Olympia 2022: China jubelt im Shorttrack über erste Goldmedaille - Bestmarke aus Pyeongchang geknackt

China bejubelt schon am ersten Wettkampftag das erste Gold. Die Shorttracker erfüllen die hohen Erwartungen und wollen nun die nächsten Medaillen ins Visier nehmen. Vor vier Jahren in Pyeongchang erklommen chinesische Athleten nur einmal die oberste Stufe des Podests, dieser Wert ist nun schon egalisiert. Bei diesem Erfolg half auch das Abwerben zahlreicher Trainer aus dem Ausland.

Ziwei Ren, Kexin Fan of China und Chunyu Qu freuen sich über ihre Goldmedaille.

Fotocredit: Getty Images

Es war Abend und längst dunkel geworden, als der Marsch der Freiwilligen auf der Medaillen-Plaza von Peking erstmals feierlich ertönte. Ganz oben auf dem Podest standen Chinas neue Olympiahelden, stolz sangen sie hinter ihren roten Masken die Nationalhymne des hochumstrittenen Gastgebers der Winterspiele. Die Mixed-Staffel der Shorttracker hatte schon am ersten Wettkampftag für das erste Gold gesorgt und einem Riesendruck standgehalten.
Fan Kexin und Wu Dajing, zwei der Stars der chinesischen Mannschaft, sowie Ren Ziwei, Qu Chunyu und Zhang Yuting verdienten sich mit der Leistung bei der olympischen Premiere des neuen Formats Lob von hoher Stelle.
Vizeministerpräsidentin Sun Chunlan gratulierte im Namen des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas sowie des Staatsrats. Das Soll ist erfüllt. Nach Goldmedaillen ist das Ergebnis der Winterspiele 2018 in Südkorea bereits egalisiert.

Viele Trainer sollten China an die Spitze katapultieren

Der Rolle als Mitfavorit war das Quartett gerecht geworden. Fan und Co. hatten sich im Finale vor Italien und Ungarn durchgesetzt. Die Bilder des ausgelassenen Jubels mit chinesischer Flagge auf dem Eis waren ein Dauerbrenner im TV - und sollen sich schnellstmöglich wiederholen.
Von einer "großen Erleichterung" sprach Wu. "Zwölf Jahre", meinte die zehnmalige Weltmeisterin Fan, habe sie auf Olympiagold warten müssen: "Jeden Tag haben wir das Training mit Blut in der Kehle beendet. All die Anstrengungen waren es wert. Wir haben es geschafft", so Fan, die pflichtbewusst der Führung des Verbandes dankte.
Denn die hat für den Erfolg tief in die Tasche gegriffen. Internationales Fachpersonal sollte die Lücke zur Shorttrack-Supermacht Südkorea verkleinern. "Sie haben super viele Trainer aufgekauft", sagte Anna Seidel. "Teils", so die einzige deutsche Shorttrackerin in Peking, hätten sich "fünf Trainer gegenseitig im Weg" gestanden: "Hauptsache, die anderen hatten die Trainer nicht mehr."

Im Shorttrack top, bei anderen Sportarten Luft nach oben

Shorttrack genießt in Asien große Popularität, auf dem Eis ist China konkurrenzfähig. In vielen traditionellen Wintersportarten droht den Gastgebern dagegen ein Debakel. Ski-Freestylerin Eileen Gu ist eine der wenigen Ausnahmen.
Den Druck auf alle chinesischen Starter dürfte das Shorttrack-Gold derweil kaum verringern. Vor dem Start der Winterspiele hatte Staatschef Xi Jinping im nationalen Trainingszentrum von Peking den versammelten Sportlern und Sportlerinnen doch eindrücklich ins Gewissen geredet. "Nur jene, welche der klirrenden Kälte standhalten", rezitierte Xi ein Gedicht, "dürfen sich später am Duft der Pflaumenblüte erfreuen". Davon können die Shorttracker nun zumindest berichten.
(SID)
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Quelle: Eurosport

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