Tour de France 2025: Gigantenduell zwischen Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard mit satter deutscher Note

Tadej Pogacar oder Jonas Vingegaard - die besten Rundfahrer der Welt treffen ab Samstag in Frankreich aufeinander. In ihrem Schatten feiert der junge Florian Lipowitz sein Tour-Debüt und nährt die Hoffnungen auf einen seltenen deutschen Erfolg. Aber in Remco Evenepoel und Primoz Roglic wollen noch andere Weltklasse-Fahrer den Zweikampf zwischen Vingegaard und Pogacar stören.

Watch: Stage-by-stage guide as Tour de France 2025 route revealed

Quelle: Eurosport

Charmebolzen Tadej Pogacar schäkerte auf der Bühne an der prachtvollen Grand Place von Lille mit den Fans, pfefferte seinen gelben Spaßhut ins Volk und pries die Schönheit der Stadt und ihrer Menschen.
Jonas Vingegaard hingegen winkte höflich den Massen zu und genoss leise die flirrende Atmosphäre. Absolute Attacke gegen abwartende Achtsamkeit: Die mutmaßlichen Hauptdarsteller der 112. Tour de France (live auf Eurosport und discovery+) blieben schon bei der Ouvertüre streng in ihren Rollen.
"Bonsoir, Lille! Comment allez-vouz?", erkundigte sich Titelverteidiger Pogacar in unfallfreiem Französisch am strahlendsten Ort des eher grauen gallischen Nordostens nach dem Befinden der jubelnden Scharen und verkündete: "Wir sind bereit für einen großen Kampf."
Einen Kampf ab Samstag über 21 Etappen und eine Unzahl an Bergen, in den der dreimalige Tour-Champion nach den jüngsten Eindrücken als Favorit geht.
picture

Hut ab, Tadej! Pogacar lernte in 20 Minuten Französisch

Quelle: Eurosport

Pogacar lobt Vingegaard: "Weltbester Kletterer"

"Die Vorbereitung lief fast perfekt. Aber in einem so langen Rennen kann viel passieren", sagt der 26-Jährige, der zum jüngsten Vierfach-Sieger der Tour werden kann: "Auch Jonas ist in großer Form und weltbester Kletterer - für die Fans könnte das ein großer Monat werden."
Tausendsassa Pogacar, der im Frühjahr Rennen um Rennen bestritt (und gewann), gegen den enigmatischen Vingegaard, der sich wie gewohnt monatelang in Klausur begab: Das slowenisch-dänische Gegensatz-Duell bestimmt die Tour seit 2021. Und es verläuft teils ruppig.
Die neue Netflix-Doku-Staffel zur Tour zeigt, wie Pogacar auf der Schotter-Etappe des Vorjahres dem passiven Vingegaard an seinem Hinterrad die Aufforderung entgegenbrüllt, doch bitte Geschlechtsverkehr mit sich selbst zu betreiben.
"Das war unschön, aber der Kampfeshitze geschuldet", sagte Pogacar in Lille: "Ich habe nichts als Respekt vor Jonas." 2024 war der nach einem Sturz im Frühjahr notdürftig zusammengeflickte Vingegaard zwar Zweiter, aber insgesamt chancenlos: "Jetzt muss ich besser als jemals zuvor sein, denn auch Tadej wird das sein."

Was geht für Evenepoel und Roglic?

Wird die Tour eine Pogacar-Soloshow? Ein Pogi-Vingo-Duell? Oder ein noch offeneres Rennen? Belgiens Olympiasieger Remco Evenepoel würde nach Vorjahresplatz drei gerne weiter aufsteigen, Pogacars Landsmann Primoz Roglic jagt bald 36-jährig weiter diesem verflixten Tour-Titel nach. Bei beiden bestehen aber berechtigte Zweifel, dass es dazu langt.
Einer, den viele weit oben notiert haben, ist ein deutscher Tour-Debütant. "Man muss denn Ball flach halten", entgegnete jener Florian Lipowitz in Lille solchen Einschätzungen: "Hauptziel wird sein, in Paris anzukommen."
Der Schwabe hat mit einem bemerkenswerten Leistungssprung einen kleinen Hype ausgelöst: 2024 wurde Lipowitz Vuelta-Siebter, bei der Dauphiné zuletzt Dritter hinter Pogacar und Vingegaard.

Deutsche Top-Ergebnisse bei der Tour sind Mangelware

In die Tour startet Lipowitz beim Team Red Bull-Bora-hansgrohe zunächst als nominelle Nummer zwei hinter Kapitän Roglic - doch das kann sich schnell verschieben. "Ich kann es kaum abwarten, in die Berge zu gehen", sagt Lipowitz.
"Schon hier in Lille ist die Atmosphäre der Wahnsinn, das motiviert noch mehr." Platz vier, wie ihn Emanuel Buchmann 2019 erreichte, ist für Lipowitz kein unrealistisches Ziel. Der 32-jährige Buchmann ist wieder dabei, erstmals für sein neues Team Cofidis.
"In der Gesamtwertung ist schon etwas Richtung Top 10 möglich", sagt er. Die Liste der Deutschen unter den besten zehn der Tour seit 2010 ist kurz: Buchmann. Schluss.
picture

Mit neuen Trikots: Roglic will "großen Fight zeigen"

Quelle: Eurosport

Deutsche Sprinter hoffen auf Gelb

Gleich am Samstag haben die deutschen Sprinter Pascal Ackermann und Phil Bauhaus Chancen auf das Gelbe Trikot.
"Das wäre", sagt Bauhaus allerdings, "eine mittelgroße Sensation".
Derartige soll es aber bei der Tour durchaus schon gegeben haben.
(SID)
picture

Pogacar träumt bei Tour von Meilenstein: 100. Sieg "wäre unglaublich"

Quelle: Eurosport


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung