Vuelta a España - Jan Ullrich warnt Juan Ayuso nach UAE-Trennungszoff: "Dein Ruf wechselt ja auch mit"
Der Trennungszoff zwischen Juan Ayuso und seinem Team UAE Team Emirates - XRG bestimmte in den vergangenen Tagen die Schlagzeilen bei der Vuelta a España. Auch die deutsche Radsport-Legende Jan Ullrich sieht Ayusos Verhalten und Auftreten bei der Spanien-Rundfahrt kritisch und legt dem 22-Jährigen nahe, sich mehr in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Auch um seiner Zukunft Willen.
Ayuso wirft UAE "Respektlosigkeit" vor: "Wollen meinem Ruf schaden"
Quelle: Eurosport
Juan Ayuso wird ab 2026 nicht mehr für UAE Team Emirates - XRG auf Etappenjagd gehen. Das steht seit Montagabend fest.
Weil jedoch Zeitpunkt und Art und Weise der Bekanntgabe dem jungen Spanier missfielen, kam es im Anschluss zur öffentlichen Schlammschlacht. Ayuso schoss scharf gegen sein Team. Dabei hatte er selbst in der ersten Woche der Vuelta a España mit mangelnder Unterstützung für seinen Kapitän João Almeida für Aufruhr gesorgt - und damit ganz offensichtlich die UAE-Bosse erbost.
Ein Verhalten, das für die deutsche Radsport-Legende Jan Ullrich nicht von ungefähr kommt. Bereits im vergangenen Jahr habe man bei der Tour de France gemerkt, dass "Ayuso immer so ein bisschen sein Ding macht bzw. nur das absolute Muss an Hilfe" bereitstellt, sagte der 51-Jährige im Podcast "Ulle & Rick".
Ullrich bezog sich dabei vor allem auf die Galibier-Etappe, als sich Ayuso eigensinnig aus der Führungsarbeit herausgehalten hatte, um sich im Schatten seines Kapitäns auszuruhen und am Ende auf Tagesrang drei zu sprinten.
Auch dass Ayuso den diesjährigen Giro d’Italia bereits nach 18 Etappen, mehreren Stürzen und einem Bienenstich verließ, irritierte Ullrich. "Ich habe schon viele Rad-Profis mit Bienenstich gesehen, die gestürzt sind. Die haben sich durchgekämpft", so der Tour-de-France-Sieger von 1997. Ayusos Teamkollege Isaac Del Toro fehlte dadurch auf den entscheidenden Bergetappen ein wichtiger Helfer. Der Mexikaner verlor das Rosa Trikot am letzten Tag der Italien-Rundfahrt.
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"Froh, dass es zu Ende geht": Ayuso über Zoff mit UAE
Quelle: Eurosport
Ullrich über Ayuso: "Dein Ruf wechselt ja auch mit"
In der ersten Woche der Vuelta wurde jetzt noch deutlicher, dass Ayuso neben den Teamzielen auch eigene verfolgt. Laut Ullrichs Podcast-Partner und Ex-Profi Rick Zabel müsse sich der 22-Jährige deshalb "nicht wundern, dass die UAE-Pressemitteilung so ausfällt, wie sie ausfällt. Vor der Vuelta hat man sich sicher auch erhofft, dass Ayuso den guten Teamplayer gibt."
Ayuso tue sich mit diesem Verhalten keinen Gefallen. "Dein Ruf wechselt ja auch mit", so Ullrich: "Wenn er sich jetzt ins Zeug legen würde für João Almeida, ihn die ganze Vuelta unterstützen und nicht diesen Twist mit reinbringen würde, dann wäre er viel willkommener im neuen Team, als wenn er jetzt so eine kleine Diva macht."
Das krasse Gegenbeispiel sei ausgerechnet Almeida. "Der hat ja auch schon seine Freiheiten bekommen und Rundfahrten gewonnen. Ein super, super talentierter Fahrer. Aber bei ihm hast du gesehen, dass er sich schon bei den flachen Etappen bei der Tour de France voll in den Dienst von Pogacar gestellt hat. Er hat sich voll aufgeopfert, obwohl er ums Podium hätte mitfahren können", sagte Ullrich: "Alle großen Champions geben dem Team auch was zurück."
Ayuso stellt sich in zweiter Vuelta-Woche in den Dienst von Almeida
Immerhin: Ayuso scheint zu einer ähnlichen Erkenntnis gekommen zu sein. Am vergangenen Dienstag und Mittwoch stellte er sich in den Dienst von Almeida, am Donnerstag dann erhielt er von seinem Team die Erlaubnis, selbst auf den Etappensieg zu gehen.
Am Freitag konnte Ayuso seinen Kapitän zwar nicht mehr am Schlussanstieg hinauf zum legendären Alto de Angliru unterstützen, den Etappensieg sicherte sich dieser aber trotzdem vor dem Gesamtführenden Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike).
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Highlights: Heißes Duell am legendären Angliru
Quelle: Eurosport
Das Rote Trikot bleibt für das Team UAE also in Reichweite. Auch dank Ayuso, was ganz im Sinne von Ullrich ist: "Wenn Ayuso für Almeida arbeitet und der gewinnt die Vuelta, dann ist das auch sein Sieg."
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Vuelta-Strecke 14. Etappe: Weiteres Kletterspektakel in Asturien
Quelle: Eurosport
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