Weltcup in Adelboden - Swiss-Ski-CEO Walter Reusser poltert nach Wetter-Pech: "Punktesystem ist ein totaler Seich"
VonNiklas Bien
Publiziert 12/01/2026 um 11:10 GMT+1 Uhr
Walter Reusser hat deutliche Kritik am Punktesystem der FIS geäußert. Für den Sportchef des Schweizer Ski-Verbandes sei die aktuelle Regelung "ein totaler Seich". Vor allem die Situation um Sandro Zurbrügg beim Heim-Weltcup in Adelboden brachte Reusser auf die Palme. Der 23-Jährige hatte am Samstag im Riesenslalom wegen der Startnummer 59 große Probleme mit dem immer schlechter werdenden Wetter.
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Quelle: Eurosport
Marco Odermatt musste es wieder einmal richten: Der 28-Jährige feierte am Samstag in Adelboden seinen insgesamt 51. Weltcupsieg und war damit eindeutig das Schweizer Glanzlicht auf eigenem Boden.
Trotz der Top-Leistung seines Superstars war Swiss-Ski-Boss Reusser nach dem Weltcupwochenende - inklusive enttäuschendem Slalom aus Schweizer Sicht - nicht zufrieden.
Vor allem, dass mit Sandro Zurbrügg und Fadri Janutin mehrere seiner Schützlinge beim Riesenslalom am Samstag unter ihrer hohen Startnummer litten, erzürnte Reusser.
"Sandro war mit der Startnummer 59 aufgrund des immer schlechter werdenden Wetters genau wie Fadri Janutin mit der Nummer 57 chancenlos", betonte der Sportchef im "Blick".
Leistung im Europacup nicht belohnt
Gerade Zurbrügg hätte sich aus Sicht seines Chefs eine bessere Ausgangslage verdient gehabt.
"Sandro hat vor vier Wochen auf sehr souveräne Weise einen Riesenslalom im Europacup gewonnen. Dass er im Weltcup dennoch mit einer hohen 50er-Nummer starten muss, ist ein weiterer Beweis dafür, dass dieses Punktesystem ein totaler Seich ist", polterte Reusser.
Skirennfahrer wie Zurbrügg, die im zweitklassigen Europacup auf sich aufmerksam machen, würden gegenüber arrivierten Fahrern benachteiligt.
"Die arrivierten Athleten werden viel zu lange geschützt, sie können sich im Weltcup zu viele schlechte Ergebnisse erlauben, bis sie in der Weltcup-Startliste aus den Top 30 fallen", sagte Reusser.
FIS-Chef geht das Thema an
Bei der FIS ist man sich des Problems durchaus bewusst, wie der frühere Swiss-Ski-Präsident und jetzige FIS-CEO Urs Lehmann dem "Blick" erklärte.
Der 56-Jährige habe schon "vor Jahren gesagt, dass dieser Punkte-Modus nicht gut ist".
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Quelle: Eurosport
Aktuell gebe es mit dem Weltcup, dem Europa-, Nordamerika-,Südamerika-, Asien-, Ozeanien-Cup und FIS-Event sieben verschiedene Punktesysteme. "Es muss der Tag kommen, wo wir ein einheitliches System haben", betonte Lehmann.
In den kommenden Jahren werden sich Reusser, Zurbrügg und Co. derweil noch mit dem aktuellen System anfreunden müssen, so Lehmann: "Wir werden mehrere Jahre benötigen, bis diesbezüglich ein wasserdichtes System ausgearbeitet sein wird. Logischerweise werden wir auch eine Test-Saison benötigen."
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