing fantastic"

Ben Healy hat auf der 10. Etappe der Tour de France überraschend das Gelbe Trikot des Gesamtführenden von Tadej Pogacar übernommen. Für den 24-Jährigen ein "Märchen", von dem noch am Morgen kein Mitglied des EF Education-EasyPost geträumt hatte. Healy ist erst der vierte Ire überhaupt, der das Maillot jaune erobern konnte. Auch der Rest des US-Teams war völlig aus dem Häuschen.

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Quelle: Eurosport

So richtig konnte Ben Healy das soeben Geschehene noch nicht einordnen, als er sich den Fragen der Reporter stellte. "Es war so eine harte Etappe, ich bin ziemlich emotionslos gerade. Aber nur, weil ich so müde bin", sagte der Ire vom Team EF Education-EasyPost im Anschluss an die schwere 10. Etappe durchs Zentralmassiv, ehe er dann doch etwas auftaute:
"Es ist ein Märchen und geht über meine Vorstellungskraft hinaus. Wenn mir jemand vor der Tour gesagt hätte, dass ich das Gelbe Trikot trage und eine Etappe bei der Tour gewinne – und das alles noch vor dem ersten Ruhetag – dem hätte ich nicht geglaubt."
Eigentlich war der Plan des US-amerikanischen Teams, auf Etappe 10 um einen weiteren Etappensieg zu kämpfen. Healy hatte bereits die 6. Etappe in der Normandie für sich entschieden.
Und besser hätte die Ausgangslage zu Beginn des französischen Nationalfeiertags dafür auch nicht sein können: Mit Healy, Harry Sweeny, Alex Baudin und Neilson Powless waren gleich vier EF-Profis in der 29-köpfigen Ausreißergruppe des Tages vertreten.
Doch bereits knapp 70 Kilometer vor dem Ziel war Healy, der mit 3:55 Minuten Rückstand auf den bis dato Gesamtführenden Tadej Pogacar in die Etappe gegangen war, plötzlich virtuell im Gelben Trikot.
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"Visma hatte einen anderen Plan": Die Analyse zur 10. Etappe

Quelle: Eurosport

EF stellt den Plan um: "Lasst uns versuchen, Gelb zu bekommen"

Als Eurosport-Reporter Jens Voigt auf dem Motorrad beim Teamwagen von EF Education-EasyPost nachfragte, was denn nun das Ziel des Tages sei, pochte man weiter auf einen Etappensieg. Aber spätestens als erst Sweeney und später Healy selbst 43 Kilometer vor dem Ziel immer wieder Tempo fuhren, wurde klar: Das Ziel hatte sich verschoben.
"Wir waren in der Luxus-Situation, dass wir bereits eine Etappe gewonnen hatten. Deshalb haben wir gesagt: Lasst uns versuchen, Gelb zu bekommen", sagte Teammanager Jonathan Vaughters, der gestand, im Teamwagen die ein oder andere Träne verdrückt zu haben.

Healy tritt in große Fußstapfen

Damit avancierte Healy, der neben dem Gelben auch das Weiße Trikot des besten Jungprofis übernahm, zum erst vierten Iren überhaupt, der das Maillot jaune überstreifen durfte.
Zuvor war das nur Stephen Roche (1987), Sean Kelly (1983), and Shay Elliott (1963) gelungen.
"Das sind ziemlich krasse Fußstapfen, in die ich da trete. Ich bin super stolz, Irland zu repräsentieren und das Gelbe Trikot für sie zu tragen", so Healy, der sich über den am Dienstag anstehenden Ruhetag fast so sehr freute wie über den Gelb-Coup: "Gerade leide ich noch so sehr unter den letzten 40 Kilometern. Ich denke, wenn ich mich ins Bett lege, werde ich das alles erst realisieren. Aber eines ist sicher: Ich werde in diesem Gelben Trikot schlafen."  

Healy bedankt sich bei Teamkollegen

Aber Healy wusste auch, bei wem er sich zu bedanken hatte. "Wenn die Jungs nicht gewesen wären, wäre ich heute nicht in Gelb", schwärmte der Ire von seinen Teamkollegen und hob dabei besonders einen hervor: "Harry Sweeney, was für ein Truck. Ohne diese Jungs… an einem anderen Tag hätten sie selbst den Etappensieg jagen können. Vielen Dank!"
"Heute haben sie gezeigt, wie gut sie sind. Ein großartiger Teamspirit", lobte auch Andreas Klier, der Sportliche Leiter des Teams EF Education-EasyPost.
"Ich habe ein bisschen meine Stimme verloren, die letzten zwei Kilometer waren sehr laut in unserem Auto. Wir haben das nicht erwartet. Heute Morgen hat niemand gesagt, lasst uns versuchen, Gelb, Weiß oder was auch immer zu erobern", so der 49-jährige Deutsche. Dass es am Ende das Maillot jaune wurde, sei "f***ing fantastic".
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Klier über Kampf um Gelb: "Es war ziemlich laut im Teamwagen"

Quelle: Eurosport

Tour de France: Healy und Co. vertreten Carapaz bravourös

Für EF ist es erst das dritte Gelbe Trikot der Teamgeschichte. Thor Hushovd 2011 und Richard Carapaz 2024 waren Healys Vorgänger. Im vergangenen Jahr hatte Teamkapitän Carapaz die Gesamtführung nach der 3. Etappe in Turin erobert.
Der Ecuadorianer fehlt bei der diesjährigen Tour de France aufgrund einer Erkrankung, wird aber von Healy und Co. bislang bravourös vertreten.
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