Vuelta-Proteste: Israel-Premier-Tech-Profi Tom Van Asbroeck kritisiert Organisation scharf - "Das ist heuchlerisch"

Die anhaltenden Proteste pro-palästinensischer Demonstranten sorgen bei der Vuelta a España weiterhin für Chaos. Am Dienstag musste erneut eine Etappe vorzeitig neutralisiert werden, weil im Zielbereich Protestanten die Sicherheit gefährdeten. Dabei richtet sich die Wut vor allem gegen das Team Israel-Premier Tech. Dessen Profi Tom Van Asbroeck kritisierte die Verantwortlichen nun scharf.

Highlights: Erneutes Protest-Chaos im strömenden Regen

Quelle: Eurosport

Zwei vorzeitig abgebrochene Etappen, ein Profi, der von Demonstranten vom Fahrrad geholt wird und anschließend das Rennen verletzt abbrechen muss - das Bild, das die Vuelta a España aktuell abgibt, ist nicht gut.
Im Fokus der pro-palästinensischen Proteste: Das Team Israel-Premier Tech. Der Radstall, zu dem auch der vierfache Tour-de-France-Sieger Chris Froome gehört, entschied sich aufgrund der anhaltenden Demonstrationen ab der 15. Etappe der Spanien-Rundfahrt dazu, in Trikots ohne den Begriff "Israel" starten.
Einen Rückzug aus dem Wettbewerb, wie von manchen Verantwortlichen gefordert, schloss das Team jedoch aus.

Vuelta-Proteste - "... aber dann bitte friedlich"

Nun meldete sich der belgische Radprofi Tom Van Asbroeck zu Wort. Der 35-Jährige steht bei Israel-Premier Tech unter Vertrag, gehört bei der Spanien-Rundfahrt aber nicht zum Aufgebot des Teams.
Im Interview mit der belgischen Tageszeitung "Het Nieuwsblad" äußerte er sich dennoch zur Situation: "Ich kann die Proteste sehr gut verstehen, wenn man sieht, was in Gaza vor sich geht. Ich respektiere die Meinungsfreiheit und die Proteste, aber dann bitte friedlich."
picture

"Chaos pur": Proteste bremsen Fahrer aus - Bernal gewinnt verkürzte Etappe

Quelle: Eurosport

"Bei der Vuelta sieht man Aggressionen und Einschüchterungen gegenüber unserem Team, was doch nicht mit dem Streben nach Frieden vereinbar ist", erzürnte sich der Belgier.

Vuelta-Veranstalter verdient "Gelbe Karte"

"Die Störung der öffentlichen Ordnung scheint im Mittelpunkt zu stehen. Es herrscht offensichtlich ein Missverständnis über unser Team, das privat und nicht vom Staat Israel gesponsert wird. Die Störer bei der Vuelta sind keine Radsportfans. Ich bin ein Profi, der fürs Radfahren bezahlt wird und nichts mit den Kämpfen in Gaza zu tun hat", so Van Asbroeck.
Dass die Veranstalter dennoch Druck auf das Team ausgeübt hatten und es zum Rückzug bewegen wollten, stieß dem 35-Jährigen sauer auf: "Das Boykottieren von Fahrern ist heuchlerisch. Der Veranstalter der Vuelta verdient die Gelbe Karte dafür, dass er vorgeschlagen hat, unser Team solle das Rennen besser verlassen."
Das hätte aus seiner Sicht nämlich Folgen nach sich gezogen: "Dann bricht die Hölle los. Was macht man dann mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain, wo die Menschenrechte ein Streitpunkt sind?"
Er sei der Meinung, so Van Asbroeck, dass man die "Fahrer einfach fahren" lassen sollte. Die Vuelta-Verantwortlichen wollen das Rennen dennoch weiter fortsetzen und halten auch am Finale in Madrid fest. Bis dahin werden allerdings weitere Proteste befürchtet.
picture

Vuelta-Strecke 17. Etappe: Heftiges Finale am Alto de El Morredero

Quelle: Eurosport


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung