Vuelta-Proteste: Finale in Madrid in Gefahr? Renndirektor Javier Guillén reagiert nach Chaos auf 16. Etappe
Der Direktor der Vuelta a España, Javier Guillén, hat betont, dass die Spanien-Rundfahrt trotz neuerlicher Proteste pro-palästinensischer Demonstranten, die zu einer Verkürzung der 16. Etappe um acht Kilometer geführt hatten, wie geplant bis in die Hauptstadt Madrid fortgesetzt wird. "Es gibt keinen Plan B", stellte Guillén auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Dienstagabend klar.
Highlights: Erneutes Protest-Chaos im strömenden Regen
Quelle: Eurosport
Vuelta-Direktor Javier Guillén räumte ein, dass die Ereignisse in Gaza "schrecklich" seien und die Demonstranten jedes Recht hätten, zu protestieren.
Er betonte jedoch, der Sport sei "dazu da, um zu vereinen" und dass die Blockade der Etappen "sowohl auf strafrechtlicher als auch sportlicher Ebene illegal" sei.
"Aus Sicht der Vuelta möchten wir unsere Ablehnung gegenüber dem, was wir heute erlebt haben, zum Ausdruck bringen, da das Rennen erneut blockiert wurde", erklärte Guillén auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz am Dienstag.
"Glücklicherweise konnte die Etappe ausgetragen werden und wir hatten einen Sieger, auch wenn wir natürlich nicht dort gelandet sind, wo wir erwartet hatten", ergänzte er.
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"Chaos pur": Proteste bremsen Fahrer aus - Bernal gewinnt verkürzte Etappe
Quelle: Eurosport
Weil sich auf der 16. Etappe drei Kilometer vor dem Ziel in Castro de Herville eine größere Gruppe von Demonstranten versammelt hatte, entschied sich die Rennleitung, das Teilstück um acht Kilometer zu verkürzen. Der Sieg von Egan Bernal (Ineos Grenadiers) rückte dadurch in den Hintergrund.
Schätzungsweise 1000 Demonstranten sollen sich an der Ziellinie aufgehalten haben, rund 150 davon stürmten auf die Straße. Rund 30 Kilometer vor dem Ziel wurde zudem ein Baum gefällt, der mit Kettensägen zerlegt und anschließend von der Straße getragen werden musste.
Am Samstag und Sonntag hatten sich Aktivisten ins Rennradio gehackt, indem sie palästinensische Sprüche skandierten und Lieder sangen. Ebenfalls am Sonntag sprang ein Demonstrant aus einem Gebüsch. Beim Versuch, auf die Straße zu laufen, rutschte er aber im Straßengraben aus. Von der anderen Seite sprintete ein Polizist über die Fahrbahn, dies löste eine Reaktion mehrerer Fahrer aus, in deren Folge Movistar-Profi Javier Romo stürzte und letztlich aufgeben musste.
Vuelta-Direktor Guillén: "Wir werden weitermachen"
"Wir hatten heute mehr Sicherheitspersonal, aber in einer Sportart wie dem Radsport ist es praktisch unmöglich, solche Menschenmengen aufzuhalten, obwohl wir es versuchen werden", versicherte Guillén.
Es war die nächste empfindliche Störung der Spanien-Rundfahrt, die in diesem Jahr von Protesten vor allem gegen das Team Israel-Premier Tech geprägt wird.
Davon will sich der Vuelta-Direktor jedoch nicht entmutigen lassen. "Die Botschaft, die ich ihnen vermitteln möchte, ist, dass wir weitermachen werden", verkündete er.
Guillén: "Wollen unseren Raum schützen"
Man könne "nicht einfach Straßen blockieren, man kann ein Rennen nicht stoppen. Das ist aus sportrechtlicher Sicht nicht zulässig und verstößt auch gegen das Gesetz. Es ist illegal", so Guillén weiter.
Der Rennchef unterstrich zudem, dass sich "alle Frieden wünschen. Aber jeder hat seinen eigenen Raum, und wir wollen unseren schützen, nämlich die Vuelta."
Die Vuelta endet am Sonntag traditionell in Madrid. Auch für die weiteren Etappen werden Proteste befürchtet.
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Pro-palästinensischer Demonstranten haben auf der 16. Vuelta-Etappe für Chaos gesorgt
Fotocredit: Imago
Vuelta-Finale in Madrid steht nicht zur Debatte
Gerüchte, wonach das große Finale in Madrid aufgrund von Sicherheitsbedenken abgesagt werden könnte, wies Guillén zurück.
"Wir unternehmen enorme Anstrengungen, um das Rennen am Laufen zu halten, aber wir brauchen Zusammenarbeit, und das möchte ich vermitteln. Morgen starten wir und fahren weiter in Richtung Madrid, mehr kann ich dazu nicht sagen", sagte er.
Er verwies in diesem Zusammenhang auch darauf, dass etwa das WM-Qualifikationsspiel im Fußball zwischen Israel und Italien (4:5) normal stattgefunden habe und auch andere Rundfahrten wie die Tour de France oder der Giro d'Italia trotz Protesten nicht gestoppt worden seien.
Guillén: "Das ist kein Kreuzzug"
Die Teilnahme des Teams Israel-Premier Tech sei nach den Regularien des Radsport-Weltverbandes UCI verpflichtend, daran hätten die Organisatoren nichts ändern können.
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"Das ist kein Kreuzzug. Ich kämpfe nicht gegen irgendjemanden. Wir wollen einfach nur, dass das Rennen fortgesetzt wird. Diese Aktionen müssen aufhören", forderte Guillén und betonte abschließend:
"Denn das (Blockieren der einzelnen Etappen; Anm. d. Red.) darf nicht legitimiert werden. Es bringt das Leben der Zuschauer, der Fahrer und auch der Demonstranten in Gefahr."
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Quelle: Eurosport
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