Vuelta 2024: Primoz Roglic übernimmt nach Etappensieg das Rote Trikot - der Job ist aber noch nicht erledigt
VonThomas Gaber
Update 07/09/2024 um 00:30 GMT+2 Uhr
Primoz Roglic schnappt sich nach einer Galavorstellung auf der 19. Etappe der Spanien-Rundfahrt 2024 das Rote Trikot des Gesamtführenden und geht als klarer Favorit in das Schluss-Wochenende. Doch der vierte Titel bei der Vuelta ist noch nicht eingetütet - Roglic blickt mit viel Respekt auf die Königsetappe am Samstag. Der ärgste Verfolger Ben O'Connor denkt derweil schon an ein Getränk am Montag.
Highlights: Roglic macht großen Schritt Richtung Gesamtsieg
Quelle: Eurosport
Fünf Sekunden lag Primoz Roglic vor der 19. Vuelta-Etappe über 168 Kilometer hinauf auf den Alto de Moncalvillo hinter Spitzenreiter Ben O'Connor (Decathlon AG2R La Mondiale Team). Das Ziel des Slowenen war klar: Die Rückeroberung des Roten Trikots.
13 Tage war O'Connor als Gesamtführender im roten Leibchen unterwegs - jetzt ist er es los. Auf der drittletzten Etappe der Rundfahrt holte sich Roglic seinen dritten Tagessieg und hat vor den letzten beiden Teilstücken nun 1:54 Minuten Vorsprung auf den Australier.
"Ich habe gesagt, dass ich keinen Etappensieg brauche. Aber einige Fahrer im Team haben nicht auf mich gehört", sagte der Fahrer von Red Bull-Bora-hansgrohe im Ziel-Interview augenzwinkernd.
Dank einer perfekten Teamleistung ist Roglic der vierte Triumph bei der Vuelta nach 2019, 2020 und 2021 kaum noch zu nehmen. Oder etwa doch?
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Dominanz am Berg: Roglic übernimmt Gesamtführung
Quelle: Eurosport
Roglic mahnt: "Habe noch nichts gewonnen"
"Es ist noch nicht vorbei, ich habe noch nichts gewonnen. Ich bin weit davon entfernt zu sagen, dass der Job erledigt ist", mahnte Roglic: "Die Königsetappe am Samstag wird definitiv superhart und auch der Sonntag hat es in sich. Wir fahren keine lockere Runde in Madrid, sondern müssen im Zeitfahren noch einmal alles geben", fügte er hinzu.
Gewiss, das Teilstück am Samstag hat es in sich. Sieben Gipfel müssen die Fahrer auf dem Weg von Villarcayo nach Picon Blanco auf 1498 Metern Höhe bewältigen.
Doch angesichts der Dominanz von Roglic am Freitag, auch im Hinblick auf seine ärgsten Widersacher im Kampf um den Gesamtsieg, müsste es schon mit dem Teufel zugehen, sollte er das Rote Trikot noch einmal abgeben müssen.
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Primoz Roglic steht vor dem Gesamtsieg bei der Vuelta 2024
Fotocredit: Getty Images
O'Connor freut sich schon auf Bier
Dessen ist sich auch die Konkurrenz bewusst. O'Connor gab zu, sich "etwas zerstört" zu fühlen. Er habe nicht mit einer derartigen Attacke von Bora gerechnet, aber es sei nun mal Realität.
Der Australier ist jedoch mächtig stolz auf seine Vorstellung bei der Vuelta und sehnt das Ende der Schinderei herbei.
"Ich freue mich jetzt sehr auf Montag. Dann kann mit Bier auf der Terrasse entspannen", sagte O'Connor am Eurosport-Mikrofon.
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Cycling - Vuelta 2024 - Stage 20 Profile - Villarcayo - Picon Blanco
Quelle: Eurosport
Mas hadert: "Stehe mit leeren Händen da"
Auch Enric Mas (Movistar), mit 2:20 Minuten Rückstand auf Roglic Gesamtdritter, ging am Ende der 19. Etappe der Sprit aus. Der Spanier musste kurz vor dem Ziel noch David Gaudu (FRA/Groupama-FDJ) und Mattias Skjelmose (DEN/Lidl-Trek) vorbeiziehen lassen und verlor auf Roglic 50 Sekunden.
"Ich konnte nicht mehr um den zweiten Platz bei dieser Etappe sprinten und stehe mit leeren Händen da. Ehrlich gesagt fühle mich auch so", sagte Mas etwas konsterniert.
Immerhin habe er aber O'Connor und dem Gesamtvierten Richard Carapaz (COL/EF Education-EasyPost) Zeit abgenommen und sei seinem Ziel, am Sonntag auf dem Podium zu stehen, ein großes Stück nähergekommen. Mas' Rückstand auf den Zweiten O'Connor beträgt nur noch 26 Sekunden, Carapaz liegt 34 Sekunden hinter ihm.
Roglic könnte zu Heras aufschließen
Ganz oben thront aber Roglic. Es fehlt nicht mehr viel zum vierten Triumph bei der Vuelta - das hat vor ihm nur der Spanier Roberto Heras geschafft, dessen Sieg 2005 allerdings höchst umstritten ist.
Nach einem positiven Dopingbefund war Heras der Titel zunächst aberkannt worden, ehe er 2011 nach einem jahrelangen Rechtsstreit wieder zum Vuelta-Sieger erklärt wurde.
Abschließend formulierte Roglic sein Ziel in aller Bescheidenheit: "Wir hoffen, dass wir das Rote Trikot jetzt behalten können."
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Auftakt in der Schweiz: Lippert sprintet aufs Podium
Quelle: Eurosport
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