WM 2025 in Kigali: Harter Kurs in Hauptstadt Ruandas fordert viele Opfer - Primoz Roglic: "Es war eine Tortur"

267,5 Kilometer, 5475 Höhenmeter - so lauteten die offiziellen Zahlen zum WM-Kurs der Elite-Männer bei der WM in Kigali. Es war eine der härtesten und selektivsten Strecken der Geschichte der Titelkämpfe. Hinter dem Sieger Tadej Pogacar erreichten nur 29 weitere Fahrer überhaupt das Ziel - mit zum Teil gigantischen Zeitabständen zum neuen und alten Weltmeister. Die Fahrer waren am Limit.

Gänsehaut pur: Pogacar und Del Toro hängen Ayuso an der Mauer von Kigali ab

Quelle: Eurosport

"Ich bin glücklich, dass ich das Rennen beendet habe – auch wenn es eine Weile gedauert hat. Es war eine Tortur, wir sind Vollgas losgefahren und haben eigentlich damit bis zum Finish nicht aufgehört", sagte Primoz Roglic im Ziel am Eurosport-Mikrofon. Der slowenische fünffache Grand-Tour-Sieger gilt eigentlich nicht als jemand, der anspruchsvolle Kurse scheut.
Und wenn es einem Bergspezialisten wie Roglic schon so erging - wie sah es dann für den Rest des Pelotons aus? Wenig erfreulich, das steht fest. Nur 30 von 165 Fahrern erreichten das Ziel, das ist der Tiefstwert seit 30 Jahren.
1995 fand das WM-Straßenrennen in Duitama in Kolumbien statt - auf 2500 Metern Höhe. Der Spanier Abraham Olano krönte sich dort zum Weltmeister vor Miguel Indurain und Marco Pantani. Das Podium zeigt, wie anspruchsvoll dieses Rennen war. Damals kamen nur 20 Fahrer ins Ziel.
Das wurde nur noch übertroffen von Sallanches 1980. Bernard Hinault gewann in den französischen Alpen nach 268 Kilometern - und hinter ihm erreichten nur 14 weitere Fahrer das Ziel. 20 Mal mussten sich die Fahrer damals über die relativ kurze, aber steile Côte de Domancy quälen.
Doch weder 1995 noch 1980 lagen Sieger und Zehntplatzierter so weit auseinander wie in Kigali: Nur Pogacar hängte das Ende der Top Ten um über neun Minuten ab.

WM in RHöhe, Hügel und Vollgas

In Ruanda zählten die Veranstalter insgesamt 35 Anstiege, darunter die bekannten Côte de Kigali Golf und den Kopfsteinpflasteranstieg Côte de Kimihurura, die bei allen WM-Rennen um Kigali auf dem Programm standen. Dazu kamen mit dem Mount Kigali und der Mauer von Kigali noch zwei extrem schwere und steile Anstiege, die exklusiv im Männerrennen befahren wurden. Nicht zu vergessen die Höhe von rund 1500 Metern, die zusätzlich am Leistungsvermögen der Fahrer kratzte.
"Das war das am wenigsten zu genießende Radrennen des Jahres", sagte Tom Pidcock. "Um ehrlich zu sein, fühlte ich mich am Start nicht so gut. Dann kam ich ins Rennen und irgendwann war ich total blau. Dann folgte ein Überlebenskampf bis zum Ziel, absolut brutal."
Pogacars Durchschnittsgeschwindigkeit betrug trotz der vielen Höhenmeter mehr als 42 km/h. Ein weiteres Argument dafür, dieses WM-Rennen als das oder mindestens eines der härtesten in der Geschichte einzustufen. Das Tempo war von Beginn an extrem hoch, die Fluchtgruppe um den Deutschen Marius Mayrhofer bekam nie mehr als drei Minuten Vorsprung.
Das sorgte zusätzlich für große Zeitabstände - Toms Skujins kam als Fünfter schon mit 6:41 Minuten Rückstand auf Pogacar ins Ziel. Bei allen extremen äußeren Herausforderungen bewahrheitete sich auch in Kigali das alte Sprichtwort: Die Fahrer machen das Rennen hart, nicht die Strecke. Bei der WM war es beides.
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Highlights: Pogacar nach Mega-Solo erneut Weltmeister

Quelle: Eurosport


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