Tour de France 2026: Olav Kooij nimmt mit Etappensieg Paul Seixas den Erfolgsdruck - drei Dinge, die auffielen

Viele Fahrer dürften auf das Profil der 5. Etappe der Tour de France geblickt und erleichtert aufgeatmet haben: endlich eine Flachetappe. Nach vier Tagen in der Gluthitze Spaniens und Südfrankreichs fand so für Viele eine Art vorgezogener Ruhetag statt. Die Sprinter nutzten dagegen ihre erste Chance bei dieser Rundfahrt. Und ein einzelner Ausreißer genoss den Tag im Rampenlicht. Was auffiel.

Highlights: Erste Flachetappe endet mit Premierensieger

Quelle: Eurosport

Während der letzten Kilometer wurde es hektisch. Die Teams der schnellen Männer waren ausgeruht und topmotiviert - bis zum fünften Tag mussten die Sprinter bei der Frankreich-Rundfahrt nur selten auf ihre erste Gelegenheit zum Etappensieg warten.
Olav Kooij (Decathlon-CMA CGM) nutzte die erste Chance seiner Karriere auf einen Sieg bei der Grand Boucle. Max Kanter musste sich nach exzellenter Vorarbeit seines XDS-Astana-Teams geschlagen geben.
Heiß war es auch auf dem Weg nach Pau. Das galt für die Temperaturen während der Etappe und für die Emotionen im Finale. Gut fünf Kilometer vor dem Ziel - und damit der "Sicherheitszone", was die Zeiten fürs Gesamtklassement angeht - kam es zu einem Sturz, der nicht nur Tim Merliers kompletten Sprintzug ausschaltete, sondern in den auch Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) verwickelt war. Für den Dänen ging die Sache aber glimpflich aus.
Baptiste Veistroffer (Lotto-Intermarché) fand derweil eine einfache Lösung, dem Hauen und Stechen im Feld zu entfliehen - er riss einfach ganz alleine aus.
Drei Dinge, die auf der 5. Etappe der Tour de France auffielen:

1. Kooij vollendet Comeback - und befreit Seixas vom Druck

Kooij musste sich zu Beginn der Saison wie im falschen Film vorgekommen sein. Nach sechs Jahren in der Visma-Kaderschmiede und im Profi-Team verließ er die niederländische Equipe in Richtung Decathlon.
Es sollte ihm den Weg zur Tour de France freimachen - weg vom Vingegaard-Team, hin zu besseren Chancen für Sprinter. Dann feierte in seinem Team Paul Seixas den Durchbruch und gab sein Tour-Debüt bekannt. Währenddessen konnte der 24-Jährige nur zuschauen - ein Virus verzögerte seinen Saisonstart bis in den Mai.
Der Niederländer gab seinen Traum nicht auf, gewann bei seinem Debütrennen zwei Etappen der Boucles de la Mayenne und eine Etappe bei der Belgien-Rundfahrt gegen die versammelte Sprint-Elite.
Und tatsächlich: Kooij wurde mit einem Tour-Startplatz belohnt und nutzte gleich seine erste Chance auf einen Etappensieg. "Er war der Schnellste an diesem Tag", sagte Eurosport-Exprte Robert Bengsch im Velo Club.
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Kooij nutzt erste Sprint-Chance - Sturz reißt Feld auseinander

Quelle: Eurosport

Für ihn und seine Equipe ein Erfolg in mehrfacher Hinsicht: Im chaotischen Sprint zeigte er, dass er keinen Sprintzug braucht, um zu gewinnen - gleichzeitig konnte er Druck von Kapitän Seixas nehmen.
Die französische Equipe hat ihren Etappensieg in der Tasche, Seixas kann befreit auffahren. Dank der Beharrlichkeit Kooijs und dem Vertrauen der Mannschaftsführung in seinen Neuzugang.

2. XDS-Astana macht alles richtig - Kanter zögert zu lange

Die Freude des Olav Kooij kam zum Leidwesen von Max Kanter. Der deutsche Sprinter sah sich nach dem Sturz fünf Kilometer vor dem Ziel und dem anschließenden Chaos im Feld in einer idealen Position. An vorderster Front hatte Kanter noch zwei Teamkollegen an seiner Seite - die beide einen hervorragenden Job machten.
200 Meter vor dem Ziel entschied sich der Ausgang der Etappe. Kooij trat aus Kanters Windschatten explosiv an, der Deutsche zögerte am Hinterrad seines Anfahrers Mike Teunissen einen Moment zu lang - der Decathlon-Fahrer war nicht mehr einzuholen.
"Das Entscheidende war der Geschwindigkeitsunterschied", erklärte Rolf Aldag im Velo Club. Der Niederländer nahm sein Glück frühzeitig selbst in die Hand und wurde belohnt.
Kanter war mit seinem ersten Tour-Sprint dennoch sehr zufrieden: "Das Team hat einen sehr guten Job gemacht. Es war ein guter Auftakt, das Timing hat gestimmt, darauf können wir aufbauen", sagte der 28-Jährige am Eurosport-Mikrofon.
Die nächste Chance für Kanter - der zumindest mit einem halben Auge auch Richtung Grünes Trikot schielt, nachdem er den Zwischensprint aus dem Feld heraus gewann - bietet sich am Freitag auf dem Weg nach Bordeaux.
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Kanter zögert zu lange: Der Sprint in der Analyse

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3. Veistroffer trotzt 145 Kilometer Wind und Hitze

Baptiste Veistroffer ist nicht zu beneiden. Die ersten drei Tage der Tour verbrachte er weit hinter dem Feld, um seinen kranken Teamkollegen Arnaud De Lie irgendwie in Richtung Ziel zu bewegen. Nach der Aufgabe des Belgiers war er von dieser Aufgabe "befreit" und stürzte sich direkt übermütig in die nächste Herkulesaufgabe.
145 Kilometer fuhr er, von Kilometer Null an, als einziger Ausreißer vor dem Feld. Und dann ließ ihm das Feld nicht einmal einen vernünftigen Vorsprung. Mit maximal vier Minuten hielten ihn die Sprinter-Teams an der kurzen Leine. "Da hat mir ein bisschen der Respekt gefehlt. Ich war allein", schimpfte der Franzose.
Der bescheidene Lohn nach seiner Solo-Flucht: Eine Auszeichnung auf dem Podium als kämpferischster Fahrer des Tages.
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Alleine durch die Gluthitze: Veistroffer mit couragierter Solo-Flucht

Quelle: Eurosport

Abgesehen vom geringen Vorsprung genoss der Franzose seine Fahrt durch die Heimat allerdings: "Als Franzose auf französischen Straßen eine Etappe anzuführen, ist eine großartige Möglichkeit, aus der man das Beste rausholen muss", sagte er bei Eurosport.
"Ich wollte mir heute selbst eine kleine Freude bereiten. Ich habe den ganzen Tag genossen. Das hier ist die Tour de France. Ich bin stolz, so etwas auf französischen Straßen mit dem französischen Publikum beim größten Rennen der Welt mit so viel Applaus und Zuspruch machen zu dürfen."
Der 26-Jährige kündigte an, noch häufiger vor statt hinter dem Feld fahren zu wollen - dann hoffentlich mit mehreren Mitstreitern.
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Voigt: "Pogacar fängt am besten morgen mit Aufholjagd an"

Quelle: Eurosport


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