Vuelta: Jumbo feiert Triple und Dreifachsieg - Sepp Kuss versichert: "Betrug oder Doping steht außer Frage"

Mehr Triumph geht nicht: Team Jumbo-Visma hat mit dem Sieg bei der Vuelta Radsport-Geschichte geschrieben - noch nie zuvor gewann eine Mannschaft in einer Saison alle drei großen Landesrundfahrten Giro d'Italia, Tour de France und Vuelta a Espana. Die Stars wie Sepp Kuss und Jonas Vingegaard versichern den teils skeptischen Fans und Fachleuten: Dieser historische Sieg kam sauber zustande.

Jonas Vingegaard, Sepp, Kuss, Primoz Roglic in Madrid am Ende der Vuelta 2023

Fotocredit: Getty Images

Die Fontänen des berühmten Cibeles-Brunnen vor Madrids Rathaus sprühten, der Champagner auf dem Podium floss in fast ähnlichen Strömen: Ausgelassen feierte das Jumbo-Trio aus Vuelta-Sieger Kuss, Tour-Champion Vingegaard und Giro-Gewinner Primoz Roglic seinen Dreifacherfolg bei der Spanien-Rundfahrt.
Diese extrem seltene "Vereinsmeisterschaft" - zuletzt hatte 1966 das Team Kas das komplette Vuelta-Podium besetzt - krönte eine Saison, wie sie der Radsport so noch nie gesehen hat. Ob in Rom, Paris oder nun Madrid - am Ende ließ sich stets ein Fahrer aus dem niederländischen Team nach drei Wochen als Gesamtsieger der Grand Tours 2023 bejubeln.
Eine Dominanz, die Fragen aufwirft, denen sich die Stars aber noch nach der letzten Bergetappe offen stellten. Insbesondere der vom Edelhelfer zum Siegfahrer aufgestiegene Kuss machte seine Position unmissverständlich deutlich: "Für mich persönlich kommt Betrug oder Doping einfach nicht in Frage", betonte der 29-Jährige, denn dann sei es für ihn "kein Sport" mehr.
Kuss erklärte seinen Standpunkt ausführlich: "Zum Sport gehören auch Niederlagen und wenn man betrügt oder etwas tut, das verboten ist, dann hat man Angst zu verlieren. Doch das ist eines der wichtigsten Dinge im Sport: Zu akzeptieren, dass man manchmal nicht gut genug ist."
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Quelle: Eurosport

Vingegaard: "Bin mir zu 100 Prozent sicher"

Der zweifache Tour-Sieger Vingegaard, in Madrid Kronprinz des US-Kletterkünstlers, wich der kritischen Frage ebenfalls nicht aus, sondern betonte einmal mehr, dass er für sauberen Sport stehe - und auch volles Vertrauen in seine Teamkollegen habe. "Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass meine beiden Kollegen so wie ich nichts nehmen", unterstrich der Däne.
Der Dominator der letzten beiden Auflagen der Frankreich-Rundfahrt zeigte wie schon im Juli Verständnis für die Zweifel an den für manche Beobachter grenzwertig guten Leistungen der Fahrer aus dem niederländischen Rennstall. "Natürlich verstehen wir die Skepsis, aber die Leute müssen auch wissen, wie viel wir opfern und wie extrem detailliert wir alles angehen", so Vingegaard.
Genau in diesem letzten Punkt liegt aus Sicht des 26-Jährigen der entscheidende Vorteil der dominierenden Equipe der letzten Jahre. "In dieser Mannschaft machen wir alles perfekt und das macht einen so großen Unterschied aus, dessen Ausmaß den Leuten gar nicht bewusst ist. Ich halte es immer für gut, skeptisch zu sein, besonders wenn ein Team so stark ist. So lange es keine Vorwürfe sind und so lange wir darüber sprechen wegen der Dinge, die vor 20 Jahren passiert sind, denn ich denke, das wird verhindern, dass es nochmal geschieht", erklärte der Triumphator vom Tourmalet, wo die drei Jumbo-Kapitäne einen Dreifachsieg eingefahren hatten, wie es ihn auf einer Bergetappe bei Grand Tours noch nie gegeben hatte.
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Quelle: Eurosport

Roglic versteht Skepsis an Topleistungen

Auch Roglic schloss sich dieser Sichtweise an: "Es ist nicht verkehrt, einen kritischen Blick zu haben, so lange wir alle darüber sprechen", meinte der Slowene, dessen Anlauf zur Einstellung des Vuelta-Rekords von vier Gesamtsiegen auf der untersten Stufe des Podiums endete. "Hoffentlich können wir sicherstellen, dass sich das, was vor 20 Jahren geschah, nicht wiederholt", schloss er sich Vingegaard an.
Fast wortwörtlich wiederholte er auch die Beteuerung seines Mannschaftskameraden: "Ich kann mit hundertprozentiger Gewissheit sagen, dass meine beiden Kollegen nichts tun, was nicht erlaubt ist. Und das gilt auch für mich."
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Quelle: Eurosport

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