Tour de France 202: Tadej Pogacar im Gebirge ohne Joao Almeida - so plant UAE Emirates-XRG ohne wichtigsten Helfer
VonJan Zesewitz
Publiziert 14/07/2025 um 00:01 GMT+2 Uhr
Joao Almeida war von seinem Team UAE Emirates-XRG bei der Tour de France als der wichtigste Helfer für Tadej Pogacar im Gebirge eingeplant. Nun musste der Portugiese die Rundfahrt abbrechen, bevor der erste längere Anstieg auf dem Programm stand. Für den Titelverteidiger ist das Aus seines Adjutanten ein herber Verlust - der Slowene deutete bereits Taktik-Anpassungen an.
Nach Almeida-Aus: Die Berghelfer der Tour-Favoriten im Fokus
Quelle: Eurosport
Ich habe auf dem Rad heute gelitten, ich kann mir gar nicht vorstellen, wie schlimm es für Joao gewesen sein muss", sagte Pogacar nach der Etappe. "Leider musste er aufgeben, es war zu viel und ich denke, das versteht jeder."
Almeida stürzte 6,5 Kilometer vor dem Ziel der 7. Etappe mit einer Reihe anderer Fahrer und zog sich neben zahlreichen Abschürfungen auch einen Rippenbruch zu. Er kämpfte sich durch die 8. und Teile der 9. Etappe, bevor er das Rennen beenden musste.
Im Duell der Superteams hat Pogacar damit einen entscheidenden Helfer weniger an seiner Seite im Vergleich zu Jonas Vingegaard und dessen Visma-Lease a Bike-Team. "Wir müssen uns neu ausrichten, aber ich denke, dass wir das managen werden", sagte der Titelverteidiger. "Wir werden mit sieben Fahrern weiterkämpfen und versuchen diese Tour auch für Joao zu gewinnen.
Schon während der 10. Etappe wären die Dienste des Portugiesen von großem Wert gewesen. 4500 Höhenmeter im Zentralmassiv erwarten die Fahrer. Pogacar deutete an, dass sich die Taktik der Equipe ändern könnte: "Ohne Joao werden wir vielleicht eher folgen." Dann würde die Etappenkontrolle und die Tempoarbeit an den Rivalen hängenbleiben.
Wer springt für Almeida ein?
"Das ist ein großer Verlust, er war als wichtigster Helfer für Pogacar eingeplant", sagte Eurosport-Experte Robert Bengsch im Velo Club. Nicht nur als letzter Mann an der Seite des Weltmeisters ist sein Ausscheiden ein Nachteil für das UAE-Team.
"Man hatte mit Almeida einen Plan B", erklärte Bengsch. "Bei einer Tour kann viel passieren und wenn man den Portugiesen auf Platz drei oder vier in der Gesamtwertung in der Hinterhand hätte, könnte man die Konkurrenz ganz anders unter Druck setzen als jetzt."
Nominell fällt die Aufgabe des wichtigsten Berghelfers nun Adam Yates zu - der anders als Almeida aber in der Gesamtwertung keine Konkurrenz für Vingegaard, Remco Evenepoel und Co. ist. Der Brite verlor in der ersten Woche viel Zeit und hat schon 34 Minuten Rückstand auf seinen Kapitän.
Es ist ein Glück für Pogacar, dass sein Team mit einer ganzen Reihe an Weltklasse-Fahrern an den Start der Tour ging. "Selbst mit diesem Verlust hat Pogacar noch so viele Helfer, die sehr gut bergauf fahren können", sagte Simon Geschke im Velo Club von Eurosport.
Gianetti: Andere Teams sind unter Druck
Die hat allerdings auch Visma auf seiner Seite, die während der ersten neun Etappen immer wieder versuchten, Druck auf den Topfavoriten und dessen Mannschaft aufzubauen.
"Wir haben das Gelbe Trikot und führen mit einer Minute Vorsprung", sagte Teammanager Mauro Gianetti. "Das ist kein Riesenvorsprung, aber er ist bedeutend. Es ist an den anderen Teams zu attackieren und dann werden wir das Trikot verteidigen."
Mit Jhonatan Narvaez, Pavel Sivakov, Yates und Marc Soler stehen im Team weitere starke Helfer bereit, auch wenn die reinen Bergfähigkeiten von Matteo Jorgenson, Sepp Kuss und Adams Bruder Simon Yates wohl etwas höher einzuschätzen sind. Red Bull-Bora-hansgrohe um Primoz Roglic und Florian Lipowitz sowie Soudal Quick-Step um Remco Evenepoel haben allerdings in der Breite weniger Kletterqualität in ihren Reihen.
Der sehr kletterlastige Tag im Zentralmassiv wird zeigen, wie schnell sich UAE an die neue Realität ohne "Adjutant" Almeida gewöhnen kann. Visma und Co. dürften das frühzeitig austesten.
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Tour-Strecke, 10. Etappe: Erster Härtetest in den Bergen
Quelle: Eurosport
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