Vuelta: Marco Brenner schreibt mit Etappensieg bei Spanien-Rundfahrt Geschichte - Premiere für Tudor bei Grand Tours
Eurosport bei GoogleDie Durststrecke ist beendet, die deutschen Fans können sich endlich wieder über einen Etappensieg bei einer Grand Tour freuen: Marco Brenner brach 464 Tage nach Nico Denz beim Giro d'Italia 2025 den Bann und triumphierte bei der Bergankunft auf der 14. Vuelta-Etappe. Damit sorgte der Augsburger auch für Jubelszenen bei seinem Rennstall Tudor Pro Cycling, für den es ein historischer Erfolg war.
Highlights: Brenner-Triumph in Andalusien - Roglic verliert Zeit
Quelle: Eurosport
"Ich kann es noch gar nicht glauben", suchte Brenner im Siegerinterview nach Worten - "für solche Tage wie heute lebt man!" Der 24-Jährige krönte sich auf 1798 Metern Höhe zum König der Sierra de la Pandera und zeigte in einem packenden Schlagabtausch um den Sieg seine ganze Klasse.
Aus einer über 40 Fahrer starken und hochklassig besetzten Ausreißergruppe an diesem Schlussanstieg zu gewinnen, ist ein Ritterschlag, denn solche Etappen haben keine Zufallssieger.
Doch in der Hitze Andalusiens behielt Brenner kühlen Kopf, reagierte auf die Überraschungsattacke von Bergtrikotträger Santiago Buitrago am Schlusskilometer, stellte den Kolumbianer und ließ ihm am Ende keine Chance: Ganz cool schloss der Tudor-Profi noch den Reißverschluss des Trikots für das Siegerfoto.
Dieses Bild ist nun historisch und wird nicht nur bei Brenner an der Wand hängen. Denn für seinen Rennstall ist dieser Erfolg ein riesiger Meilenstein, erstmals siegen die Schweizer bei einer großen Rundfahrt. Fast 100 Etappen hat es für das ambitionierte Projekt um Fabian Cancellara gedauert, nun ist diese Hürde genommen.
- TV und Streaming: La Vuelta live bei Eurosport und HBO Max
- Vuelta-Strecke: Bergankünfte in Serie und ein Finale à la Montmartre
- Ergebnisse und Klassements: So steht's bei der Vuelta a España
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/09/05/image-fc709e7b-764c-4451-8864-a9df268416fe-85-2560-1440.jpeg)
Brenner lässt sich nicht abschütteln! Deutscher Tagessieg bei der Vuelta
Quelle: Eurosport
Vuelta: Tudor feiert Erfolg der "Underdogs"
"Das ist unser erster Grand-Tour-Sieg, das ist richtig cool", ordnete der erfahrene Larry Warbasse den Tag ein, an dem der US-Profi Brenner in der Ausreißergruppe auf dem Weg zum Sieg unterstützt hatte. "Wir sind hier bei der Vuelta mit einem ziemlich jungen Team und es ist toll, dass die Underdogs das jetzt geschafft haben", jubelte er am Eurosport-Mikrofon. Sein Landsmann Will Barta, auch er Wegbereiter für Brenner in der Spitzengruppe, strahlte im Ziel über das ganze Gesicht: "Wir sind überglücklich", feierte er den mustergültig vorbereiteten Coup.
Brenner knüpfte nach einem aufgrund von Krankheit und Sturz durchwachsenen Vuelta-Beginn an seinen Erfolg bei der Polen-Rundfahrt an, wo er im August erstmals ein Rennen der WorldTour gewinnen konnte.
Nach etlichen Rückschlägen, darunter einem schweren Sturz beim Giro d'Italia 2025, bestätigt der Deutsche Meister von 2024 jetzt auf der größten Bühne die Erwartungen, die schon früh in ihn gesetzt wurden. Schon mit 17 unterschrieb er seinen ersten Profivertrag, nun ist er einer der Pfeiler in der Zukunftsplanung bei Tudor, das ihn bis 2030 gebunden hat.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/08/09/image-31be1570-febe-4d1c-a9fb-7eb88ba09e5c.jpeg)
Marco Brenner gewinnt überraschend die Polen-Rundfahrt
Fotocredit: Getty Images
Küng adelt Brenner: "Kann es kaum erwarten ..."
"Wir wussten, dass er das Potenzial hat, aber es am Tag X abzurufen, ist nochmal etwas anderes", ordnete Teamkollege Stefan Küng im Ziel der 14. Etappe den Auftritt exklusiv für Eurosport ein.
Als Zimmerkollege begleitet der Routinier Brenner auch abseits des Rennens und war auch schon beim Sieg in Polen an seiner Seite. "Da hat er mich oft um Rat gefragt und ich hatte zum ersten Mal in meiner Karriere den Eindruck, einem jungen Fahrer wirklich etwas zeigen zu können", berichtete der Schweizer, der heute in Echtzeit mitjubeln konnte: "Ich habe es live mit dem zweiten Mannschaftsauto verfolgen können und ich hatte Gänsehaut, als er ins Ziel gefahren ist!"
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/09/05/image-7340eb9e-142f-47e6-b26e-fe12847ba3b3.jpeg)
Stefan Küng (l.) und Marco Brenner vom Team Tudor bei der Vuelta 2026
Fotocredit: Imago
Der 32-Jährige ist überzeugt, dass Brenner noch viel Potenzial hat und der Erfolg heute eine weitere Initialzündung gewesen sein dürfte. "Das gibt ihm richtig Rückenwind und ich denke, er wird zukünftig auch im Gesamtklassement mitspielen können. Er hat die körperlichen Voraussetzungen und ich kann es kaum erwarten, seine Entwicklung in den nächsten Jahren zu sehen", so Küng.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/09/05/image-da450bce-7eb3-4bbb-83bc-9f0f66f2d6b9-85-2560-1440.png)
Brenner überglücklich im Siegerinterview: "Kann es nicht glauben!"
Quelle: Eurosport
Der Zeitfahrspezialist verriet auch augenzwinkernd, dass er eine heimliche Schlüsselrolle an Brenners großem Tag gespielt hatte: "Heute Morgen hat er seinen Wecker nicht gehört und ich musste ihn anstupsen", plauderte er aus dem Nähkästchen.
Küng will sich nun an Brenner ein Beispiel nehmen und hat den Sieg im Kampf gegen die Uhr auf der 18. Vuelta-Etappe im Visier - dann würde nicht einmal eine Woche zwischen den ersten beiden Grand-Tour-Etappensiegen von Tudor liegen.
Das könnte Dich auch interessieren: Pogacar-Entscheidung zu Starts bei WM und Heim-EM gefallen
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/09/05/image-bdcc18d2-edf1-4386-b0b8-c16bc4d199ed-85-2560-1440.jpeg)
Nach langem Ritt mit Ausreißergruppe: Bol holt vierte Etappe
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/18/image-501de6cc-5a93-472f-ba7e-2a32bf0eb94e-68-310-310.jpeg)